Sehnenscheidenentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. September 2017
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Eine Sehnenscheidenentzündung (Tendovaginitis) oder Sehnenentzündung ist eine Entzündung der Sehnen im Gewebe. Häufig entsteht eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk, da die Hände durch Arbeit und Sport vielseitig benutzt und daher auch überlastet werden. Aber auch einfache Tätigkeiten, wie Schreiben, Computerspielen und arbieten am Computer können auf lange Sicht für einen Sehnenscheidenentzündung sorgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sehnenscheidenentzündung?

Bei einer Sehnenscheidenentzündung handelt es sich um eine völlige Überreizung der Sehnen, die mit großem Schmerzpotential in dem Arm auftritt, der vorwiegend benutzt wird. Bei einem Rechtshänder ist es somit der rechte Arm und umgekehrt. Eine Sehnenscheidenentzündung kann allerdings für den Fall der Überanstrengung durchaus auch in einem Bein auftreten.

Die Sehnenscheidenentzündung gehört zu den sehr schmerzhaften Entzündungen des Bewegungsapparates. Sie kann üblicherweise nur durch rigorose Ruhigstellung des betroffenen Körperteils geheilt werden. Solange der betroffene Körperteil jedoch zu zittern beginnt, sobald es benutzt wird, gilt eine Sehnenscheidenentzündung keinesfalls als ausgeheilt. Sofern die Schmerzen der Sehnenscheidenentzündung weiter anhalten, gilt selbstverständlich das Gleiche.

Ursachen

Die Sehnenscheidenentzündung entsteht üblicherweise durch eine massive und dauerhaft anhaltende Überanstrengung. Eine Sehnenscheidenentzündung kann beim häufigen Häkeln und Stricken oder bei sonstigen Handarbeiten ebenso entstehen, wie nach stundenlangem Tippen auf einer Tastatur. Aber auch das tendenziell verkrampfte Schreiben mit einem klassischen Stift kann durchaus zu einer Sehnenscheidenentzündung führen.

Gleiches gilt für relativ monotone Tätigkeiten, wie zum Beispiel das Verputzen von Wänden oder das Sägen von Holz. Nicht zuletzt der Tennis-Sport führt sehr häufig durch falsche Haltung des Schlägers zu einer Sehnenscheidenentzündung. Daher stammt auch die irrtümliche aber dennoch weit verbreitete Bezeichnung "Tennis-Arm" für die Sehnenscheidenentzündung. Grundsätzlich gilt: Jede tendenziell gleichartige und immer wiederholte Bewegung kann durch eine falsche Haltung oder zu wenige Pausen und Entspannungsphasen zu einer sehr schmerzhaften Sehnenscheidenentzündung führen.

Eine Sehnenscheidenentzündung kann nur mit absoluter Ruhe und dauerhafter Erholung kuriert werden. Es ist also sinnvoll, regelmäßig Pausen einzulegen, bevor es überhaupt zu einer Sehnenscheidenentzündung kommt.

Typische Symptome & Anzeichen

Komplikationen

In den meisten Fällen nimmt eine Sehnenscheidenentzündung einen günstigen Verlauf. Die Gefahr von Komplikationen besteht allerdings, wenn die Erkrankung zu spät erkannt und therapiert wird. So ist es möglich, dass die Entzündung einen chronischen Verlauf nimmt.

Manche chronische Formen der Sehnenscheidenentzündung sind derart kompliziert, dass selbst eine medizinische Behandlung nur unzureichend Abhilfe schaffen kann. Wird ein Zusammenhang zwischen Erkrankung und Arbeitsplatz festgestellt, kann sogar die Anerkennung einer Berufskrankheit erfolgen. In solchen Fällen sind die Patienten gezwungen, sich auf andere Werkzeuge umzustellen oder einer neuen Arbeitstätigkeit nachzugehen.

Bei manchen Betroffenen sind krankheitsbedingt auch psychotherapeutische Behandlungen notwendig. Nimmt die Sehnenscheidenentzündung einen chronischen Verlauf, ist in der Medizin auch von einer RSI (Repetitive Strain Injury) die Rede. Dieses Krankheitsbild wird von den immerselben Belastungen hevorgerufen, die sich ständig wiederholen.

Zeigt sich die Sehnenscheidenentzündung an der Hand beziehungsweise den Fingerbeugesehnenscheiden, kann dies einen schnellenden Finger zur Folge haben. Ärzte sprechen dann auch von einer Tendovaginitis stenosans. Bei diesem Vorgang findet das Verdicken der Sehnenscheiden, die zur Fingerbeugemuskulatur gehören, statt. Besonders betroffen von solchen Verdickungen ist das Fingergrundgelenk, das sich auf der Handinnenseite befindet.

Muss die Sehnenscheidenentzündung operativ behandelt werden, drohen ebenfalls Komplikationen. Dazu gehören in erster Linie versehentliche Verletzungen der Nerven, das Wachsen eines Nervs im Narbengewebe sowie eine Entzündung der Operationswunde.

Behandlung & Therapie

Infogramm zu den zur Anatomie, Lage und Entzündungsbereichen bei Sehnenscheidenentzündung. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Meist wird für den Fall, dass eine Sehnenscheidenentzündung diagnostiziert wurde, ein Gips angelegt. Dadurch soll erreicht werden, dass jede Form der Belastung verhindert wird, solange die Sehnenscheidenentzündung anhält. Eine Sehnenscheidenentzündung kann unterstützend mit Bestrahlungen behandelt und dadurch oftmals sogar etwas beruhigt werden. Wenn diese Behandlungsmethode angezeigt ist, kann statt des geschlossenen Gips’ auch eine Gips-Schiene angefertigt und jeweils nach einer Behandlung wieder angelegt werden.

Schienen aus leichteren Kunststoffen werden jedoch ebenso häufig verwendet, um den Arm während einer Sehnenscheidenentzündung zwar ruhig stellen aber dennoch direkte Bestrahlungen durchführen zu können. Außerdem werden beruhigende Salben, die die erkrankten Sehnen entspannen und mit Wärme versorgen, verabreicht.

Die regelmäßige leichte Massage der betroffenen Körperpartien mit diesen Salben lindern die durch eine Sehnenscheidenentzündung hervorgerufenen Schmerzen ebenfalls. Eine Sehnenscheidenentzündung die nicht ausgeheilt ist, bevor das Körperteil wieder belastet wird, steht sozusagen auf dem Sprung: Sie wird sich sofort wieder bemerkbar machen. Ärztlicher Rat ist unbedingt notwendig, bevor Sport oder Arbeit wieder aufgenommen werden.

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Vorbeugung

Um einer Sehnenscheidenentzündung vorzubeugen kann es sehr sinnvoll sein, beispielsweise die Muskulatur in dem Arm, dessen Einsatz übermäßig benötigt wird, mit einem so genannten Hand-Expander zu stärken.

Mit dieser Maßnahme sollte jedoch frühestens begonnen werden, wenn eine bereits eingetretene Sehnenscheidenentzündung definitiv abgeheilt ist.

Eine weitere Form der Vorbeugung gegen eine Sehnenscheidenentzündung besteht darin, ein Handwerk oder eine Sportart durch einen Fachmann oder Trainer richtig zu erlernen.

Nur das korrekte Erlernen der erforderlichen Bewegungen kann verhindern, dass der Arm falsch eingesetzt wird. Dieses würde zwangsläufig in kürzester Zeit zu einer möglicherweise erneuten Sehnenscheidenentzündung führen.

Bücher über Sehnenscheidenentzündung

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Krämer, J., Grifka, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2013
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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