Salmonellen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. März 2017
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Salmonellen verstecken sich in Lebensmitteln wie rohem Fleisch oder Eiern, in Tierkot oder auch auf öffentlichen Toiletten. Oft genügt eine kleine hygienische Nachlässigkeit, um sich mit den Bakterien zu infizieren – die Folge ist meist eine klassische Lebensmittelvergiftung. Doch einige Salmonellenarten sind weitaus tückischer; eine Infektion kann schwerste Erkrankungen wie Typhus oder Paratyphus auslösen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Salmonellen?

Salmonellen sind eine Gattung verschiedener Bakterien, welche aus der Familie der Enterobakterien stammen und bei Menschen und Tieren Krankheiten verursachen können. Die Bakteriengattung Salmonella fasst über 2.500 Variationen, von welchen über 500 für den Menschen schädlich sind und eine sogenannte Salmonellose auslösen können.

Jene ansteckende Darmerkrankung tritt meist nach dem Genuss mit Salmonellen belasteter Lebensmittel auf; die Infektion verursacht Durchfall, Erbrechen und Übelkeit, kann in Einzelfällen jedoch auch tödlich verlaufen. Neben der auf den Magen-Darm-Trakt beschränkten Infektion, können Salmonellen zudem Auslöser weiterer schwerer Krankheiten wie Typhus und Paratyphus sein.

Doch nicht nur der Mensch, sondern auch Tiere können von den Erregern befallen werden. Zwar erfolgt eine Infektion üblicherweise über Lebensmittel oder über den Kontakt von Mensch zu Mensch, dennoch ist eine Übertragung von Tier zu Mensch nicht ausgeschlossen. Daher zählt die Salmonelleninfektion zu den sogenannten Zoonosen, jenen Krankheiten, welche zwischen Tier und Mensch übertragen werden können.

Aufgrund der leichten Übertragbarkeit besteht bei allen Erkrankungen, welche durch Salmonellen ausgelöst werden, eine weltweite Meldepflicht; dies gilt insbesondere für Ausbrüche von Typhus und Paratyphus.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Salmonellen sind stäbchenförmige Bakterien, welche weltweit verbreitet sind. Sie haben einen Durchmesser von etwa 0,7 bis zu 1,5 µm und in der Regel eine Länge von 2 bis zu 5 µm. Salmonellen gehören der Gruppe der gramnegativen Bakterien an, sie sind aktiv beweglich und besitzen einen oxidativen Energiestoffwechsel. Eng verwandt mit der Gattung Escherichia gehören Salmonellen der Familie der Enterobacteriaceae an. Sie kommen sowohl in Menschen und Tieren, aber auch außerhalb von Lebewesen vor.

Je nach Art bevölkern Salmonellen unterschiedlichste Habitate: So ist beispielsweise Salmonella enterica ssp. Arizonae hauptsächlich bei Säugetieren, bei Kaltblütern und bei Geflügel zu finden, während Salmonella Enteritidis hauptsächlich im Darm von Rindern, Enten oder Nagetieren vorkommt und bei Menschen im Falle einer Infektion eine akute Gastroenteritis auslösen kann. Salmonella Choleraesuis ist dagegen hauptsächlich im Darmtrakt des Schweins vertreten und gilt als Verursacher der Salmonellose des Schweins. Menschen können sich hiermit über den Verzehr von kontaminiertem Fleisch infizieren.

Die Art Salmonella Typhi kommt vorwiegend in subtropischen Klimazonen vor und gilt als Typhuserreger. Eine Übertragung kann hierbei durch belastete Lebensmittel sowie durch den Kontakt zu Infizierten stattfinden, auch Wasser und Fliegenkot sind Übertragungswege. Zudem bleiben in der Regel bis zu 5 Prozent aller Infizierten Dauerausscheider. Salmonella Typhimurium findet sich vorwiegend bei Vögeln und Säugetieren und führt hier zu einer meist tödlich verlaufenden Infektion des Magen-Darm-Trakts. Beim Menschen löst der Erreger die sogenannte Salmonellenenteritis, besser bekannt als Lebensmittelvergiftung, aus.

Salmonellen gehören vor allem durch ihre lange Außenüberlebbarkeit zu den tückischen Erregergruppen. Außerhalb eines tierischen oder menschlichen Körpers sind die Bakterien mehrere Wochen lang lebensfähig, in getrocknetem Kot können sie sogar über einen Zeitraum von 2,5 Jahren nachgewiesen werden. UV-Strahlung beschleunigt dagegen ihr Absterben, ebenso wie Temperaturen über 75 Grad Celsius. Einfrieren tötet die Erreger nicht ab, sondern hemmt nur ihre Vermehrung. Im sauren Milieu verenden sie dagegen verhältnismäßig rasch; die meisten Desinfektionsmittel können Salmonellen innerhalb weniger Minuten abtöten.

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Krankheiten & Beschwerden

Salmonellen sind Krankheitserreger, die den Verdauungstrakt des Menschen besiedeln und beim Erkrankten verschiedenste Symptome auslösen können. Übertragungswege gibt es dabei viele: Die wohl größte Infektionsgefahr stellen kontaminierte Lebensmittel dar, besonders auf ungekühlten Nahrungsmitteln können sich die Bakterien rasant vermehren. Häufig belastet sind daher rohes Fleisch, Rohwurstsorten, rohe Eier und Eiprodukte, welche nicht vollständig durchgegart wurden, sowie roher Kuchen- oder Keksteig. Doch auch rein pflanzliche Lebensmittel können von Salmonellen befallen sein. Eine Infektion kann jedoch auch durch mangelhafte Küchenhygiene erfolgen, beispielsweise wenn verunreinigte Messer oder Schneidebretter benutzt werden.

Eine weitere wichtige Infektionsquelle stellt die Ansteckung von Mensch zu Mensch dar. Dies kann im Rahmen einer Schmierinfektion erfolgen, ebenso bei mangelnder Hygiene. Hierbei können die Bakterien über kleinste Stuhlrückstände von Infizierten durch Handkontakt weitergetragen werden und anschließend in den Mund gelangen.

Ebenfalls möglich, wenn auch selten, ist eine Ansteckung von Tier zu Mensch. Dies ist zwar bei heimischen Tieren ungewöhnlich, gefährdet sind jedoch Reptilienhalter: Sowohl Schlangen als auch Schildkröten oder Bartagamen scheiden nicht selten Salmonellen aus – hier kann sich der Besitzer leicht über den Tierkot infizieren.

Eine Salmonelleninfektion beginnt meist mit plötzlichem Durchfall, Bauchschmerzen und Erbrechen, auch Kopfschmerzen und leichtes Fieber gehören zu den gängigen Symptomen. Meist klingen die Beschwerden zwar nach einigen Tagen von selbst ab, dennoch kann es vereinzelt auch zu schweren Krankheitsverläufen mit Blutvergiftungen und Todesfolgen kommen.

Doch auch wenn der Erkrankte sich bereits sichtbar auf dem Weg der Besserung befindet – die Ausscheidung des Erregers kann je nach Alter zwischen einem Monat und einem halben Jahr andauern; in dieser Zeit ist der Betroffene nach wie vor infektiös.

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