Sonnenhut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Der Sonnenhut, auch Echinacea genannt, ist eine Heilpflanze, die sowohl in der Erfahrungsheilkunde als auch in der modernen Medizin eingesetzt wird. Sie ist vor allem für ihre immunstimulierende Wirkung bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Sonnenhut

Als Heilpflanze findet in Deutschland vor allem Echinacea purpurea, der purpurfarbene oder auch rote Sonnenhut Verwendung. Er gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und ist im zentralen und östlichen Teil Nordamerikas beheimatet. Der Name Echinacea leitet sich vom griechischen „echinos“ für Igel ab.

Diesen Namen verdankt der Sonnenhut seinem stacheligen Fruchtboden, denn die rötlich purpurfarbenen Spreublätter auf den Blütenstandsböden wirken wie kleine Igelstacheln. An den Blütenkörben sitzen bis zu 300 ebenfalls purpurfarbene Röhrenblüten. Echinacea-Pflanzen sind sehr krautige Pflanzen, die bis zu 140cm groß werden können. Ihre lanzettenförmigen, dunkelgrünen Blätter sind gestielt und rauhaarig. Blütezeit ist von Anfang August bis Oktober.

Wirkung & Anwendung

Echinacea ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. So gilt die Pflanze als Quelle für Niacin, Eisen, Magnesium, Selen, Silizium und Zink. Hauptwirkstoffe sind jedoch Alkylamide, Kaffeesäurederivate, Polysaccharide und ätherische Öle. Echinacea ist ein sogenannter Immunstimulator. Er steigert die Anzahl der Leukozyten, also der weißen Blutkörperchen und regt zudem die Vermehrung von Milzzellen an.

Echinacea sorgt für die Aktivierung von Fresszellen (Phagozyten), insbesondere von den sogenannten neutrophilen Granulozyten. Sie sind Teil der unspezifischen Abwehr des Immunsystems und zuständig für das Unschädlichmachen und Entfernen von Krankheitserregern wie Bakterien. Auch auf die T-Helferzellen hat das Kraut einen positiven Einfluss. Diese Zellen sind nötig, damit Krankheitserreger schnell erkannt und bekämpft werden können.

Erst im Jahre 1959 auf dem Internationalen Botanischen Kongress wurde der Name Echinacea allgemeingültig.

Der Sonnenhut wirkt also anregend auf das Immunsystem und gilt als starker Helfer bei Abwehrproblemen. Zudem werden auch antibakterielle und antivirale Effekte unter Forschern diskutiert. Im Normalfall erfolgt der Einsatz von Echinacea-Präparaten vorbeugend um Viren und Bakterien erst gar keine Angriffsfläche zu geben. Eine kurweise Anwendung hat sich bewährt. Bei einer Langzeiteinnahme kann es zu einer Abschwächung der Wirkung oder zu allergischen Reaktionen kommen.

In der Volksheilkunde wird Echinacea gerne als Tee zubereitet. Dafür wird das frische, gereinigte und klein geschnittene Kraut mit heißem Wasser übergossen. Der Aufguss sollte dann zehn Minuten zugedeckt ziehen. Für eine große Tasse Tee (250ml) werden etwa zwei Esslöffel Pflanzenmaterial benötigt. Bis zu drei Mal täglich sollte eine Tasse des Tees getrunken werden, und zwar bis die Beschwerden nachlassen.

Auch die Sonnenhutsalbe wird in der Erfahrungsheilkunde gerne bei wunder Haut oder schlecht heilenden oberflächlichen Wunden genutzt. Hierfür werden zehn Gramm Sonnenhuturtinktur mit 90 Gramm einer wasserhaltigen Salbe vermischt. Beide Komponenten sind in der Apotheke erhältlich. Die Salbe sollte mehrmals täglich auf die wunde Haut aufgetragen werden.

Natürlich ist der Sonnenhut auch in zahlreichen Varianten als Fertigarzneimittel erhältlich. Die Pflanzen für die deutschen Arzneimittel werden vornehmlich in Mittel- und Unterfranken kultiviert. Verwendet werden das frische Kraut und die getrocknete Wurzel. Aus dem frischen Kraut wird ein Presssaft hergestellt. Die Kräuter werden in der Regel nicht getrocknet und als Tee verkauft, da die Wirkstoffkonzentration für eine Teeanwendung aus getrocknetem Sonnenhut zu gering ist.

Das Extrakt des Sonnenhuts ist in Form von Presssaft, Tropfen, Tabletten, Salben, Lutschtabletten oder Kapseln von diversen Firmen erhältlich. In der Homöopathie wird nicht der purpurfarbene Sonnenhut verwendet, sondern sein schmalblättriger Verwandter Echinacea angustifolia. Die Indikationen sind jedoch ähnlich: Erkältung, Grippe, fieberhafte Infekte, Furunkel, Entzündungen, Fieber und Abwehrschwäche.

Wie schon erwähnt wird Echinacea wegen seiner immunstimulierenden, antibakteriellen und antiviralen Wirkung gerne bei chronischen Infekten oder als Prävention vor Erkrankungen eingesetzt. Aufgrund eben dieser anregenden Wirkung auf das Immunsystem darf der Sonnenhut nicht bei Autoimmunerkrankungen wie multipler Sklerose oder Kollagenosen angewendet werden. Auch bei Tuberkulose, AIDS, HIV-Infektion oder Leukämie sollte auf Präparate aus Echinacea verzichtet werden. Wer unter einer Allergie gegen Korbblütler leidet sollte ebenfalls lieber auf andere Arzneimittel zurückgreifen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die heilende Wirkung des Sonnenhuts macht man sich bereits seit Jahrhunderten zunutze. Erstmalig als Heilpflanze erwähnt wurde der Sonnenhut im Jahre 1762. Schon damals wurde Rudbeckia purpurea, wie der Sonnenhut damals noch hieß, bei Tieren mit schlecht heilenden Wunden verwendet. Lange Zeit wurde der Sonnenhut auch unter dem Namen Brauneria als Heilpflanze genutzt.

Erst im Jahre 1959 auf dem Internationalen Botanischen Kongress wurde der Name Echinacea allgemeingültig. In Amerika ließ das Interesse an der Heilpflanze nach, in Europa hingegen schenkte man ihr immer mehr Beachtung. So widmete Dr. Gerhard Madaus ihr 1924 ein eigenes Kapitel in seinem „Lehrbuch der biologischen Heilmittel“. Aufgrund dieses Buches stieg die Nachfrage nach dem Sonnenhut in Europa so stark an, dass es zu Lieferengpässen bei der Frischpflanzentinktur kam. Daraufhin wurde auch in Deutschland der Sonnenhut als Arzneipflanze angebaut.

Mittlerweile ist die Pflanze fester Bestandteil vieler abwehrstärkender Präparate und wird sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von vielen Erkrankungen eingesetzt. Die Kommision E, eine Sachverständigenkommission für pflanzliche Arzneimittel, die zum Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte gehört, bewertet das frische Kraut von Echinacea purpurea als positiv.

Sie empfiehlt die Einnahme des Frischpflanzensafts sowie dessen galenische Zubereitungen, also Tabletten, Kapseln und dergleichen zur unterstützenden Behandlung bei rezidivierenden Infekten im Bereich der Atemwege und der ableitenden Harnwege. Auch die äußere Anwendung bei schlecht heilenden Wunden wird von der Expertenkommission empfohlen.

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