Kaliummangel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Wie der Name breits selbst andeutet, liegt beim Kaliummangel ein Mangel an Kalium im Körper des Menschen vor. Kalium ist ein Mineralstoff und gehört zu den Elektrolyten im Körper, die an der Aufrechterhaltung des osmotischen Drucks in den entsprechenden Körperzellen beteiligt sind und damit auch an der Regulation des Wasserhaushaltes. So wird häufig bei routinemäßigen Blutuntersuchungen auch der Kaliumwert bestimmt. Hier sollte die Kaliumkonzentration im Blut zwischen 3,5 und 5,0 mmol/l betragen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Kaliummangel

Zudem spielt Kalium auch eine wichtige Rolle bei der Aktivierung von Enzymen, wie zum Beispiel Eiweißen und bei Kohlenhydratstoffwechsel, was wiederum für die Energieproduktion wichtig ist. Ebenso wirkt Kalium zusammen mit Calcium und Natrium auf die Herzmuskeltätigkeit und ist für die Erregbarkeit von Nerven- und Muskelzellen zuständig.

Auch für die Blutdruckregulation ist Kalium wichtig. So hängt der Kaliumgehalt im Körper eng mit dem Natriumgehalt zusammen, denn je mehr Natrium zu sich genommen wird, desto mehr Kalium kann der Körper ausscheiden.

Da Kalium in zahlreichen Lebensmitteln enthalten ist, wird bei den meisten Menschen der Kaliumbedarf problemlos mit der täglichen Ernährung abgedeckt. Allerdings kann ein Mehrbedarf an Kalium aufgrund unterschiedlicher Bedingungen bestehen.

Ursachen

So kann ein Kaliummangel beispielsweise bei einer Fehl- oder Mangelernährung auftreten. Ebenso benötigen Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie beispielsweise Bluthochdruck, einen etwas höheren Bedarf an Kalium. Auch Menschen, die viel Salz zu sich nehmen, haben einen erhöhten Bedarf an Kalium.

Von einem Kaliummangel, der sogenannten Hypokaliämie spricht man dann, wenn die Konzentration von Kalium im Blut niedriger als 3,5 mmol/l beträgt. Dabei können die Ursachen für eine Hypokaliämie langes andauerndes Erbrechen oder Durchfälle, Missbrauch von Abführmitteln, entzündliche Darmerkrankungen, Alkoholmissbrauch oder auch zu hoher Salzkonsum sein.

Aufgrund von Infusionen, wie zum Beispiel einer Bluttransfusion kann es auch zu einem Kaliumüberschuss, der sogenannte Hyperkaliämie kommen. Weiterhin kann ein Überschuss an Kalium zustande kommen, wenn Kalium vermehrt aus den entsprechenden Körperzellen freigesetzt wird. Dies kann beispielsweise bei Infektionen der Fall sein.

Zudem kann es auch durch eine Nierenerkrankung oder entwässernde Medikamente zu einem Überschuss im Blut kommen. Dabei definiert sich ein Überschuss mit einem Wert über 5,5 mmol/l im Blut.

Verlauf

Eine Blutuntersuchung der Kaliumwerte dient dem Arzt zur weiteren Diagnose von verschiedenen Krankheiten.

Von einigen Ausnahmen abgesehen, gleichen die Symptome eines Kaliumüberschusses den Symptomen des Kaliummangels. Allerdings kommt es bei meinem Kaliumüberschuss nicht zu Verstopfung, sondern zu Durchfall.

Dabei kann ein Kaliummangel einige Störungen im Körper bewirken, wie zum Beispiel Muskelschwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindel, Übelkeit, Krämpfe, Kreislaufprobleme, Stimmungsschwankungen und Herzrhythmusstörungen.

In seltenen Fällen kann es auch zu einer Kaliumvergiftung kommen. Dabei kann es bei einer Vergiftung zu einer herabgesetzten Herzfrequenz bis hin zum Herzstillstand, zu Verwirrtheit und zu Muskelschwäche kommen.

Ebenso können Sprach- und Schluckstörungen auftreten. In der Regel erfolgt bei einer Kaliumvergiftung eine Magenspülung mit einer physiologischer Kochsalzlösung.

Auch entsprechende Infusionen mit Natriumhydrogencarbonat können zum Einsatz kommen. In lebensbedrohlichen Fällen kann sogar eine Blutwäsche erfolgen. Die Überwachung des Herzkreislaufsystems sowie des Blutes ist bei einer Vergiftung besonders wichtig.

Komplikationen

Kalium dient im menschlichen Organismus als Elektrolyt. Kaliummangel ist dementsprechend eine Elektrolytstörung. Bei einer solchen Störung sind Komplikationen möglich, die das Herz betreffen. Auffälligkeiten im Elektrokardiogramm (EKG) dienen dabei als Indikatoren für die pathologische Aktivitätsänderung. Die Hypokaliämie kann Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien) herbeiführen, die unterschiedlich stark ausgeprägt sein können.

Der Arrhythmie kann eine Tachykardie vorausgehen. Dabei handelt es sich um eine Beschleunigung der Herzfrequenz. Allerdings folgt der Tachykardie nicht jedes Mal eine Herzrhythmusstörung. Auch Kammerflimmern ist eine mögliche Komplikation. Dabei ist das Herz nicht mehr imstande, das Blut wie gewohnt in die Arterien zu pumpen.

Kammerflimmern ist lebensbedrohlich, da es durch die fehlende Blutversorgung zu Sauerstoffmangel im Körper kommt. Der Mangel an Sauerstoff im Gehirn führt zu Bewusstlosigkeit. Wenn der Betroffene überlebt, aber der Sauerstoffmangel zu lange anhält, sind bleibende Schäden möglich. Kaliummangel bedingt darüber hinaus neurologische Symptome, die sich sehr unspezifisch äußern können: Kribbelgefühle und quantitative Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma sind Beispiele dafür.

Die Elektrolytstörung kann mit Wassereinlagerungen einhergehen. Solche Ödeme lassen das Gewebe anschwellen und sind äußerlich meist sichtbar. Wassereinlagerungen in den Beinen lassen die Waden fest werden. Ödeme können durch den Druck Schmerzen verursachen und die Bewegungen einschränken. Als weitere Komplikation können sich die Muskeln verkrampfen und/oder schwächeln.

Behandlung & Therapie

Wie ein Kaliummangel behandelt wird, hängt hauptsächlich von der Ursache des Mangels ab. So kann ein leichter Kaliummangel durch eine kaliumreiche Ernährung rasch ausgeglichen werden. Dabei sind Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln oder Brausetabletten nur eingeschränkt zu empfehlen, da die Gefahr besteht, dass die Kaliumzufuhr zu hoch wird und hierdurch ein Kaliumüberschuss entsteht. So sollten Kaliumpräparate nur nach Absprache mit dem Arzt oder Apotheker eingenommen werden. Eine geringe Dosierung ist meist anzuraten.

Kaliumhaltige Arzneimittel werden nur dann eingesetzt, wenn beispielsweise ein Kaliummangel bei einer Übersäuerung des Blutes vorgebeugt werden soll. So kann eine solche Übersäuerung beispielsweise bei Diabetes mellitus vorkommen. Dies nennt sich dann Ketoazidose und ist die Folge eines vermehrten Fettabbaus. Ebenso werden auch Nierensteine mit kaliumhaltigen Arzneimitteln behandelt.

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Vorbeugung

Gerade ältere Menschen sollten bei Kaliummangel darauf achten, dass sie täglich genug trinken, denn im Alter lässt das Durstgefühl häufig nach. Hier besteht die Gefahr, auszutrocknen und damit kann eine Störung des Wasser- und Elektrolythaushaltes folgen. Hierbei gerät dann gerade Kalium- und Natriumhaushalt durcheinander. Aus diesem Grund sind täglich 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit in Form von Mineralwasser, Saftschorlen, Früchte- und Kräutertees zu empfehlen.

Lebensmittel, die viel Kalium enthalten, sind vor allem pflanzliche Lebensmittel, wie zum Beispiel Getreide und Gemüse, Früchte und Nüsse. Auch Fisch und Fleisch kann Kalium liefern, allerdings nicht in dem Maße, wie pflanzliche Lebensmittel.

Wird das Gemüse länger im Wasser gekocht, geht das Kalium automatisch in die Flüssigkeit über. Wird dann diese Flüssigkeit nicht verwendet, sondern abgeschüttet, geht auch automatisch das Kalium verloren. Sollte also aus gesundheitlichen Gründen der Kaliumgehalt verringert werden, lässt sich diese Erkenntnis gut nutzen.

So wird beispielsweise bei Nierenerkrankungen, wo der Mineralstoffhaushalt gestört ist, bei der Zubereitung des Essens das Gemüse oder die Kartoffeln sehr lange gewässert, damit das Kalium entweichen kann.

Das können Sie selbst tun

Ein Kaliummangel muss nicht immer medizinisch behandelt werden. Meistens kann das Defizit durch eine vorübergehende Umstellung des Speiseplans ausgeglichen werden. Lebensmittel mit hohem Kaliumgehalt sind etwa Hülsenfrüchte, Kakao, Grünkohl, Nüsse, Kartoffeln und Obstsaft.

Bei einem starken Mangel können in Rücksprache mit dem Arzt auch ergänzende Präparate aus dem Fachhandel oder der Apotheke eingenommen werden. Außerdem sollte viel Mineralwasser oder ungesüßter Tee getrunken werden. Begleitend dazu empfiehlt es sich, den Kreislauf durch regelmäßige Bewegung an der frischen Luft zu stärken. Die wichtigste Maßnahme: die Ursache für den Kaliummangel ermitteln und beheben. Oftmals ist beispielsweise ein bestimmtes Medikament für das Defizit verantwortlich. Auch ernsthafte Erkrankungen kommen als Auslöser in Frage. Es empfiehlt sich, ein Beschwerdetagebuch anzulegen und Einzelheiten zu den Symptomen darin festzuhalten. Dies erleichtert später auch dem Arzt die Untersuchung.

Sollten die Beschwerden trotz aller Maßnahmen bestehen bleiben, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Patienten mit einer Nieren- oder Herzerkrankung sollten bei einem Kaliummangel umgehend mit dem zuständigen Arzt sprechen. Dies gilt insbesondere dann, wenn weitere Symptome hinzukommen oder der Kaliummangel das Wohlbefinden merklich beeinträchtigt.

Bücher über Kalium

Quellen

  • Burkhardt, D.: Gesund leben. Laborwerte deuten. Müller Verlag, Köln 2005
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Suter, P.M.: Checkliste Ernährung. Thieme, Stuttgart 2008

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