Druckverband

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. Oktober 2017
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Folgende Ausführungen geben einen Einblick in die verschiedenen Anwendungsgebiete bzw.- verfahren, Funktionen, Wirkungen und Ziele des Druckverbandes. Zudem wird auf dessen Risiken und Nebenwirkungen, sowie auf Gefahren eingegangen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Druckverband?

Als Druckverband bezeichnet man einen Verband, der mittels Kompressionen fest an der zu behandelnden Körperstelle sitzt und wesentlich dazu beiträgt, Blutungen zu stillen.

Zumeist erfolgt das Anlegen eines Druckverbandes in Form einer Erste-Hilfe-Maßnahme und soll stark blutende Partien vorläufig versorgen, da zu großer Blutverlust zu einem lebensbedrohlichen Schock oder sogar zum Tode führen kann.

Erstmals eingeführt wurde die Bezeichnung „Druckverband“ von Johann Georg Heine, einem deutschen Orthopäden. Seit 1811 gehört diese von ihm eingeführte Verbandstechnik zu den wichtigsten Erste-Hilfe-Maßnahmen und sollte im optimalen Fall von jedem Ersthelfer beherrscht werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Grundsätzlich bieten sich alle Gliedmaßen für einen Druckverband an, die fest und straff mit einer Mullbinde umwickelt werden können (vordergründig Extremitäten). Bei kleineren Körperteilen sollte darauf geachtet werden, dass großflächiger gewickelt wird, sodass der erforderliche Druck zur Blutstillung gewährleistet ist (bei einer Verletzung am Ohr beispielsweise kompletten Kopf umwickeln).

Alternativ kann ein weiterer Helfer oder der Patient selbst, sofern dies möglich, von Hand versuchen, den erforderlichen Druck auszuüben. Beim Anbringen eines Druckverbandes ist es wichtig, die betreffende Körperstelle hoch zu lagern; meist wird bei diesem Schritt bereits die Blutung etwas gehemmt. Anschließend wird die sterile Auflage der Mullbinde direkt auf die Wunde gedrückt und in zwei Kreistouren um die blutende Stelle herumgewickelt.

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Um ausreichend Druck zu erzeugen, wird in den nächsten Touren ein Verbandpäckchen (falls vorhanden, alternativ auch ein Päckchen Taschentücher oder Ähnliches) eingewickelt. Dieses wird als Druckgegenstand verwand und wird mit leichtem Druck auf die blutende Stele aufgedrückt, sodass damit die Blutstillung erreicht werden kann. Wenn der Verband angelegt ist, kann in der Folge das betroffene Körperteil heruntergenommen werden.

Von einem herkömmlich fest gewickelten Verband unterscheidet sich der Druckverband vor allem durch sein eingebrachtes Druckpolster. Dieses Polster ist vor allem beim Umwickeln von Armen und Beinen von hohem Nutzen, da es den nötigen Druck erzeugt, um die Blutung zu stoppen und da es zugleich einem Abbinden oder Abschnüren der Gliedmaßen entgegen wirkt. Zudem ist eine ausreichende Blutversorgung der behandelten Extremität gewährleistet, die enorm wichtig ist, um das Körperteil nicht nachhaltig zu schädigen.

Als Druckverband bezeichnet man einen Verband, der mittels Kompressionen fest an der zu behandelnden Körperstelle sitzt und wesentlich dazu beiträgt, Blutungen zu stillen.

In Form einer schnellen „Ersten-Hilfe“ eingesetzt, ist es dem Verband, wie bereits erläutert, möglich, die Blutung von Wunden zu stoppen, vor Bakterien und Unreinheiten zu schützen und somit einer Wundinfektion vorzubeugen. Zudem hält dieser die Wundränder auch bei Bewegung zusammen und gewährleistet eine ästhetischere Narbenbildung. Sofern ein Arzt von Nöten ist, sollte der Ersthelfer bis zu dessen Eintreffen darüber hinaus stets die Vitalfunktionen des Betroffenen prüfen und ihn auf Schock oder Unterkühlung untersuchen. Auch ist es sinnvoll, den Druckverband in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Da der Druckverband sehr einfach in Anwendung und Nutzen ist, ist es auch einem Laien möglich, mit einfachen Handgriffen einen Druckverband anlegen.

Wichtig ist es, die Situation richtig einzuschätzen und schnell und routiniert zu entscheiden. Dennoch sollte man sich einigen Risiken im Bezug auf den Druckverband bewusst sein. Der Name „Druck“verband signalisiert zwar, dass auf die Wunde ausreichend Druck zur Blutstillung angewandt werden muss, trotzdem sollte darauf geachtet werden, dass die Extremität nicht abgebunden und das Körperteil somit unterversorgt wird.

Eine weitere Nebenwirkung kann zudem sein, dass die Wunde möglicherweise durch den Verband blutet. In solch einem Fall sollte mit einem zweiten Verband nochmals umwickelt und der Druck gegebenenfalls etwas erhöht werden. Auch die Wahl des Druckpolsters kann sich als tückisch erweisen. Nimmt man für das Polster sehr saugfähiges Material, so kann es sein, dass sich dieses mit Blut füllt und später von der Wunde nur schwer zu entfernen ist.

Wichtig ist zudem, dem Umstand entsprechend auf Keimfreiheit achten und auch sich selbst eventuell durch Gummi-Einmalhandschuhe (sofern vorhanden) zu schützen um Krankheitserreger wie Hepatitis oder HIV vorzubeugen.

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Quellen

  • Müller, S.: Notfallmedizin. Thieme, Stuttgart 2011
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage. De Gruyter, Berlin 2015

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