Platzwunde

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. August 2017
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Platzwunden zählen zu den üblichen Verletzungen, die im Laufe eines Menschenlebens auftreten und meist problemlos und ohne Komplikationen ausheilen. Bei großflächigen Platzwunden oder solchen, die sehr stark und dauerhaft bluten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden, um eine gute Wundversorgung zu gewährleisten. Auch eine optimale Wundheilung der Platzwunde wird so sichergestellt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Platzwunde?

Als Platzwunde werden - meist stark - blutende Verletzungen der Haut bezeichnet. Diese treten besonders häufig an Körperstellen auf, an denen die Haut sehr dicht auf dem Knochen aufliegt.

Platzwunden finden sich häufig am Kopf, am Ellbogen oder am Schienbein, also überall, wo keine oder nur wenig polsternde Fettschicht vorhanden ist. Die Wundränder bei einer Platzwunde sind meist gut durchblutet, können aber je nach Art der Platzwunde auch stark zerrissen oder verschmutzt sein.

Ursachen

Eine Platzwunde entsteht, wenn die Haut des Menschen auf einen harten oder stumpfen Gegenstand auftrifft und dadurch aufplatzt. Dies wird auch als stumpfe Gewalteinwirkung bezeichnet.

Kinder und Jugendliche ziehen sich durch das Erlernen neuer Bewegungen oder sportlicher Aktivitäten und den damit verbundenen Stürzen besonders häufig eine Platzwunde zu. Doch auch ältere Menschen, die nicht mehr sicher gehen und stehen können, sind bei einem Sturz gefährdet, eine Platzwunde zu haben.

Die Ursache eines Sturzes bei älteren Menschen kann unter anderem auch ein Schlaganfall sein, weshalb eine Platzwunde in diesem Fall unbedingt abgeklärt werden muss.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Platzwunde lässt sich meist auch ohne ärztliche Hilfe relativ eindeutig diagnostizieren. Um das Ausmaß und die Tiefe der Platzwunde einschätzen zu können, ist es dennoch ratsam, einen Arzt um Rat zu fragen. Vor allem bei stark blutenden oder sehr großflächigen Platzwunden, wie sie besonders häufig am Schädel vorkommen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Der Arzt wird zunächst erfragen, wie die Platzwunde entstanden ist und anschließend abklären, wie schlimm die Verletzung ist. Nach der Einleitung einer geeigneten Behandlung sind die Heilungschancen sehr gut - vorausgesetzt, die Platzwunde infiziert sich nicht mit Keimen. In einigen Fällen entsteht im Bereich der Verletzung nach der Abheilung eine Narbe, was vor allem bei großflächigen oder tiefen Platzwunden der Fall ist.

Komplikationen

Von Platzwunden sind vor allem Kinder betroffen, die sich beim Spielen oder Radfahren verletzen. Aber auch Erwachsene ziehen sich gelegentlich eine Platzwunde zu. Bei gesunden Personen verheilen diese Verletzungen in aller Regel ohne dass es zu Komplikationen kommt. In jedem Fall sollte die Wunde aber gründlich gesäubert und anschließend mit einem Pflaster oder einem Verband abgedeckt werden, da sie sich sonst infizieren könnte.

Vorsicht ist dann geboten, wenn Schmutz oder Erde in die Wunde gelangt sind und keine Impfung gegen Wundstarrkrampf besteht. Betroffene, die nicht gegen Tetanus geimpft sind, sollten in jedem Fall auf einschlägige Symptome achten. Wer nach einer Verletzung mit offener Wunde unter Schmerzen und Muskelsteifigkeit im Kopfbereich oder unter Schluckstörungen leidet, muss sofort einen Arzt aufsuchen. Tetanus ist lebensgefährlich und muss so früh wie möglich behandelt werden.

Personen, die an Hämophilie leiden, laufen auch bei sonst harmlosen Verletzungen Gefahr, zu verbluten und sollten deshalb bei Platzwunden vorsorglich einen Arzt konsultieren.

Zu Komplikationen kann es außerdem bei Personen mit stark geschwächtem Immunsystem kommen. Hier besteht das Risiko, dass Keime, die über die offene Wunde eindringen, nicht vom Körper eliminiert werden, sondern sich vermehren und in die Organe gelangen. In diesen Fällen droht eine Blutvergiftung (Sepsis).

Behandlung & Therapie

Bei einer Platzwunde, die mit einer starken Blutung einhergeht, sollte zunächst die Blutung gestoppt werden, was beispielsweise mit Hilfe eines Druckverbandes erfolgen kann. Um keine Keime in die Platzwunde einzubringen, ist es unbedingt empfehlenswert, steriles Verbandsmaterial wie etwa Kompressen zu verwenden.

Blutet die Wunde sehr stark oder klaffen die Ränder der Platzwunde sehr weit auseinander, so ist ein Arzt- oder Krankenhausbesuch erforderlich. Dort wird die Platzwunde ärztlich untersucht und desinfiziert. Bei sehr tiefen oder großen Platzwunden kann es erforderlich sein, dass der Arzt diese klammert oder näht, um so die optimale Wundheilung zu unterstützen und Narbenbildung zu vermeiden.

Gleichzeitig wird der Arzt untersuchen, ob weitere Verletzungen wie beispielsweise Knochenbrüche im Bereich der Platzwunde entstanden sind. Auch der wichtige Tetanusschutz wird vom behandelnden Arzt überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt.

Bei kleineren, weniger stark blutenden Platzwunden bedarf es nicht unbedingt eines Arztbesuches. Es sollte dennoch unbedingt eine Desinfektion der Platzwunde erfolgen, um eine Infektion der offenen Stelle zu vermeiden. Ist die Platzwunde durch einen Sturz auf den Kopf entstanden, so ist ein Besuch des Arztes oder Krankenhauses unbedingt ratsam, um eine Gehirnerschütterung als Folge des Sturzes auszuschließen. Dort ist auch eine angemessene Versorgung der Platzwunde gewährleistet.

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Vorbeugung

Einer Platzwunde vorzubeugen gestaltet sich recht schwierig, da sich nahezu jeder Mensch im Laufe seines Lebens eine oder mehrere Platzwunden zuzieht. Die Benutzung eines Helmes und von gut sitzenden Gelenkschonern hilft, empfindliche Körperstellen vor allem bei sportlichen Aktivitäten zu schützen. Bei älteren Menschen ist die Verwendung von Gehhilfen wie beispielsweise eines Rollators empfehlenswert, um ihnen mehr Sicherheit beim Laufen zu vermitteln. Auf diese Weise kann zumindest versucht werden, einer Platzwunde vorzubeugen.

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Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Ziegenfuß, T.: Notfallmedizin. Springer, Heidelberg 2011

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