Laryngitis gastrica

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Oktober 2017
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Bei der Laryngitis gastrica handelt es sich um eine Kehlkopfentzündung, die durch einen Reflux von Magensäure verursacht wird. In der Regel tritt die Erkrankung daher als Symptom der Reflux-Krankheit auf. Zu Behandlung finden diätische Maßnahmen und medikamentöse Protonenpumpenhemmer Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Laryngitis gastrica?

Die Laryngitis ist eine Entzündung in den Schleimhäuten des Kehlkopfes. Diese Entzündung kann sowohl akut verlaufen oder chronisch vorliegen. Sowohl Kinder, als auch Erwachsene können daran erkranken. In der Regel ist eine Laryngitis entweder bakteriell oder viral. Bei der Sonderform der Laryngitis gastrica sind aber weder Bakterien, noch Viren die Auslöser der Entzündung. Auch chemische Reize oder Stimmbelastungen sind bei der Larygitis gastrica nicht für die entzündeten Schleimhäute am Kehlkopf verantwortlich. Stattdessen wird der Kehlkopf bei dieser Erkrankung von rückfließendem Magensaft angegriffen.

Dieses Phänomen ist ein Symptom der Reflux-Krankheit, sodass die Laryngitis gastrica im Rahmen dieser Erkrankung in aller Regel als Begleitsymptom auftritt. Die Reflux-Krankheit ist wegen der Ernährungsgewohnheiten in einer Wohlstandsgesellschaft eine relativ häufige Erkrankung. Rund 20 Prozent der US-Amerikaner sind von einem Reflux bis in den Hals betroffen. Bei fast der Hälfte von ihnen lag bereits eine Laryngitis gastrica vor.

Ursachen

In der Speiseröhre sind Schließmuskeln vorhanden, die den Mageninhalt durch den sogenannten Ruhedruck vom Wiederaufsteigen in den Rachenraum abhalten. Nur beim Schlucken ist der untere Schließmuskel der Speiseröhre entspannt. Wenn dieser Schließmuskel beschädigt ist, entsteht ein Reflux. Wenn zusätzlich die Peristaltik gestört ist, kommt es zu einem übermäßig langen Kontakt zwischen Schleimhäuten und Magensäure. Das kann Entzündungen im Bereich des Kehlkopfes hervorrufen.

Die Ursachen dafür können verschiedener Art sein. Die Ess- und Trinkgewohnheiten der Patienten spielen zum Beispiel eine Rolle. Scharfe Speisen, fetthaltige Nahrungsmittel und Kaffee werden als Risikofaktoren für die Reflux-Krankheit beurteilt. Ebenso kann ein Zwerchfellbruch in eine Erschlaffung des Speiseröhrenschließmuskels und in Störungen der Speiseröhrenperistaltik münden. Auch Erkrankungen mit übermäßiger Magensäurebildung kommen als Ursache infrage, so zum Beispiel das Zollinger-Ellison-Syndrom. Ebenso denkbare Ursachen sind allgemeine Muskelschwächen, Medikamente oder Stress.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das Hauptsymptom einer Laryngitis gastrica sind Stimmstörungen. Heiserkeit gehört zu den wichtigsten Veränderungen, aber auch unreiner, belegter oder gar tonloser Stimmklang können sich einstellen. In aller Regel ruft eine Kehlkopfentzündung Schmerzen hervor. Diese Schmerzen reichen von einem allgemein wunden Gefühl im Hals bis hin zu einem unerträglichen Kratzen. Es besteht meist dauerhaft der Drang zu husten, wobei die Patienten vor allem von trockenem Husten berichten.

Manchmal stellt sich zusätzlich Fieber ein. In Extremfällen schwillt die Schleimhaut des Kehlkopfes stark an, drückt auf die Luftröhre und ruft Atemnot hervor. Im Mund breitet sich aufgrund der Magensäure ein bitterer Geschmack aus und Sodbrennen entsteht. Einige Patienten klagen zusätzlich über ein Globusgefühl, das sich während des Essens und Trinkens in Schluckstörungen bemerkbar macht.

Diese Schluckstörungen müssen nicht tatsächlich vorliegen, sondern können auch dem subjektiven Empfinden der Betroffenen zuschulden sein. Besonders in der Nacht stellen sich die Reflux-Symptome ein.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um die Diagnose Laryngitis gastrica zu stellen, wird neben einer Endoskopie und einer Magenspiegelung in der Regel eine 24h-pH-Metrie durchgeführt. Die dazu verwendeten Sonden haben einen Messpunkt im Hypopharynx, der den Reflux in der betroffenen Region erfasst. In einem lupenlaryngoskopischen Bild äußert sich diese Art der Kehlkopfentzündung in Hyperplasien der hinteren Kehlkopfschleimhäute.

Die Färbung der entzündeten Bereiche ist relativ hell und die Struktur ist gefältelt. Der Magensaft vermindert den Widerstand der Mucosabarriere. Schadstoffen dringen so leichter in tiefe Zellschichten vor. Auch Veränderungen Schleimhaut-Immunsystem stellen sich nach geraumer Zeit ein. Eine chronische Laryngitis gastrica kann daher zum Beispiel Kehlkopfkrebs begünstigen.

Komplikationen

Aufgrund der Laryngitis gastrica leiden die Betroffenen in erster Linie an Heiserkeit. Diese ist dabei nicht mit einer Grippe oder einer Erkältung verbunden und bleibt in der Regel auch dauerhaft. Weiterhin kann sich auch die Stimme des Patienten verändern, wobei diese nicht selten auch an Schmerzen leiden. Diese Schmerzen können sich auch in andere Regionen des Körpers ausbreiten.

Auch ein Husten tritt in der Regel auf und verringert weiterhin die Lebensqualität des Betroffenen. Aufgrund der Entzündung leiden die Patienten weiterhin auch an Fieber und im schlimmsten Falle an einer Atemnot. Nicht selten kann die Atemnot dabei zu einem Bewusstseinsverlust führen, bei welchem sich die Betroffenen auch verletzen können. In der Regel führt die Laryngitis gastrica auch zu Sodbrennen und weiterhin auch zu Schluckbeschwerden.

Eine gewöhnliche Einnahme von Flüssigkeiten und Nahrung ist für den Betroffenen dabei nicht mehr möglich, sodass es in vielen Fällen zu Mangelerscheinungen oder zu einer Unterernährung kommt. Die Laryngitis gastrica kann mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden. In der Regel ist allerdings auch eine Behandlung der Grunderkrankung notwendig, damit die Beschwerden nicht nochmals auftreten. Bei der Behandlung kommt es meistens zu keinen Komplikationen. Allerdings sind die Patienten auch auf eine strenge Diät angewiesen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer Laryngitis gastrica richtet sich nach den Ursachen und der Schwere des Befunds. Eine Ernährungsumstellung kann unter Umständen Sinn machen. Auch der Verzicht auf Nikotin kann sich lohnen, da Nikotin die Magensaftproduktion anregt. Davon abgesehen wird den Patienten häufig geraten, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt einzunehmen. Schwer verdauliche Mahlzeiten kurz vor dem Schlafengehen werden vom Speiseplan gestrichen.

Übergewichtigen Patienten wird außerdem eine Reduktion des Übergewichts empfohlen. Wenn Stimmstörungen vorliegen, wird nach einer Verbesserung des Schleimhautbilds zusätzlich eine Stimmtherapie angeraten. Als medikamentöse Behandlung gilt eine Therapie mit Protonenpumpenhemmern als Behandlung der Wahl. Diese Medikamente sollen die Bildung von Magensäure hemmen. Oft wird die Medikamentengabe versuchsweise und ohne weitere Diagnostik auf Basis der Anamnese durchgeführt. Dieses Vorgehen steht mittlerweile allerdings stark in der Kritik.

Bei Alarmsignalen sollte zum Beispiel keine medikamentöse Therapie stattfinden. Zu den wichtigsten Alarmsignalen gehören Blutarmut und Wucherungen in der Speiseröhre. Nur in seltenen Fällen wird bei der Laryngitis gastrica ein operativer Eingriff als primärer Behandlungsweg vorgeschlagen. Dieser Eingriff ist auch als Fundoplicatio bekannt und entspricht einem minimal-invasiven Verfahren zur Wiederherstellung der Schließfunktion in der Speiseröhre.

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Vorbeugung

Der Laryngitis gastrica lässt sich durch eine angemessene Ernährung und den Verzicht aus Alkohol und Nikotin vorbeugen. Auch die Reduktion von Übergewicht kann als Vorbeugemaßnahme interpretiert werden.

Das können Sie selbst tun

Wurde eine Laryngitis gastrica diagnostiziert, sollte der Patient in erster Linie seine Ernährung umstellen. Es wird empfohlen, mehrere kleinen Mahlzeiten einzunehmen und schwer verdauliche Speisen vom Ernährungsplan zu streichen. Regelmäßige Flüssigkeitszufuhr ist ebenso wichtig, damit die Schleimhäute stets gut befeuchtet sind und die Viren rasch ausgeschwemmt werden können. Zudem muss auf Genussmittel wie Nikotin, Alkohol und Koffein verzichtet werden, da diese den Magen und den Rachen weiter reizen und die Magensaftproduktion anregen. Übergewichtige Personen müssen langfristig ihr Gewicht reduzieren.

Grundsätzlich sollte bei einer Kehlkopfentzündung die Stimme geschont werden. Warme Getränke lindern die Schmerzen und fördern die Durchblutung. Halswickel haben einen ähnlichen Effekt und können mit Eukalyptussalbe, ätherischen Ölen und anderen Mitteln aus der Natur kombiniert werden. Ebenfalls hilfreich ist das Inhalieren mit Salzlösungen und Mitteln wie Salbei oder Eibisch. Ein Raumluftbefeuchter reguliert die Luft und unterstützt damit den Genesungsprozess.

Nach der akuten Krankheitsphase muss das Immunsystem gestärkt werden, sei es durch Bewegung an der frischen Luft, eine vitaminreiche Ernährung oder viel Schlaf und Bettruhe. Klingen die Symptome der Laryngitis gastrica nicht ab, sollte ein HNO-Arzt konsultiert werden.

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Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Gürkov, R.: BASICS Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Urban & Fischer, München 2016
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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