Abführmittel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Abführmittel (Laxantien) sind hochwirksame Arzneimittel und werden hauptsächlich zur Behandlung von Verstopfungen (Obstipation) eingesetzt. Von einer Verstopfung spricht man dann, wenn eine Stuhlentleerung seltener als dreimal wöchentlich möglich ist. Abführmittel beschleunigen die Darmentleerung, indem sie die Eigenbewegungen des Darms fördern.

Inhaltsverzeichnis

Abführmittel bei Verstopfung & anderen Erkrankungen

Abführmittel kommen jedoch auch bei anderen Problemen, wie zum Beispiel bei Hämorrhoiden, Geschwüren, Fissuren oder Fisteln zum Einsatz. Hierbei erleichtern Abführmittel die Darmentleerung und verhindern, dass man bei der Darmentleerung zu stark pressen muss. Übermäßiger Druck beim Stuhlgang führt bei diesen Krankheitsbildern oft zu sehr starken Schmerzen. Außerdem können sich Hämorrhoiden durch zu starkes Pressen verschlimmern, Fissuren können weiter einreißen und Fisteln oder Geschwüre können sich entzünden.

Häufig werden Abführmittel jedoch auch eingenommen, weil sie das Abnehmen durch eine angeblich reduzierte Kalorienaufnahme unterstützen sollen. Betroffene nehmen an, dass Abführmittel die Verdauung stark beschleunigen und der Körper dadurch nicht alle Kalorien aus der Nahrung aufnehmen kann. Dies ist jedoch ein weit verbreiteter Irrglaube. Abführmittel beschleunigen zwar die Verdauung, aber die meisten Präparate wirken erst im Dickdarm. Dort wird dem Nahrungsbrei jedoch hauptsächlich nur noch Wasser entzogen. Die Nährstoffe werden bereits zum größten Teil im Dünndarm aufgenommen. Aus diesem Grund können Abführmittel nicht beim Abnehmen helfen.

Pflanzliche, natürliche & chemische Abführmittel

Rizinusöl wirkt an sich nicht abführend, sondern wird im Dünndarm durch Enzyme in Ricinolsäure und Glycerin zerlegt. Ricinolsäure fördert die Darmbewegung und Glycerin reduziert die Reibung zwischen Stuhl und Darmwand.

Abführmittel werden anhand ihrer Wirkungsweise unterschieden. Die unterschiedlich wirkenden Abführmittel haben je nach Wirkstoff mehr oder weniger große Nebenwirkungen. Nachfolgend werden die bekanntesten Arten von Abführmitteln dargestellt:

Sogenannte Füll- und Quellmittel (z.B. Leinsamen, Flohsamen, Kleie oder Zellulosederivate) gelten als natürliche und pflanzliche Abführmittel. Sie quellen im Darm auf und bewirken durch diese Flüssigkeitsbindung eine Volumenzunahme des Darminhalts. Dadurch wird die Darmwand gedehnt und die Eigenbewegung des Darmes angeregt. Bei der Einnahme solcher Abführmittel ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten, um eine Darmverkleisterung zu vermeiden. Vorteilhaft ist, dass diese Abführmittel lokal im Darm wirken und nicht in die Blutbahn gelangen. Bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr zeigen diese Abführmittel keine Nebenwirkungen.

Osmotisch wirkende Abführmittel (z.B. Glaubersalz oder Bittersalz) halten das Wasser aus dem Speisebrei im Darm zurück. Dadurch wird der Darminhalt verflüssigt und die Darmtätigkeit angeregt. Auch bei diesem Abführmittel ist eine ausreichende Flüssigkeitszunahme unerlässlich.

Diese Form der Abführung wird oft vor Operationen durchgeführt, um eine völlige Darmentleerung zu erreichen. Die Abführung durch Mineralsalze hat jedoch den großen Nachteil, dass der Körper Vitamin- und Mineralstoffverluste erleidet. Zusätzlich wird die Wirkung anderer Medikamente abgeschwächt.

Auch Gleitmittel sind als Abführmittel geeignet. Gleitmittel (z.B. Glycerin oder Paraffinöl) machen den Darminhalt gleitfähig. Sie sollten nur kurzfristig angewendet werden, da sie unter anderem zu Reizungen der Darmschleimhaut führen können.

Oft wir als Abführmittel auch Rizinusöl empfohlen. Es wirkt an sich nicht abführend, sondern wird im Dünndarm durch Enzyme in Ricinolsäure und Glycerin zerlegt. Ricinolsäure fördert die Darmbewegung und Glycerin reduziert die Reibung zwischen Stuhl und Darmwand. Während der Schwangerschaft sollte kein Rizinusöl eingenommen werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Abführmittel sind bei unsachgemäßer Einnahme nicht ungefährlich und dürfen auf keinen Fall wahllos eingesetzt werden. Außerdem sollten Abführmittel erst eingesetzt werden, wenn andere Maßnahmen (z.B. Umstellung der Ernährung) keinen Erfolg bringen.

Alle oben genannten Abführmittel sollten maximal 2 Wochen lang eingenommen werden, denn häufig gewöhnt sich der Körper bereits nach kurzer Zeit daran. Außerdem kommt es durch den Langzeitgebrauch häufig zu Darmpolypen(Schleimhautwucherungen) oder sogar zu Krebserkrankungen und Tumorbildungen.

Des Weiteren besteht bei unsachgemäßer Einnahme der Abführmittel die Gefahr eines Elektrolyt-Verlustes (meist Kalium). Dies führt zu Funktionsstörungen verschiedener Organe, wie zum Beispiel dem Herz, der Lunge oder der Muskulatur. Schlimmstenfalls kann diese Störung zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen.

Grundsätzlich sollte vor der Einnahme jeglicher Abführmittel eine ärztliche Beratung erfolgen. Oft lassen sich die Symptome bereits ohne Abführmittel durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und viel Bewegung beheben.

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