Schürfwunde

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » Schürfwunde

Eine Schürfwunde betrifft meist die Hautoberfläche und heilt in diesen Fällen in der Regel komplikationsfrei. Je nach Schwere einer Schürfwunde empfehlen Mediziner verschiedene Behandlungsmaßnahmen nach einer Verletzung.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schürfwunde

Entsprechend ihrer Bezeichnung handelt es sich bei einer Schürfwunde um eine Hautverletzung, die auf eine Abschürfung zurückzuführen ist. In den meisten Fällen geht eine Schürfwunde beim Betroffenen mit entsprechenden Wundschmerzen einher.

Häufig kommt es außerdem zu einem Nässen der Schürfwunde aufgrund des Austretens von Gewebsflüssigkeit. Je nach Schwere der Verletzung kann eine Schürfwunde entweder mit oder ohne Austreten von Blut aus der Wunde verbunden sein; tritt bei einer schwereren Schürfwunde Blut aus, so besteht das Risiko, dass Keime in die Wunde eindringen.

Bei den meisten Schürfwunden kommt es allerdings nicht zu einem Austreten von Blut, da von einer Schürfwunde häufig obere Hautschichten betroffen sind, die nicht von Blutgefäßen durchzogen werden. Charakteristisch für eine Schürfwunde sind unter anderem deren oft unregelmäßige Wundränder.

Ursachen

Eine Schürfwunde ist meist die Folge von Streifstürzen, die beispielsweise im Rahmen verschiedener Sportarten auftreten können. Zu entsprechenden Sportarten zählen unter anderem das Fahrradfahren, das Skateboarden oder auch das Inlineskaten.

Zu Streifstürzen und einer daraus resultierenden Schürfwunde kann es beispielsweise aber auch kommen beim Sturz an einer Mauer oder einer Wand, die rau oder grobkantig ist. Ein Vorbeischrammen an solch rauen oder grobkantigen Materialien kann des Weiteren auch ohne vorherigen Sturz eine Schürfwunde hervorrufen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Schürfwunde an der Hand entsteht oftmals durch das Hinfallen und das reflexartigen Auffangen des Körpers durch die Arme und Hände.

Wird aufgrund des Erscheinungsbildes einer Wunde eine Schürfwunde diagnostiziert, erfragt ein Mediziner häufig noch begleitende Faktoren wie etwa den Vorfall, der zur Schürfwunde geführt hat. So kann beispielsweise beurteilt werden, wie hoch das Risiko für ein mögliches Eindringen von Fremdkörpern in die Schürfwunde ist.

Da es bei einer Schürfwunde zu Infektionen an der Wunde kommen kann, wird in der Regel ein aktueller Tetanus-Impfschutz des Betroffenen geprüft; im Bedarfsfall wird dieser Impfschutz aufgefrischt.

Der Verlauf einer Schürfwunde hängt unter anderem ab vom Schweregrad der Verletzung; so weist eine schwache Schürfwunde in der Regel eine gute Prognose auf: Eine Heilung erfolgt hier meist nach wenigen Tagen. Auch zu Narben kommt es nach schwachen Schürfwunden nur selten.

Betrifft eine Schürfwunde aber nicht nur die Oberhaut, sondern auch tiefere Hautschichten, kann der Heilungsprozess sich über einige Wochen erstrecken. Das Risiko für eiternde Infektionen einer Schürfwunde und zurückbleibende Narben ist bei einer tiefen Schürfwunde höher als bei einer oberflächlichen Wunde.

Komplikationen

Verunreinigungen können zur Infektion einer Schürfwunde führen. Dadurch kann es zu einer Entzündung, einem Wundstarrkrampf und in seltenen Fällen auch zu einer Blutvergiftung kommen. Sollte sich die Wunde infizieren, kann dies zu ernsten Wundheilstörungen führen. Bei großflächigen, stark blutenden Schürfwunden kann es manchmal auch zu Blutarmut kommen. Außerdem kann die Verletzung einen Schock auslösen. Bei Verletzungen, die im Rahmen eines schweren Unfalls auftreten, kann es zum Trauma kommen, dass im Gespräch mit einem Therapeuten aufgearbeitet werden muss.

Wenn eine Schürfwunde nicht richtig verheilt, ist die Entstehung einer Narbe wahrscheinlich. Gelegentlich treten auch Sensibilitätsstörungen im Bereich der Verletzung auf. Außerdem kann die Wunde beziehungsweise die Narbe nässen und unangenehme Empfindungen auf der Haut hervorrufen. Bei falscher Behandlung einer Schürfwunde können Infektionen auftreten oder Narben entstehen.

Außerdem kann es zu allergischen Reaktionen auf die verwendeten Materialien und Mittel kommen. Vor allem bei unsachgemäßer Verwendung von Cremes und Puder können unangenehme Hautreaktionen auftreten und die Wunde entzündet sich oder vernarbt. Der Einsatz von Schmerzmitteln geht mit den typischen Neben- und Wechselwirkungen wie Glieder- und Muskelschmerzen, Müdigkeit und Kopfschmerzen einher.

Behandlung & Therapie

Ebenso wie der Verlauf einer Schürfwunde hängt auch die angemessene Behandlung einer Schürfwunde mit der Schwere der Verletzung zusammen: Liegt eine oberflächliche Schürfwunde vor, die nicht blutet, ist es häufig ausreichend, die Wunde innerhalb der ersten Stunde nach der Verletzung unter fließendem, kaltem Leitungswasser zu säubern und mit einem Desinfektionsmittel zu versorgen.

Weitere Behandlungsmaßnahmen sind oft nicht notwendig, da der natürliche Heilungsprozess sofort nach der Verletzung einsetzt. Eine so vorbehandelte kleine Schürfwunde kann ohne Pflaster verbleiben oder, wenn sie von Kleidung bedeckt ist, mit einer entsprechenden Wundabdeckung geschützt werden.

Liegt eine schwerere Schürfwunde vor, die blutet und Zeichen einer Entzündung zeigt, ist häufig die Wundversorgung durch einen Mediziner sinnvoll: Die Schürfwunde wird nun in der Regel professionell gesäubert und mit einem Verband versehen, der täglich gewechselt werden sollte, um den Heilungsverlauf zu kontrollieren.

Auf den Verband kann dann in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oft verzichtet werden, wenn sich auf der Schürfwunde ein schützender Schorf gebildet hat. Dieser Schorf schützt die sich neu bildende Haut an der verletzten Hautstelle.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Es kann einer Schürfwunde nur bedingt vorgebeugt werden, indem beispielsweise bei riskanten sportlichen Betätigungen oder entsprechenden beruflichen Tätigkeiten für entsprechende Schutzbekleidung gesorgt wird. Beim Inlineskaten kann eine entsprechende Schutzausrüstung unter anderem aus Schützern für Knie und Ellenbogen bestehen. Um bei einer schwereren Schürfwunde möglichen Infektionen vorzubeugen, sind beispielsweise eine angemessene Wundbehandlung und ein entsprechender Impfschutz wichtig.

Bücher über Erste Hilfe bei Verletzungen

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Röcken, M., Schaller, M., Sattler, E., Burgdorf, W.: Taschenatlas Dermatologie. Thieme Verlag, Stuttgart 2010

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: