Gebärmutter

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Die Gebärmutter (fachsprachlich: Uterus) ist ein Organ im weiblichen Becken. Sie dient im Falle einer Schwangerschaft als Fruchthalter. Darüber hinaus beeinflusst die Gebärmutter das sexuelle Empfinden der Frau und ihren Hormonhaushalt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Gebärmutter?

Die Gebärmutter ist ein muskulöses Hohlorgan, das näherungsweise die Größe und Form einer auf dem Kopf stehenden Birne besitzt. Außerhalb einer Schwangerschaft misst sie in der Länge 7-9 cm, in der Breite ca. 5 cm. Ihr Gewicht variiert zwischen 30 und 120 g.

Die Gebärmutter zählt zu den inneren Geschlechtsorganen der Frau. Sie liegt außerhalb des Bauchfells (extraperitoneal) zwischen Blase und Mastdarm. Durch einen Halteapparat aus verschiedenen Bändern und den muskulösen Beckenboden wird die Gebärmutter in Position gehalten.

Normalerweise ist die Gebärmutter gegenüber der Vagina leicht nach vorne geneigt (Anteversio) und in sich nach vorne geknickt (Anteflexio).

Anatomie & Aufbau

An der Gebärmutter werden verschiedene anatomische Abschnitte unterschieden: Das obere Ende heißt Gebärmutterfundus (Fundus uteri) - hier mündet seitlich jeweils ein Eileiter ein. Nach unten schließt sich der Gebärmutterkörper (Corpus uteri) an. Dieser verschmälert sich schließlich zum Gebärmutteristhmus (Isthmus uteri) und zum Gebärmutterhals (Cervix uteri).

Als unteres Ende der Gebärmutter ragt der Muttermund (Portio vaginalis uteri) in das Scheidengewölbe. Die Wand der Gebärmutter zeigt einen dreischichtigen Aufbau: Das äußere Perimetrium ist von Bauchfell überzogen. Die mittlere und zugleich dickste Schicht, das Myometrium, besteht aus glatter Muskulatur.

Innen findet sich das Endometrium, eine Schleimhautschicht, die starken hormonellen Veränderungen unterworfen ist. Die Schleimhaut am Gebärmutterausgang unterscheidet sich stark von der Schleimhaut in ihrem Hauptkörper.

Funktionen & Aufgaben

Die Anatomie der weiblichen Geschlechts- und Fortpflanzungsorgane zeigt deutlich die Gebärmutter und die Eierstöcke.

In erster Linie dient die Gebärmutter als Fruchthalter im Falle einer Schwangerschaft. Bei gebärfähigen Frauen bereitet sich die Gebärmutterschleimhaut in jedem Menstruationszyklus darauf vor, eine befruchtete Eizelle aufzunehmen.

Findet keine Befruchtung statt, werden die überflüssigen Schleimhautanteile in der Monatsblutung wieder abgestoßen. Nistet sich hingegen eine befruchtete Eizelle ein, wächst das Endometrium, durch Hormone gesteuert, weiter an und lagert Nährstoffe ein, sodass die Gebärmutter den heranwachsenden Embryo beherbergen und ernähren kann. Dabei kann die Gebärmutter im Laufe der Schwangerschaft auf das 20 bis 30fache ihrer Normalgröße anwachsen.

Diese enorme Vergrößerungsfähigkeit ermöglichen ihre speziellen spiralförmigen Muskelfasern. Beim Geburtsvorgang leistet die kräftige Muskulatur der Gebärmutter außerdem die Austreibung des Kindes. Inzwischen weiß die Medizin, dass die Gebärmutter nicht nur im Rahmen einer Schwangerschaft bedeutsam ist, sondern auch für das Sexualleben einer Frau. Kontraktionen der Gebärmutter spielen für die weibliche Orgasmusfähigkeit eine Rolle.

Zusätzlich hat der Zervixschleim Anteil an der Befeuchtung der Vagina. Patientinnen, denen die Gebärmutter entfernt wurde, erleben neben sexuellen Funktionsstörungen häufig Depressionen und eine früher einsetzende Menopause. Daher wird vermutet, dass die Gebärmutter auch die Hormonproduktion der Eierstöcke beeinflusst.

Krankheiten

Erkrankungen der Gebärmutter werden als Metropathien bezeichnet. Eine bekannte Erkrankung ist der Gebärmutterhalskrebs (das Zervixkarzinom). Gebärmutterhalskrebs ist global gesehen der zweithäufigste bösartige Tumor bei Frauen und häufig auf eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) zurückzuführen.

Der routinemäßig durchgeführte Pap-Test bei gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen dient der Früherkennung, die HPV-Impfung der Prävention des Zervixkarzinoms. Auch in der Schleimhaut des Gebärmutterkörpers entstehen häufig Tumore. Diese werden als Endometriumkarzinom bezeichnet und treten in Deutschland sogar etwa doppelt so oft auf wie das Zervixkarzinom. Erstsymptom sind Schmierblutungen oder fleischwasserfarbener Ausfluss.

Sehr verbreitet, aber in der Regel gutartig sind Wucherungen der Gebärmuttermuskulatur (Myome). Neben Tumorerkrankungen existieren verschiedene angeborene Gebärmutterfehlbildungen. Diese gehen darauf zurück, dass die Gebärmutter embryonal aus der Verschmelzung zweier sogennanter Müller-Gänge entsteht. Erfolgt diese Verschmelzung nicht oder nur partiell, entstehen Anomalien, die auch die Fertilität beeinflussen.

Bei älteren Frauen sinkt die Gebärmutter häufig aufgrund einer Schwäche des Beckenbodens ab. Im Extremfall kommt es zum Gebärmuttervorfall (Uterusprolaps). Eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) wird in Deutschland sehr oft durchgeführt: Sie ist die zweithäufigste Operation bei 40 bis 49-jährigen Frauen und macht ca. 50% aller insgesamt ausgeführten gynäkologischen Operationen aus.

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