Kehlkopfentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. Oktober 2017
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Unter einer Kehlkopfentzündung oder Laryngitis, versteht man eine Infektion des Kehlkopfes, welcher einen Teil der oberen Atemwege darstellt. Im Folgenden wird das Krankheitsbild mit Verlauf und Therapie genauer beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Definition Kehlkopfentzündung

Eine Kehlkopfentzündung wird auch als Laryngitis bezeichnet; die häufigsten Auslöser sind Viren oder Bakterien. Man unterteilt die Kehlkopfentzündung in die akute und chronische Form, welche vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt beurteilt wird.

Die akute Kehlkopfentzündung kann oft zusätzlich neben einer Bronchitis, einer Nasennebenhöhlenentzündung oder einer Erkältung auftreten. Neben der Virusinfektion entsteht dann eine zweite Infektion durch Bakterien, welche die Kehlkopfentzündung schließlich auslöst.

Eine chronische Kehlkopfentzündung kann hingegen vorliegen, wenn es zu einer mehrwöchigen Entzündung der Stimmlippen gekommen ist. Hierbei ist die Schleimhaut des ganzen Kehlkopfes entzündet und geschwollen. Beide Formen zeigen sich durch Heiserkeit, trockenen Husten und Halsschmerzen.

Bei der akuten Form hat der Betroffene eine raue Stimme oder sogar eine Stimmlosigkeit, Schmerzen beim Schlucken und Trockenheitsgefühl im Hals. Bei der chronischen Form ist ein Fremdkörpergefühl im Hals typisch sowie häufiger Reizhusten.

Ursachen

Es gibt, neben den oben erwähnten Ursachen, noch weitere, wie zum Beispiel Rauchen, starke Hitze, Schadstoffe in der Luft oder eine Überbelastung der Stimme. Meist jedoch sind Viruserreger die Ursache der akuten Kehlkopfentzündung, beispielsweise die Adeno- oder Rhinoviren.

Wenn die Stimme nicht genügend geschont wird, kann daraus eine chronische Laryngitis werden. Andere Ursachen für die chronische Kehlkopfentzündung sind langjähriges Einatmen von Chemikalien (Berufsbedingt) oder Tabakrauch, eine ständig klimatisierte und relativ trockene Raumluft, die Atmung durch den Mund, häufiger Schnupfen oder Mandelentzündungen.

Auch Sänger können durch die Überbeanspruchung der Stimmbänder darunter leiden.

Symptome

Krankheitsverlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie der Stimmbänder und ihrer verschieden Erkrankungen. Klicken, um zu vergrößern.

Der Verlauf einer Kehlkopfentzündung kann durch eine schnelle Behandlung positiv beeinflusst werden. Besonders wenn die Ursachen ausgeschaltet werden, kann der schnellen Genesung nichts mehr im Wege stehen. Zum Beispiel ist das Schonen der Stimme schon sehr unterstützend, selbst wenn schon keine Stimme mehr hörbar ist, sollte das Sprechen so gut es geht vermieden werden.

Bei einer inkonsequenten Behandlung kann sich eine chronische Entzündung entwickeln bis hin zu einer funktionellen Stimmstörung. Normalerweise kann die Kehlkopfentzündung bei richtiger und schneller Behandlung ohne Komplikationen verlaufen.

Bei Kindern besteht jedoch die Gefahr zur Atemnot aufgrund von Schwellungen der Stimmlippen. In jedem Falle muss eine Kehlkopfentzündung behandelt werden, da diese eventuell chronisch werden kann und sich bis hin zu einer Krebsvorstufe entwickeln kann. Auch die akute Kehlkopfentzündung sollte von einem Arzt beobachtet werden.

Komplikationen

Eine Laryngitis (Kehlkopfentzündung) heilt meist mit etwas Ruhe nach wenigen Tagen gut ab. Es kann jedoch zu Komplikationen kommen. Bei einem besonders schweren Verlauf sind die Stimmlippen mit weißem Fibrin bedeckt. Man spricht von einer fibrinösen Laryngitis. Besteht eine sehr schwere Entzündung schwellen die Stimmbänder mitunter so stark an, dass akute Atemnot auftritt.

Sind auch die inneren Strukturen des Kehlkopfes entzündet, kann es nach dem Abklingen zu anhaltenden Stimmstörungen kommen. Diese zeigen sich in einem heiseren, behauchten Stimmklang und schneller Stimmermüdung. Die Ursache ist ein unvollständiger Stimmlippenschluss, der jedoch mit gezielten Stimmübungen wieder herstellbar ist. Sind Bakterien die Ursache für die Kehlkopfentzündung, kann diese auch fortschreitend sein. Dabei bilden sich Phlegmonen oder Abszesse im Kehlkopf.

Erste Symptome sind starke Schluckschmerzen, die oft bis in die Ohren ausstrahlen. Hier helfen Antibiotika. Im Extremfall sind die Kehlkopfknorpel befallen, was zu Atemnot und starken Schmerzen beim Betasten des Kehlkopfes führt. Zusätzlich zum Antibiotikum ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich, in dem der Abszess geöffnet wird.

Bleibt eine solche Laryngitis unbehandelt, entwickeln sich im Verlauf mitunter sogenannte Reinke-Ödeme. Es handelt sich um eine Wucherung auf den Stimmbändern, die mit Flüssigkeit gefüllt ist. Das Reinke-Ödem sollte operativ entfernt werden.

Behandlung & Therapie

Eine Kehlkopfentzündung muss auf jeden Fall behandelt werden! Schadstoffe sollten gemieden werden, vor allem wenn man zusätzlich noch Raucher ist. Genauso reizend sind scharfe Gewürze oder Alkohol. Wenn der Arbeitsplatz Grund für die Kehlkopfentzündung ist, kann es sein, dass erst nach einem Wechsel der Arbeitsstelle eine Besserung eintritt, beziehungsweise dass weitere Kehlkopfentzündungen oder eine chronische vermieden werden kann.

Bei einer Entzündung während einer Erkältung oder einer Bronchitis sollten diese natürlich ebenfalls behandelt werden. Es ist möglich, dass sogar mit Antibiotika behandelt werden muss. Damit zäher Schleim besser abgehustet werden kann, verschreibt der Hausarzt auch Sekret lösende und schwellungshemmende Medikamente.

Da trockene Luft die Kehlkopfentzündung begünstigt, sind auch Dampfinhalationen empfehlenswert. Es sollte – vor allem dann – durch die Nase geatmet werden. Da bei Kindern die Gefahr der Atemnot besteht, sollten diese vorsichtshalber ein paar Tage im Krankenhaus bleiben. Wenn eine Überbelastung der Auslöser der Kehlkopfentzündung ist, kann eventuell ein richtiges Einsetzen der Stimme beim Logopäden erlernt werden.

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Vorbeugung

Einer akuten Kehlkopfentzündung kann nur bedingt vorgebeugt werden, da sie meist eine plötzliche Begleiterkrankung von Erkältungskrankheiten ist.

Diese lässt sich jedoch mit einem starken Immunsystem vorbeugen, zum Beispiel durch Bewegung, gesunde Ernährung und frische Luft. Bei den ersten Anzeichen der Kehlkopfentzündung sollte ein Arzt aufgesucht werden, um so schnell wie möglich zu therapieren.

Im Beruf mit Schadstoffen sollten immer Schutzmasken getragen werden und bei Anfälligkeit das Rauchen aufgeben. Sänger sollten auf das richtige Einsetzen ihrer Stimme achten.

Das können Sie selbst tun

Bei Verdacht auf eine Kehlkopfentzündung sollte zunächst ein Arzt konsultiert werden. Die medizinische Behandlung kann anschließend durch einige Selbsthilfe-Maßnahmen und Hausmittel unterstützt werden.

Zunächst gilt Bettruhe und Wärme. Der Kehlkopf sollte für einige Tage nicht zu stark beansprucht werden, damit die Entzündung ohne Komplikationen ausheilen kann. Ein warmer Kehlkopf lässt sich am besten durch warme Wickel oder durch ein heißes, feuchtes Handtuch erreichen. Da trockene Luft den Schleimhäuten zusetzt, sollte die Luftfeuchtigkeit im Schlafzimmer angepasst werden. Das klappt am besten durch einen Luftbefeuchter oder durch feuchte Tücher über der Heizung. Klassische Mittel wie warme Milch mit Honig oder Kräutertee lindern die Schmerzen. Gegen Räusper-Attacken hilft das Inhalieren von Dampf, am besten mit Zusätzen wie Anis, Eukalyptus, Fenchel oder Kamille. Bei akuten Beschwerden empfehlen sich kleine Schlucke kühlen Wassers. Auch heißes Wasser hilft – ein Glas mit etwas Zitronensaft und verdünntem Tee und die Schmerzen sollten zurückgehen.

Auf Koffein und Nikotin sollte während einer Kehlkopfentzündung verzichtet werden. Besser sind Vitamine und eine insgesamt gesunde und ausgewogene Ernährung. Sollten die Beschwerden trotz all dieser Maßnahmen nicht zurückgehen, empfiehlt sich ein Arztbesuch.

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Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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