Biopsie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Oktober 2017
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Bei einer Biopsie handelt es sich um eine medizinische Überprüfung von Körpergewebe auf bestimmte Krankheiten, welches für diesen Zweck entnommen wird. Die Gewebeproben können von sämtlichen Körperteilen/Organen entnommen werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Biopsie?

Die Gewebeentnahme oder Biopsie wird meistens mithilfe einer Spezialnadel aus Tumoren entnommen. Die Nadel wird dabei ohne Schnitt direkt durch die Haut eingeführt. Hierbei werden die Stanz- und die Feinnadelbiopsie unterschieden. Bei beiden Biopsie-Varianten wird während einer örtlichen Betäubung die Hohlnadel zum Tumor geführt und die verdächtigen Zellen entnommen.

Um für eine Diagnose ausreichendes Zellmaterial zu bekommen, muss bei dieser Variante der Biopsie die Hohlnadel mehrfach zum Tumor gebracht werden. Die Stanzbiopsie wird fast gleichartig durchgeführt, allerdings mit Nadeln, welche über einen größeren Durchmesser verfügen.

Mit derartigen Nadeln lassen sich bereits kleinere Gewebestücke entnehmen und nicht allein einzelne Zellen. Jedoch sind auch bei dieser Art der Biopsie weitere Entnahmen sinnvoll, da so ausreichende Gewebemasse zur Untersuchung bereitsteht.

Funktion, Wirkung & Ziele

Eine Biopsie ist keineswegs der allererste Schritt in der Diagnosekette. Besteht beispielsweise Verdacht auf eine Krebserkrankung, wird vorab Ultraschall beziehungsweise eine Kernspintomografie vorgenommen.

Mittels der Biopsie kann jedoch eine vermutete Krankheit sicherer diagnostiziert werden, da das Gewebe direkt aus dem vermuteten Bereich stammt. Abgesehen von der Stanz- und Feinnadelbiopsie (Punktion) wird auch noch die Vakuumbiopsie angewandt. Hierbei wird mittels Hohlnadel Gewebe entnommen, in dessen Innern ein Vakuum vorhanden ist.

Derartige Biopsien werden zum Beispiel bei Brustgewebe angewandt. Verdächtiges Gewebe kann zudem auch mittels Skalpell (Excisionsbiopsie) oder Spezialinstrumenten wie beispielsweise Schlingen, Bürsten oder Zangen herausgeschnitten (endoskopische Biopsie) werden.

Die häufigsten Biopsien sind zum Beispiel: Die Leberbiopsie, welche zur Verlaufskontrolle oder Diagnose unterschiedlicher Lebererkrankungen dient. Eine Biopsie der Prostata wird bei Verdacht auf bösartige Prostataveränderungen (Prostatakarzinom) vorgenommen. Die Gebärmutterbiopsie, welche bei verdächtigen Veränderungen des Muttermundes (Zervixkarzinom) weiterhelfen kann. Hierbei erfolgen Zellabstriche gezielt aus dem verdächtigen Bereich.

Oftmals ist eine Operation (Konisation) notwendig, um aus der Gebärmutter eine kegelförmige Probe zu entnehmen. Bei einer Biopsie der Brust (Mammabiopsie) wird in den meisten Fällen das verdächtige Gewebe durch eine Stanzbiopsie gewonnen. Besteht Verdacht auf bösartige Hauttumore (Melanome) erfolgt eine Ausschneidung (Exzision), wobei der Tumor mit einem gewissen Sicherheitsabstand herausgeschnitten wird. So entfernt der behandelnde Arzt mit einer größtmöglichen Wahrscheinlichkeit das gesamte Tumorgewebe.

Die Biopsie ist in der Medizin die Entnahme und Untersuchung von Gewebe aus Menschen. Das entnommene Bioptat wird vom Pathologen unter dem Mikroskop untersucht.

Bereits vor einer Biopsie müssen einige wichtige Aspekte beachtet werden. Während einer Organpunktion (Feinnadelbiopsie) im Bereich des Bauches muss die betroffene Person stets nüchtern sein, sie darf somit mehrere Stunden vor der Behandlung weder etwas trinken noch essen. Besitzt die Person einen stark behaarten Bauchbereich, wird er eventuell im Bereich der Biopsie rasiert.

Der behandelnde Arzt überprüft mittels einer Blutuntersuchung die aktuellen Gerinnungswerte. Auf Wunsch darf der Patient bevor die Biopsie beginnt ein Schmerz- und Beruhigungsmittel einnehmen. Beginnt die Behandlung, bestimmt der Arzt mittels Ultraschall, endoskopischer oder radiologischer Methode die exakte Gewebelage.

Unmittelbar nach der lokalen Betäubung und Desinfektion des Hautbereiches sowie eventuell der entsprechenden Organteile, wird eine beziehungsweise mehrere Proben entnommen. Danach erfolgt die Untersuchung innerhalb eines spezialisierten Labors.

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Risiken & Gefahren

Während einer Biopsie treten in den seltensten Fällen nachfolgende Komplikationen auf: Infektionen unterschiedlichster Art, Blutungen (darum vorab die Gerinnungsprüfung) innerhalb des Bereiches der Biopsie, eine Verletzung der benachbarten Gewebestrukturen sowie anderer naheliegender Organe.

Sehr selten treten Herz-/Kreislaufstörungen wie auch Atemstörungen auf, welche auf die Gabe der Schmerz- beziehungsweise Beruhigungsmittel zurückzuführen sind. Als Nebenwirkung spielt die Tumorzellenstreuung nur selten eine Rolle. Die Biopsie ist bei jeder Variante nur ein relativ geringfügiger Eingriff.

Biopsien gelten somit, abgesehen von einer eventuell erforderlichen Betäubung, als gering belastend. Bisherige Untersuchungen ergaben, dass mittels einer Biopsie verschleppte Tumorzellen in anderen Bereichen des betroffenen Körpers nur äußerst selten erneut anwachsen können. Obwohl zum Beispiel bei Brust-/Prostatakrebs während der Diagnose die meisten Biopsien erstellt werden, deuten keinerlei Hinweise auf verschleppte Tumorzellen hin.

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Quellen

  • Böcker, W. et al.: Pathologie. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2008
  • Emminger, H., Kia, T. (Hrsg.): Exaplan – Das Kompendium der klinischen Medizin. Urban & Fischer, München 2010
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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