Blutwurz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Bei der Blutwurz handelt es sich um ein Rosengewächs. Die Pflanze lässt sich auch als Heilkraut verwenden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Blutwurz

Als Blutwurz (Potentilla erecta) wird eine Heilpflanze bezeichnet, die zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) zählt. Sie ist auch unter den Bezeichnungen Tormentill, Durmentill, Siebenfinger, Rotwurz, Natternwurz oder Ruhrwurz bekannt.

Die Bezeichnung Blutwurz wird auf die blutrote Verfärbung der Pflanzenwurzeln bei deren Anritzen zurückgeführt. Das Rosengewächs erreicht eine Wuchshöhe von ca. 30 Zentimetern. Ein typisches Merkmal der Pflanze sind ihre leuchtend gelben Blüten. Der Wurzelstock ist in seinem Innern rot gefärbt und zeigt sich von außen dunkelbraun. Von der Blutwurz werden mehrere Stängel ausgetrieben. An diesen befinden sich die gezähnten Blätter.

Die Blütezeit der Blutwurz findet zwischen Juni und August statt. Die Heimat der Pflanze liegt in Nord- und Mitteleuropa, aber auch im Westen von Asien ist sie zu finden. Am liebsten gedeiht die Pflanze auf Wiesen, in lichten Wäldern und auf sonnigen Plätzen. Damit sie gut wachsen kann, sollte es nicht zu warm sein. Die Blutwurz verfügt über mehrere Inhaltsstoffe, die sich therapeutisch nutzen lassen.

Dazu gehören in erster Linie die Gerbstoffe (Tannine). 15 bis 20 Prozent der Gerbstoffe entstammen dem Catechintyp. Außerdem sind das Glykosid Tormentillin sowie Flavonoide und ätherische Öle enthalten. Zu den übrigen Inhaltsstoffen gehören Saponine, Phenolkarbonsäure, Gummi, Harz sowie der Farbstoff Tormentol.

Wirkung & Anwendung

Die Pflanzenheilkunde verwendet die Gerbstoffe, die in der Wurzel der Blutwurz vorkommen, für therapeutische Zwecke. Nach dem Einsammeln der Pflanze wird zunächst die Wurzel zerkleinert. Anschließend werden die wirksamen Arzneistoffe mithilfe von Alkohol hinausgezogen. Die Gerbstoffe der Blutwurz haben eine zusammenziehende (adstringierende) Wirkung. Außerdem verfügen sie über die Eigenschaft, die Struktur von Eiweißen zu verändern. Dies führt zu einer Verfestigung oder oberen Haut- und Schleimhautschichten.

Auf diese Weise kommt ein blutstillender Effekt zustande, wodurch sich wiederum Wunden abdichten lassen. Ferner erschwert die Blutwurz das Eindringen von Bakterien in die Haut beziehungsweise Schleimhaut. Nervensignale werden von der Haut schwächer weitergeleitet. Dieser Umstand kann sich positiv bei Juckreiz auswirken. Des Weiteren verfügt die Heilpflanze über eine antibakterielle, entgiftende, krampflösende und immunstimulierende Wirkung.

Die Bezeichnung Blutwurz wird auf die blutrote Verfärbung der Pflanzenwurzeln bei deren Anritzen zurückgeführt. Das Rosengewächs erreicht eine Wuchshöhe von ca. 30 Zentimetern.

Verabreichen lässt sich die Blutwurz auf unterschiedliche Weise. So kann sie unter anderem als Tee eingenommen werden. Um diesen zu brühen, werden ein oder zwei Tassen mit heißem, gekochtem Wasser auf die Blutwurz gegeben. Danach zieht der Tee noch zehn Minuten. Nach dem Abseihen kann der Patient pro Tag ein bis drei Teetassen zu sich nehmen.

Es wird empfohlen, nach einer Therapiedauer von sechs Wochen, eine Pause vom Blutwurz-Tee zu nehmen. Stattdessen trinkt der Anwender einen anderen Tee, der über eine ähnliche Wirkung verfügt. Nach dieser Pause lässt sich der Blutwurz-Tee erneut darreichen.

Eine weitere Anwendungsmöglichkeit besteht in der Gabe einer Blutwurz-Tinktur. Diese lässt sich auch selbst herstellen. Zu diesem Zweck wird die Blutwurz in ein Schraubdeckelglas gefüllt. Anschließend übergießt der Anwender sämtliche Pflanzenteile mit Weingeist oder Doppelkorn. Nach dem Verschließen des Glases bleibt diese Mischung zum Ziehen sechs bis acht Wochen stehen. Später wird die Mischung abgeseiht und in eine dunkle Flasche gefüllt. Die Dosis zur Anwendung der Tinktur liegt bei 10 bis 50 Tropfen täglich. Es ist auch möglich, die Tinktur mit Wasser zu verdünnen.

Auch äußerlich lässt sich die Blutwurz anwenden. So können die Tinktur oder der Blutwurz-Tee in Form von Waschungen, Umschlägen oder Bädern zum Einsatz gelangen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die therapeutische Wirksamkeit der Blutwurz war bereits im Mittelalter bekannt. Seinerzeit galt die Heilpflanze sogar als wirksames Mittel gegen die gefürchtete Pest. Hildegard von Bingen (1098-1179) empfahl sie zur Behandlung von Durchfall. Auch in der heutigen Zeit kommt die Blutwurz gegen akute, unspezifische Durchfallerkrankungen wie Reisedurchfall zur Anwendung. Außerdem eignet sie sich zur Therapie der Bakterienruhr, die von den Shigellen-Bakterien verursacht wird.

Weitere Einsatzgebiete im Magen-Darmbereich sind Darmkrämpfe, Blutungen im Enddarm sowie ein sogenannter Reizdarm. Aufgrund ihres hohen Anteils an Gerbstoffen wird die Pflanze häufig verwendet, um Entzündungen in Mund- und Rachenraum wie eine Rachenentzündung, Mundschleimhautentzündung, Zahnfleischentzündung oder Halsschmerzen zu behandeln. Zu diesem Zweck spült der Patient seinen Mund mit dem Blutwurz-Tee oder der Tinktur aus.

Es gibt auch einige äußerliche Beschwerden, die sich mit der Blutwurz therapieren lassen. Dazu gehören Wunden, Blutungen sowie diverse Hauterkrankungen. Auch gegen Appetitlosigkeit, Abwehrschwäche, Fieber, rheumatische Erkrankungen, Gicht, eine Bindehautentzündung des Auges, Hämorrhoiden, Afterjucken, Quetschungen oder Verbrennungen gilt eine Behandlung mit der Pflanze als sinnvoll.

Da der Blutwurz nachgesagt wird, den Blutzuckerspiegel zu senken, lässt sie sich auch begleitend zur Behandlung von Diabetes mellitus verwenden. Ein weiteres Anwendungsgebiet stellen Frauenleiden dar. So kann die Blutwurz gegen Blutungen der Gebärmutter oder zu intensive Menstruationsblutungen zum Einsatz kommen. Außerdem fördert sie die Menstruation der Frau. In der Homöopathie wird die Blutwurz eher selten eingesetzt. Dort dient sie zur Behandlung von akuten oder chronischen Darmbeschwerden.

Nicht geeignet ist eine Behandlung mit der Blutwurz, wenn der Patient auf ihre Einnahme mit Übelkeit oder anderen Magenbeschwerden reagiert. In diesem Fall sollte der Patient von einer Therapie mit der Pflanze absehen. Auch von einer gleichzeitigen Anwendung mit weiteren Medikamenten wird abgeraten.

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