Reizhusten (trockener Husten)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. September 2017
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Der Reizhusten tritt im Gegensatz zum normalen feuchten Husten zumeist ohne Auswurf (Hustenschleim) auf und gilt daher auch als sogenannter "trockener Husten". Die dabei häufig auftretenden Hustenanfälle klingen meist bellend und hart. Der trockene Reizhusten tritt zumeist zu Beginn einer Erkältung auf, wandelt sich dann aber im Verlauf zu einem normalen Husten mit Auswurf. Aber auch bei diversen Lungenerkrankungen kann der Reizhusten als Symptom Beschwerden verursachen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Reizhusten (trockener Husten)?

Als Reizhusten wird ein trockener Husten ohne Auswurf bezeichnet. Er ist charakteristisch für viele verschiedene Erkrankungen und kann auch als Nebenwirkung einer medikamentösen Behandlung auftreten. Der Reizhusten variiert in seiner Heftigkeit: Einige betroffene Patienten hüsteln lediglich und haben dabei keine Schmerzen, während andere Tag und Nacht husten und dadurch nicht nur Atembeschwerden, sondern auch Schlafstörungen haben.

Ursachen

Reizhusten ist in den meisten Fällen krankheitsbedingt und kann charakteristisch für die zugrundeliegende Erkrankung sein. Raucherhusten bringt beispielsweise starken Reizhusten mit sich, der nur zu bestimmten Tageszeiten zum Husten mit Auswurf wird. Er kann aber auch bei Asthma auftreten und unter anderem für die typischen Atembeschwerden sorgen.

Im harmlosesten Fall liegt der Reizhusten lediglich an einer beginnenden Erkältung - durch die Infektion hat sich noch kein Auswurf gebildet, die Schleimhäute sind allerdings bereits durch die fremden Eindringlinge irritiert und wollen sie loswerden, weshalb der Husten ausgelöst wird. In einigen Fällen kann nach der Erkältung auch Reizhusten entstehen, da die Schleimhäute noch nicht realisieren, dass die Erkrankung vorüber ist, oder noch irritiert sind und versuchen, jeden Erreger sofort loszuwerden.

Schlimmstenfalls kann es sich beim Reizhusten auch um eine ernsthafte Erkrankung wie Keuchhusten oder eine durch Medikamente induzierte Erscheinung handeln - ACE-Hemmer sind bekannt dafür.

Komplikationen

In den meisten Fällen klingt der Reizhusten nach einigen Tagen wieder ab und geht zusammen mit den anderen Erkältungsbeschwerden zurück. Bei manchen Patienten kann der trockene Husten jedoch einen chronischen Verlauf nehmen, wodurch sich das Risiko von Komplikationen erhöht. Besonders gefährdet für Folgeerscheinungen sind Raucher. Ist der Tabakkonsum der Grund für den Reizhusten, verläuft die Therapie meist erheblich schwieriger.

Zu den häufigsten Komplikationen des Reizhustens zählen stechende Schmerzen in der Brust und Kopfschmerzen. Mitunter ist der trockene Husten auch für die Entstehung von Nasenbluten verantwortlich. Sogar Einblutungen in Haut und Schleimhaut sind im Bereich des Möglichen.

Nicht selten geht der Reizhusten mit Heiserkeit oder einer Rachenentzündung (Pharyngitis) einher. Bei manchen Patienten werden diese Beschwerden auch erst von dem Husten ausgelöst. Die Stimme klingt leise, gepresst und rau. Manchmal bleibt sie sogar vollkommen weg.

Eine gefürchtete Komplikation bei Frauen stellt die Harninkontinenz dar. Dabei geben die Betroffenen, ohne es zu wollen, beim Husten Urin ab. In schweren Fällen ist der trockene Husten für einen Leistenbruch oder Zwerchfellbruch verantwortlich. Eine andere Folgeerscheinung ist die Hustensynkope, die bei den Erkrankten zu Ohnmacht durch Hustenanfälle führt.

Anlass dafür ist eine Verkrampfung des Zwerchfells, wodurch es zu einer Behinderung des Blutrückflusses in Richtung Herz kommt. Das Gehirn erhält aus diesem Grund zeitweilig zu wenig Zucker und Sauerstoff, was wiederum eine kurze Bewusstlosigkeit zur Folge haben kann.

Behandlung & Therapie

Um den Reizhusten effektiv behandeln zu können, muss zunächst geklärt werden, wo seine Ursachen liegen. Handelt es sich um eine Hinterlassenschaft einer überstandenen Erkältung, wird in der Regel ein leichtes Antitussivum verschrieben, das sich gegen den Reizhusten auswirken soll und dem Patienten langfristige Linderung verschafft.

Auch bei Asthma hilft es nur, das Symptom Reizhusten zu behandeln, um für die Besserung der Lebensqualität in schwierigen Jahreszeiten zu sorgen. Komplizierter gestaltet sich die Behandlung bei anderen Formen des Reizhustens - das Paradebeispiel dafür ist die durch langjährigen Zigarettenrauch induzierte Form. Wenn der Reizhusten auftritt, ist der Zustand bereits chronisch und es kann nur noch der Versuch unternommen werden, die Lebensqualität des Patienten trotz der Chronifizierung zu steigern.

Liegt die Entstehung des Reizhustens hingegen an Medikamenten, sollte unter Umständen eine Alternative zur Medikation gesucht werden, die symptomfreier verläuft und für den Patienten angenehmer ist.

Vorbeugung

Die besten Vorbeugung gegen Reizhusten und trockenen Husten besteht darin, sich von Zigaretten und anderen ähnlichen Genussmitteln fernzuhalten und den Rauch auch nicht passiv einzuatmen. Auf diese Weise kann bereits kein chronischer Reizhusten mehr entstehen, der eines Tages auftritt und nie wieder verschwindet, sondern sich schlimmstenfalls in seiner Heftigkeit nur noch vermehrt.

Durch eine Erkältung oder Asthma kann Reizhusten allerdings immer auftreten - die einzige wirksame Möglichkeit der Vorbeugung besteht darin, sich wirksam vor Erkältungen zu schützen und bei bereits bekannter Asthmakrankheit die Hilfe des Arztes aufzusuchen, wenn Reizhusten erstmals oder erneut auftritt.

Grundsätzlich sollte sofort der Arzt aufgesucht werden, wenn es zu Reizhusten kommt - das gilt vor allem dann, wenn man gerade Medikamente einnimmt und das Symptom vorher noch nicht vorhanden war oder sich nicht in gleicher Stärke geäußert hat. Um schlimmerem Reizhusten vorzubeugen, sollte die Medikation angepasst und besser auf die Bedürfnisse des Patienten optimiert werden.

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Hausmittel & Kräuter gegen Reizhusten

  • Hustentee bereite man wie folgt zu: je 5 Gramm Spitzwegerich, Lungenkraut, Huflattich, Wollblume, Aniskörner, Süßholz, Hibiskuswurzeln und 10 Gramm Isländisches Moos.
  • Ein weiterer Hustentee mache man aus einem halben Esslöffel Süßholz, einem halben Esslöffel Veilchenwurzeln, einem Esslöffel Eibischwurzeln, einem halben Esslöffel Huflattichblättern, einem halben Esslöffel Wollblumen und genauso viel Anis-Samen. Von dieser Mischung machen sie dann aus einem Teelöffel eine Tasse Tee. Am besten mit Honig süßen.
  • Gegen Reizhusten hilft regelmäßiger Genuss von Apfelmost: Den Saft saurer Äpfel mit Zucker und Fenchel kochen und langsam einnehmen.
  • Bei Husten wirkt in leichteren Fällen Honigmilch sehr gut. Man löst einen Esslöffel Honig oder Fenchelhonig in einer Tasse heißer Milch. Man trinke morgens und abends je eine Tasse so heiß wie möglich.
  • Fichtennadelhonig ist ein gutes, schleimlösendes Hustenmittel. Die Blüten der Fichte werden dazu mit Zucker angesetzt.
  • Fliederblüten sind sehr schweißtreibend, fiebersenkend und wirken bei Reizhusten und Erkältung.
  • Malventee ist ein gutes Mittel gegen Schnupfen und Reizhusten.
  • Huflattich wirkt appetitanregend und hilft bei Reizhusten, Verschleimung und Heiserkeit.
  • Bei hartnäckigen Reizhusten abgekochten Majorantee mit Honig süßen und schluckweise morgens, mittags und abends trinken. Dies ist insbesondere für Kinder geeignet.

Bücher über Husten

Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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