Magenspiegelung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Bei der Magenspiegelung oder Gastroskopie handelt es sich um ein medizinisches Verfahren zur Untersuchung und/oder Eingriffen im Bereich des oberen Verdauungstraktes. Dazu gehören Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm. Sie wurde im 19. Jahrhundert vom Chirurg Johann Mikulicz-Radecki entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

Funktion & Ziele der Magenspiegelung

Das Ziel einer Magenspiegelung ist es für gewöhnlich, die Ursachen von Beschwerden oder Schmerzen innerhalb des Magenbereiches und der Schleimhäute der angrenzenden Speiseröhre und des Zwölffingerdarms. Dabei wird mit einem speziellen Endoskop, welches über den Mund oder wahlweise auch die Nase des Patienten eingeführt wird.

Früher schaute der Arzt direkt durch den Schlauch des Endoskops in den Magen des Patienten hinein, heute wird das vom Endoskop aufgenommene Bild meist auf einem Monitor dargestellt.

Sind die Ursachen der Magenbeschwerden geklärt, kann mittels der Magenspiegelungstechnik auch direkt ein Eingriff vorgenommen werden. Dabei kann es sich beispielsweise um Geschwüre, Schleimhautbeschwerden, Blutungen oder Verengungen in der Speiseröhre handeln. Mittels des Endoskops können dann Fremdkörper und Gewebe entnommen bzw. entfernt werden.

Anwendung

Schematische Darstellung der oralen Gastroskopie. Klicken, um zu vergrößern.
Schematische Darstellung der nasalen Gastroskopie. Klicken, um zu vergrößern.

Da die Magenspiegelung ein sowohl zeitaufwendiges als auch für den Patienten unangenehmes Verfahren ist, sollte sie nicht bei jeder Art von Bauchschmerzen oder Übelkeit in Betracht gezogen werden. Sie bietet sich aber bei bleibenden oder immer wiederkehrenden Schmerzen in der Oberbauchgegend an, bei Sodbrennen oder Durchfällen ohne sichtbaren Hintergrund sowie Verdacht auf Magengeschwüre.

Auch Schluckstörungen, andauernde Appetitlosigkeit, Erbrechen von Blut und ungewollter Gewichtsverlust zählen dazu. Je nachdem, welche medizinische Diagnose folgt, sind eventuell regelmäßige Kontrollspiegelungen nötig. Lebensrettend kann die Magenspiegelung sein, falls plötzliche Blutungen aus dem vorderen Verdauungstrakt oder der Speiseröhre auftreten – zum Beispiel durch Krampfadern in der Speiseröhre - und die Spiegelung Ursachen findet. Bei Beschwerden in der Unterbauchgegend und des Darms muss allerdings eine Darmspiegelung vorgenommen werden.

Patienten, welche eine Magenspiegelung bei sich vornehmen lassen, dürfen sechs Stunden vor Beginn des Eingriffs nichts mehr essen, da aufgrund des Nahrungsbreis im Magen das Aufspüren von Krankheitssymptomen weitgehend unmöglich gemacht wird. Meist erhalten die Patienten vorher Medikamente - vornehmlich Beruhigungsmittel, da das Einführen des Schlauches durch den Mund in den Magen als sehr unangenehm empfunden wird – und werden kurzzeitig narkotisiert. Hinzu kommen meist noch Betäubungen im Mund- und Rachenraum, um den Würgereflex zu verringern.

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Nebenwirkungen & Risiken

Die Magenspiegelung gilt als weitgehend unbedenklich und größere Komplikationen sind Ausnahmefälle. Allerdings können Patienten mit schwächerem Kreislauf und Blutdruck auf die Medikamente mit Kreislaufproblemen reagieren. Auch kann es theoretisch zum Atemstillstand kommen, dem man mit Zugabe von Sauerstoff oder auch Beatmung entgegenwirken kann. Durch genaue und gewissenhafte Überwachung kann das Auftreten solcher Atemstillstände aber mehr oder weniger vollständig verhindert werden.

Hinzu kann es passieren, dass Patienten die vor Nachlassen der Betäubung Nahrung oder Getränke zu sich nehmen diese in die Lunge einatmen und so eine Lungenentzündung hervorrufen. Auch kann es passieren, dass es bei der Behandlung mit dem Endoskop zu sogenannte Perforationen, also kleine Durchstöße in Hohlräume wie den Magen oder die Lunge, kommen kann. Ein Magendurchbruch dieser Art kann gefährliche Entzündungen der Bauchhöhle nach sich ziehen.

Dennoch ist das Risiko äußerst gering und sollte kein Grund sein, eine notwendige Magenspiegelung nicht durchführen zu lassen. Langfristige Beschwerden nach einer Magenspiegelung treten für gewöhnlich auch nicht auf, wenn es nicht zu einem der oben genannten Fälle kommt.

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Quellen

  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Lehratlas der Koloskopie: Das Referenzwerk zur Untersuchungstechnik und Befundinterpretation. Thieme, Stuttgart 2014
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

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