Infusion

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. September 2017
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Unter einer Infusion versteht man die Verabreichung einer Flüssigkeit in den menschlichen Körper unter Umgehung des Magen-Darm-Systems („parenteral“), in aller Regel in eine Vene. Der Zugangsweg über eine Infusion wird entweder gewählt, weil sich die jeweilige Substanz nicht auf eine andere Weise anwenden lässt, oder aufgrund von den Patienten betreffenden Faktoren wie z. B. einer Schluckstörung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Infusion?

Von einer Infusion spricht man, wenn die Zufuhr längere Zeit andauert. Während der Patient sitzt oder liegt, erfolgt die Zufuhr der jeweiligen Substanz entweder schwerkraftgesteuert über eine Infusionsflasche oder über eine mechanische Infusionspumpe.

Davon abzugrenzen ist eine Injektion, bei der der Wirkstoff beispielsweise mittels Muskelkraft durch Druck auf den Kolben einer Injektionsspritze binnen kurzer Zeit in den Körper des Patienten eingebracht wird.

Überwiegend wird für Infusionen der intravenöse Zugang gewählt, das heißt, die Flüssigkeit wird direkt in eine Vene eingeleitet. Andere gängige Zugangswege sind eine subkutane (unter die Haut) oder eine intraossäre (in die Markhöhle eines Knochens) Infusion.

Funktion, Wirkung & Ziele

Eine Infusion von Flüssigkeiten ist dann erforderlich, wenn eine Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt nicht möglich ist. Das kann daran liegen, dass die jeweilige Substanz sich prinzipiell nicht für die Aufnahme über eine Schleimhaut eignet.

Ein anderer Grund kann sein, dass der betreffende Patient aufgrund seiner Krankheit ein Medikament, das man prinzipiell auch schlucken könnte, nicht auf diesem Weg zu sich nehmen kann. Der am häufigsten verwendete Weg für eine Infusion ist der intravenöse Weg, bei dem die Flüssigkeit in eine Vene eingeleitet wird, über die sie zum Herzen und von dort in den gesamten Körper gelangt.

Die Infusion kann entweder über eine Metallkanüle oder über eine flexible Venenverweilkanüle verabreicht werden, die in eine oberflächliche Vene, typischerweise an der Hand oder am Arm, eingeführt wird. Wenn Medikamente verabreicht werden sollen, die leicht zu einer Reizung dieser oberflächlichen Venen führen, oder wenn keine geeignete Vene auffindbar ist, kann die Infusion in eine der zentralen Venen am Hals, unter dem Schlüsselbein oder in der Leiste erfolgen.

Unter einer Infusion versteht man die Verabreichung einer Flüssigkeit in den menschlichen Körper unter Umgehung des Magen-Darm-Systems („parenteral“), in aller Regel in eine Vene.

Man spricht dann von einem zentralen Venenkatheter (ZVK). Eine Sonderform ist ein Portkatheter, bei dem operativ ein Schlauch in eine zentrale Vene eingeführt wird, der mit einer Kammer verbunden ist, die unter die Haut implantiert wird. Durch Durchstechen der Haut und einer Membran an dieser Kammer mit einer speziellen Nadel kann so bei einem Patienten immer wieder leicht eine Infusion über einen zentralen Venenzugang erfolgen. Einen solchen Portkatheter verwendet man z. B. oft für die Infusion von Chemotherapie-Medikamenten bei Patienten mit Krebserkrankungen.

Für manche Zwecke wie z. B. für die Infusion von Flüssigkeit bei Patienten, die nicht ausreichend trinken können, kann auch der Weg einer subkutanen Infusion gewählt werden. Hierbei wird eine feine Nadel in das Fettgewebe unter der Haut gestochen. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass keine Vene gefunden werden muss. Der Nachteil besteht darin, dass die Flüssigkeit vom Unterhautfettgewebe nur langsam in das Gefäßsystem aufgenommen wird und dass sich manche Medikamente nicht für eine solche subkutane Infusion eignen.

In Notfallsituationen kann, wenn eine parenterale Medikamentengabe erforderlich ist, aber keine Vene gefunden wird, auch eine intraossäre Infusion verabreicht werden, für die eine robuste Nadel in die Knochenmarkhöhle z. B. des Unterschenkelknochens eingebracht wird.

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Risiken & Gefahren

Eine Infusion birgt verschiedene Risiken. Wenn versehentlich Luft in das Gefäßsystem gelangt, kann das zu einer lebensbedrohlichen Luftembolie führen. Eine Gefahr droht auch, wenn Flüssigkeiten, die nicht für eine intravenöse Infusion geeignet sind, auf diesem Weg appliziert werden.

Schließlich kann jede in den Körper eingebrachte Substanz eine Allergie auslösen, die bei parenteraler Infusion besonders ausgeprägt sein kann. Wenn der Zugang aus der Vene herausrutscht, kann die Infusion statt in die Vene ins umliegende Gewebe gelangen, was bei manchen Medikamenten zu schweren Weichteilschäden führen kann.

Schließlich kann es bei der Anlage des Zugangs zu Komplikationen kommen. Eine typische Komplilation bei der Anlage eines ZVK für eine Infusion ist beispielsweise eine Verletzug der Lunge durch die Punktionsnadel, was zu einem Lungenkollaps („Pneumothorax“) führen kann.

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Quellen

  • Greten, H., Rinninger, F., Greten, T. (Hrsg.): Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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