Quetschwunden

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Quetschwunden können viele „Gesichter“ haben und kommen leider recht häufig vor. Meistens machen sie sich durch Schmerzen und durch bläulich-rote Verfärbungen und Schwellungen der Haut bemerkbar. Unter Umständen kann eine Quetschwunde jedoch auch offenliegen und daher sogar bluten und die Notwendigkeit einer schnellstmöglichen ärztlichen Versorgung mit sich ziehen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Quetschwunden

Unter einer Quetschwunde versteht man im Grunde nichts anderes, als eine durch eine Quetschung entstandene Beschädigung der Haut, des darunter befindlichen Gewebes und auch der umliegenden Muskeln und Sehnen.

Je nach der Stärke der Quetschwunde können aber auch die Knochen bei einer Quetschwunde beschädigt werden. Denn eine Quetschwunde ist noch lange nicht gleich der anderen.

Eine Quetschwunde kann also ebenso durch eine leichte Quetschung, beispielsweise durch das Einklemmen in einer Tür, Fenster oder Schublade, entstehen, als auch durch einen schweren Unfall. Etwa dann, wenn ein Körperteil von einem schweren Gegenstand eingeklemmt wird. Beste Beispiele hierfür können schwere Wunden sein, die bei einem Autounfall entstehen.

Ursachen

Quetschwunden entstehen meistens durch äußerliche Gewalteinwirkungen auf die betroffene Körperstelle. Die übergreifenden Ursachen können hier sehr vielfältig sein und von einem zu festen Handgriff an der später geschädigten Körperstelle, bis hin zu mechanischem Einwirken von außen reichen.

Ein unglücklicher Sturz kann schon genügen. Daher gehen Quetschwunden überwiegend mit anderen Verletzungen einher wie etwa Schnittwunden, Verstauchungen und Knochenbrüchen.

Da bei einer Quetschung vorwiegend die Haut und das Gewebe in Mitleidenschaft gezogen werden, weisen selbst leichte Quetschwunden schnell und oft Hämatome auf - fachsprachlich für blaue Flecken und Verfärbungen. Stärkere Quetschwunden weisen oft allerdings auch offenliegende Wunden auf, was wiederum ein höheres Infektionsrisiko mit sich bringt.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Quetschwunde

Eine Quetschwunde lässt sich meistens bereits sehr leicht mit dem bloßen Auge erkennen – auch von einem medizinischen Laien. Denn sie zeigt sich immer durch mehr oder weniger starke Hämatome, Schwellungen und auch Schmerzen.

Letztere äußern sich vor allem darin, dass die direkt betroffene Stelle der Quetschwunde sehr berührungsempfindlich ist. Oft schränkt eine Quetschwunde jedoch auch die Bewegungsfreiheit ein.

Weniger drastische Quetschwunden heilen überwiegend problemlos von selbst ab. Bei zu starken Beschwerden oder gar Wunden sollte man aber unbedingt einen Arzt aufsuchen. Denn bei einer Quetschwunde können auch starke innere Blutungen vorhanden sein.

Komplikationen

Eine Quetschwunde ist oft mit einem großen Blutverlust verbunden, der zum Schock führen kann. Liegt zusätzlich eine offene Hautverletzung vor, besteht ein erhöhtes Risiko einer Wundinfektion. In Folge von Nervenverletzungen können Sensibilitätsstörungen oder Lähmungserscheinungen in der betroffenen Region auftreten.

Ausgeprägte Quetschwunden in der Region des Unterarms oder des Unterschenkels können zum sogenannten Kompartmentsyndrom führen, bei dem es zu einem langsamen Druckanstieg im betroffenen Gewebe kommt. Dadurch wird die Blutzufuhr unterbrochen, wodurch die Muskeln, Blutgefäße und Nerven dauerhaften Schaden nehmen können. Bei schweren Verletzungen kann eine Quetschwunde eine Amputation der geschädigten Gliedmaßen notwendig machen.

Davon ab ist eine Behandlung oft auch mit Wundheilungsstörungen oder Infektionen verbunden. Vor allem offene Quetschwunden entzünden sich schnell, wenn beispielsweise eine reizende Salbe aufgetragen wird oder die Wunde nicht ausreichend gepflegt wird. Der Einsatz von Schmerzmitteln kann vereinzelt Beschwerden hervorrufen und die Betroffenen dadurch in ihrem Alltag einschränken.

Bei unerkannten Vorerkrankung und in Wechselwirkung mit anderen Medikamenten kommt es in seltenen Fällen zu ernsten Herz-Kreislauf-Beschwerden. Häufiger treten Nebenwirkungen wie Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen sowie allergische Reaktionen auf.

Behandlung & Therapie

In den meisten Fällen wird eine Quetschwunde durch Ruhe und eventuell auch durch abschwellende Mittel behandelt. Das bedeutet, dass man die betroffene Stelle bei Schwellungen beispielsweise kühlen und diese etwas ruhiger halten sollte.

Ist der Fuß betroffen, sollte man diesen also mit einem Kühlakku behandeln und einige Stunden hochlegen. Oder mindestens so lange, wie deutliche Schmerzen vorhanden sind. Zudem sind in der Apotheke zahlreiche Salben und Cremes erhältlich, die einer schnelleren Heilung von Quetschwunden zugutekommen.

Schwächere und kleinere Quetschwunden können so oft bedenkenlos selbst behandelt werden. Vorsicht ist aber geboten, wenn man einen Knochenbruch oder auch ernsthafte innere Verletzungen nicht gänzlich ausschließen kann.

Ähnlich sieht es bei offenliegenden Quetschwunden aus und bei Verletzungen, die übernatürlich lange schmerzen oder für die Heilung benötigen. Durschnittlich benötigt eine Quetschwunde zwischen zwei bis sechs Wochen, um gänzlich abheilen zu können. Hier kommt es ganz auf die Schwere der Wunde an.

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Vorbeugung

Eine Quetschwunde lässt sich nur sehr schwer vermeiden, da sie meistens durch Unfälle oder durch unbedachte Handlungen verursacht wird. Wirklich selbst tätig werden, kann man also eigentlich nur durch eine gehörige Portion Vorsicht. Bekanntlich lassen sich Verletzungen aber nicht immer vermeiden und verhindern.

Was sich allerdings verringern lässt, sind die Folgen einer Quetschwunde. Denn durch sofortiges Kühlen und Ruhigstellen der betroffenen Körperstelle lassen sich Schwellungen und Hämatome eventuell in Grenzen halten. Bei offenen Wunden muss man aber sehr vorsichtig sein. Man sollte die Wunde sofort reinigen und so gut es geht steril halten, um Entzündungen der Wunde zu vermeiden.

Bücher über Quetschwunden & Erste Hilfe

Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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