Wadenkrämpfe

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Jeder kennt sicherlich Wadenkrämpfe, denn fast alle Menschen leiden hin und wieder darunter. Besonders nachts wirken die Wadenkrämpfe besonders schmerzhaft, da der Betroffene seine ganze Aufmerksamkeit, auf den in der Ruhe auftretenden, starken und stechenden Schmerz gerichtet hat.

Inhaltsverzeichnis

Definition Wadenkrämpfe

Der Wadenkrampf beschreibt eine schmerzhafte Verkrampfung des Wadenmuskels im Bein des Menschen. Der Krampf tritt in der Regel spontan und einmalig auf, einige Menschen kennen allerdings auch regelmäßige Wadenkrämpfe.

Aber auch beim Sport kommt es häufig zu Wadenkrämpfen. Zumeist liegt nur eine Mangelerscheinung durch Mineralien, wie Magnesium, zugrunde und kann durch Nahrungsergänzungsmittel oder Lebensmittel die reich an Magnesium sind, schnell ausgeglichen werden.

Grundsätzlich ist ein Wadenkrampf harmlos und kann leicht sofort behandelt werden, sodass er nach einigen Sekunden bereits wieder überstanden ist. In selteneren Fällen jedoch kann der Wadenkrampf auf eine ernsthaftere Erkrankung hindeuten, die erkannt und behandelt werden muss - Indiz dafür sind häufiger vorkommende Krämpfe.

Ursachen für Wadenkrämpfe

Der Muskelkrampf und damit auch der Wadenkrampf sind vorübergehende Fehlfunktionen der Nerven, die allerdings nicht als krankhaft gelten. Die Ursache solcher Fehlfunktionen liegt in einem Ungleichgewicht der Elektrolyte bis hin zum Mangel. Besonders häufig sind Wadenkrämpfe in einem Magnesiummangel begründet, es kann aber auch ein Ungleichgewicht des Kochsalzverhältnisses im Körper vorliegen. Dies sind Mangelerscheinungen, die behandelt werden müssen.

Harmloser sind hingegen Wadenkrämpfe, die in der Nacht auftreten - sie liegen in kurzfristigeren Mangelerscheinungen begründet, die bereits am nächsten Tag wieder ausgeglichen werden können, ohne besondere Schritte und Behandlungen zu unternehmen. Solche Wadenkrämpfe sind zwar sehr schmerzhaft, haben allerdings keine krankhaften Ursachen und müssen deswegen nicht weiter behandelt werden.

Treten die Wadenkrämpfe allerdings ständig auf, wenn bereits mit Elektrolyten behandelt wird, liegt eine andere Ursache nah - meist handelt es sich um eine Hyponatriämie, bei der der Natriumgehalt des Körpers stark reduziert ist. Diese kann sich aus einer Nierenstörung oder einem hormonellen Ungleichgewicht heraus ergeben, kann aber auch das Resultat der Einnahme von Diuretika sein.

Symptome

Behandlung von Wadenkrämpfen

Wadenkrampf

Wenn Wadenkrämpfe auftreten, muss der Patient zunächst alleine Abhilfe schaffen. Der Muskel muss wieder entspannt werden, indem die Fußzehen in Richtung Scheinbein gestreckt und gedehnt werden. Dies kann noch liegend geschehen, wenn der Krampf in der Nacht aufgetreten ist. Man kann sich dazu aber auch aufsetzen und die Zehen von Hand unterstützen. Nach wenigen Sekunden sollte der Wadenkrampf wieder vorüber sein.

Wenn Wadenkrämpfe nachts häufiger auftreten, sollte Abends eine Magnesiumtablette oder Magnesiumbrausetablette eingenommen und über den Tag verteilt darauf geachtet werden, ausreichend elektrolythaltige Getränke zu sich zu nehmen. Wer lieber natürliche Mittel bevorzugt sollte Lebensmittel mit viel Magnesium in seine tägliche Ernährung aufnehmen. Dazu gehören vor allem: Vollkorn und Vollkornprodukte, Haferflocken, Hafermehl, Vollkornmehl, Erbsen, Naturreis, grünes Gemüser jeder Art, Nüsse, Bohnen und Sonnenblumkerne (auch Sesam).

Erst, wenn diese Selbstbehandlungsmaßnahmen nicht helfen, sollte der Arzt aufgesucht werden, da der Wadenkrampf womöglich eine andere Ursache hat, die man selbst noch nicht in Betracht gezogen hat.

Vorbeugung von Wadenkrämpfe

Die beste Vorbeugung gegen Wadenkrämpfe besteht darin, dem zugrundeliegenden Mangel vorzubeugen, bevor er wieder zum Wadenkrampf führen kann. Häufig liegt der Krampf an einer Mangelerscheinung und nicht etwa an einer schlimmeren Krankheit. Neben der abendlichen Magnesiumtablette sollte man über den Tag verteilt ausreichend trinken - geeignet wäre Mineralwasser, zuckerhaltige Getränke sind grundsätzlich schlechter geeignet. Ebenso empfehlen sich, die bereits erwähnten, magnesiumhaltigen Lebensmittell.

Bei nächtlich auftretenden Wadenkrämpfen kann man zum Arzt gehen und ihn um eine Empfehlung für gute Magnesiumtabletten bitten, die man allerdings auch frei erhältlich in der Apotheke oder aus der Drogerie bekommt (siehe unsere empfholene Apotheke).

Diese einfachen Maßnahmen sollten bereits helfen, den Wadenkrampf künftig zu verhindern. Wenn sie allerdings keine Erfolge bringen, sollte man sich nicht selbst weiter behandeln, da die vorausgegangenen Krämpfe eine andere Ursache haben können und nicht durch eine Mangelerscheinung bedingt sind. In diesem Fall kennt der Arzt die besten Methoden zur Vorbeugung.

Rezeptfreie Medikamente gegen Wadenkrämpfe

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Hausmittel und Kräuter gegen Wadenkrämpfe

  • Die Wirkstoffe des Baldrian beruhigen und wirken krampflösend. Ein Baldrianbad hilft bei Schlafstörungen, Nervosität oder Stress. Auf ein Vollbad gibt man drei Esslöffel Baldriantinktur oder man lässt 8 bis 12 Esslöffel Baldrianwurzeln in 3 Liter kochendem Wasser ziehen und gibt dieses dann in das Badewasser. Seine nervenberuhigende Wirkung macht dieses Bad auch zu einer Hilfe bei nervöser Haut.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Günter M. kommentierte am 26.09.2011 um 11:57 Uhr

Ich suche nach Abhilfe gegen starke nächtliche Wadenkrämpfe, von denen ich längerfristig, jedoch nicht jede Nacht, mehr oder weniger stark heimgesucht werde. Magnesium, auch Kalium oder Limptar, ein chininhaltige Medikament, zeigen keine positive Wirkung. Im voraus danke ich für diese hier gebotene Antwort.

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