Kloß im Hals (Globusgefühl)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Oktober 2017
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Viele Menschen kennen das Gefühl, einen störenden Kloß im Hals zu haben. Oft geht dieses Gefühl mit Husten und Räuspern einher, manchmal führt es auch zu einem Würgereiz. Es gibt verschiedene Ursachen für dieses Engegefühl im Rachen, neben organischen Ursachen, kann ein Kloß im Hals auch psychisch bedingt sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kloß im Hals?

Spricht man von einem Kloß im Hals, ist damit ein störendes Fremdkörpergefühl im Hals- und Rachenraum gemeint. Dem Betroffenen entsteht dadurch ein unangenehmes Engegefühl. Viele Patienten befürchten dabei eine Atemnot und sind entsprechend angespannt und besorgt. Je nach Schweregrad kann es dabei auch zu unkontrolliertem Husten, dem ständigen Drang zu Räuspern oder auch zu Würgen kommen. Der Hals fühlt sich zugeschnürt an, als würde ein Fremdkörper darin stecken, der als hart oder weich empfunden werden kann.

Der Kloß im Hals, umgangssprachlich häufig auch als Frosch im Hals bezeichnet, wird in medizinischen Fachkreisen Globusgefühl genannt und muss je nach Auslöser speziell behandelt werden. Die Ursachen dafür können sehr unterschiedlich sein, deshalb ist vor einer Therapie eine sorgfältige Diagnosestellung nötig.

Ursachen

Die Entstehung von einem Kloß im Hals kann viele verschiedene Gründe haben. Es kann ein Insektenstich die Ursache sein, oder auch eine Allergie die durch Nahrungsmittel ausgelöst wurde. Auch Tumore (z.B. an den Stimmbändern oder am Kehlkopf) oder Aussackungen (Divertikel) an der Speiseröhre können für das Engegefühl verantwortlich sein.

Bei Schilddrüsenpatienten kann eine Vergrößerung der Schilddrüse dieses Gefühl erzeugen, aber auch eine Angina bzw. Seitenstrangangina oder eine Rachenentzündung lässt das Fremdkörpergefühl entstehen. Menschen, die an einer Refluxerkrankung (Magensäure fließt zurück in die Speiseröhre) leiden, können auch an einem Kloß im Hals leiden. Psychische Ursachen, wie Stress, sind auch nicht selten.

Harmlosere Ursachen für dieses Gefühl wären dagegen Narben durch vergangene Operationen. Auch hastige Nahrungsaufnahme, zu wenig kauen und damit Schlucken zu großer Nahrungsteile kann das Gefühl von einem Kloß im Hals bescheren.

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Diagnose & Verlauf

Spricht man von einem Kloß im Hals, ist damit ein störendes Fremdkörpergefühl im Hals- und Rachenraum gemeint. Dem Betroffenen entsteht dadurch ein unangenehmes Engegefühl.

Das Gefühl einen Kloß im Hals zu haben, kann für Betroffene sehr störend sein und deshalb sollte bei anhaltenden Beschwerden immer ein Arzt aufgesucht werden. Vor allem, weil es nicht nur harmlose Ursachen für diese Beschwerden gibt, ist eine ärztliche Abklärung angeraten. Durch eine ausführliche Diagnosestellung kann die Ursache gefunden und dann entschiedene werden, ob und welche weiteren Maßnahmen nötig sind.

Zunächst wird der Arzt in einem Gespräch mit dem Patienten die Symptome genau erläutern und ob diese regelmäßig, selten oder dauerhaft auftreten. Sinnvoll ist anschließend zunächst den Hals- und Rachenrauch optisch zu untersuchen, evtl. ist eine endoskopische Untersuchung durch einen Hals-Nasen-Ohrenarzt angebracht und der Hausarzt wird eine Überweisung ausstellen.

Um eine Schilddrüsenerkrankung auszuschließen, ist zunächst eine Blutuntersuchung nötig, um die Schilddrüsenwerte zu bestimmen. Besteht der Verdacht einer Refluxstörung, kann eine Magenspiegelung hilfreiche Ergebnisse liefern. Wenn keine körperlichen Ursachen gefunden werden können, kommt eine psychosomatische Ursache in Betracht. Wie schnell eine Besserung der Beschwerden eintritt, ist gänzlich von der Diagnose abhängig.

Komplikationen

Ein Kloß oder ein Knoten im Hals sollte unabhängig von der Ursache abgeklärt werden, da aufgrund der anatomischen Nähe zur Luftröhre eine Luftnot herbeigerufen werden kann. Dazu kommen außerdem Sprach- und Schluckbeschwerden. Bei ungefähr jedem Vierten liegt neben dem Knoten im Hals auch ein Aufstoßen von Magensäure (Reflux) vor, der zu Sodbrennen und Reizung der Schleimhaut von Rachen und Speiseröhre führt.

Weitere Ursache, die einen Knoten im Halsbereich verursachen können, ist die Hashimoto-Thyreoiditis, einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die zu einer Unterfunktion führt. Typischerweise entsteht bei der Erkrankung der charakteristische Kropf am Hals. Als Komplikation können eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) entstehen, die bis hin zu einem Kreislaufstillstand führen kann.

Weitere Folgen sind eine allgemeine Schwäche und ein erhöhtes Risiko an Depressionen zu erleiden. Im schlimmsten Falle kann es zu einem Myxödemkoma kommen. Zudem ist das Risiko an einem Karzinom zu erkranken erhöht. Auch bei Neugeborenen kann, wenn die schwangere Mutter unter der Hypothyreose leidet, Folgeschäden mit sich tragen.

So werden bei Kindern häufiger Herz- und Nierenschäden beobachtet, sowie eine Entwicklungsstörung sowohl körperlich als auch geistig. Auch Divertikel in der Speiseröhre verursachen typische Knotengefühle im Hals. Diese können sich entzünden und eine Divertikulitis auslösen. Dies kann zu Abszessbildungen und inneren Blutungen führen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben (so genanntes Globusgefühl) ist in vielen Fällen harmlos, kann aber unter bestimmten Umständen einen Arztbesuch notwendig machen.

Generell ist ein Arztbesuch angeraten, wenn das Kloßgefühl im Hals bereits über einen längeren Zeitraum besteht und wenn sich die Beschwerden verschlimmern. Außerdem sollten Betroffene einen Mediziner konsultieren, wenn neben dem Globusgefühl Symptome wie Gewichtsverlust und Fieber auftreten (systemische Symptome).

Zusätzliche Schwellungen im Halsbereich oder geschwollene Lymphknoten sollten ebenfalls von einem Arzt untersucht werden. Auch wenn eine Veränderung der Stimme vorliegt, ist der Besuch beim Arzt notwendig.

Weiterhin ist eine medizinische Untersuchung angeraten, wenn der Kloß im Hals als schmerzhaft empfunden wird oder wenn als Symptom Ohrenschmerzen auftreten. Dies gilt auch, wenn die Symptome nur auf einer Seite verspürt werden. Sollte es beim Kloßgefühl im Hals zum Zurückströmen von Speisebrei aus dem Magen (Regurgitation), zu Störungen beim Schlucken (Dysphagie) oder zu Atembeschwerden kommen, sind dies ebenfalls klare Warnsymptome, mit denen sich die Betroffenen beim Arzt vorstellen sollten.

Wenn bereits ein Eingriff oder eine Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich stattgefunden hat, sollten die Patienten bei einem Globusgefühl generell medizinischen Rat einholen. Starkes Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum sind weitere Gründe für einen Arztbesuch bei Patienten mit Kloß im Hals.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von einem Kloß im Hals ist von der Ursache abhängig, deshalb ist eine ausführliche Diagnosestellung wichtig.

Körperliche Ursachen sind meist sehr gut medikamentös zu behandeln. Bei einer Schilddrüsenerkrankung gibt es spezielle Medikamente, die die Störung ausgleichen. Ebenso kann bei Entzündung (z.B. Angina oder Rachenentzündung) meist sehr schnell eine Besserung durch Medikamente erreicht werden. Bei Erkältungskrankheiten als Ursache für den Kloß im Hals, dauert es auch ohne medikamentöse Behandlung meist nur ein paar Tage bis zum Abklingen der Beschwerden.

Wird ein Tumor festgestellt, der für das Gefühl vom Kloß im Hals verantwortlich ist, reichen einfache Medikamente manchmal nicht mehr aus und es kann eine Chemotherapie oder Bestrahlung nötig werden. In schlimmeren Fällen kann ein operativer Eingriff, bei dem das Tumorgewebe entfernt wird, unumgänglich sein.

Ist das Problem psychisch bedingt, können dem Patienten Maßnahmen zum Stressabbau helfen. In schwerwiegenden Fällen kann eine Psychotherapie nötig sein. Unterstützend können hier auch bestimmte Medikamente eingesetzt werden.

Sind körperliche und psychische Ursachen auszuschließen, kann der Arzt dem Patienten nur raten, verstärkt auf die Art der Nahrungsaufnahme zu achten. Mahlzeiten sollten grundsätzlich gut durchgekaut werden und es sollten keinesfalls zu große Mengen auf einmal geschluckt werden.

Aussicht & Prognose

Ein Kloß im Hals kann durch eine Situation ausgelöst werden, in der besonders viel Stress erlebt wird. Vor einer Prüfung oder einem wichtigen Termin ist dies häufig gegeben. Nach der Bewältigung der Situation tritt in den meisten Fällen eine Spontanheilung ein.

Bei anhaltenden angespannten Lebensverhältnissen oder dem Erleben eines schicksalhaften Ereignisses, können die Beschwerden durch psychosomatische Leiden auftreten. Eine gute Heilungschance besteht, wenn der Betroffene bereit ist, emotionale Hilfe anzunehmen.

Wird der Kloß im Hals durch eine allergische Reaktion hervorgerufen, kann der Betroffene über einen Allergietest in Erfahrung bringen lassen, welche Substanz dafür verantwortlich ist. Diese kann zukünftig vermieden werden oder wird medikamentös behandelt. Bei einem Fremdkörper im Hals wird dieser im Normalfall vollkommen entfernt. Häufig reicht es zu husten. Alternativ kann ein Arzt Abhilfe verschaffen. Anschließend ist der Betroffene beschwerdefrei.

Ein Globusgefühl kann ebenfalls durch eine Entzündung ausgelöst werden. Innerhalb weniger Tage oder Wochen verschwindet das Gefühl vollständig. Je nach Ausprägung der Erkrankung erfolgt eine Behandlung oder die Beschwerden minimieren sich als Folge eines natürlichen Verlaufs.

Nach operativen Eingriffen am Hals oder im Kiefer- sowie Rachenraum berichten Patienten häufig über ein unangenehmes Globusgefühl durch die Narben. Diese können über eine Laserstrahltherapie gut behandelt und minimiert werden.

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Vorbeugung

Nicht jeder Ursache für einen Kloß im Hals kann tatsächlich vorgebeugt werden. Grundsätzlich ist eine ausgewogene Lebensweise mit gesunder Ernährung und ausreichenden Entspannungsphasen eine gute Vorbeugung gegen viele Krankheiten. So bleibt das Immunsystem in Gang und der Körper wird vor Stress verschont.

Das können Sie selbst tun

Ein Kloß im Hals ist meist harmlos und kann mit verschiedenen Hausmitteln und Maßnahmen gelöst werden. Zunächst empfiehlt es sich, viel zu Trinken und zu Gurgeln, um das Globus-Syndrom auf natürliche Weise zu lindern. Liegt den Beschwerden Stress oder Ängste zugrunde, helfen Entspannungsmethoden wie Yoga oder Gymnastik ebenso wie Gespräche mit einer Vertrauensperson.

Durch Bettruhe und Entspannung kann das unangenehme Gefühl im Hals meist ebenfalls gelindert werden. Liegt dem Globus-Syndrom eine Allergie oder ein anderes Grundleiden zugrunde, muss dieses zunächst behandelt werden. Bei Schnupfen genügen die üblichen Mittel wie Schlaf und leichte Medikamente. Außerdem helfen Hausmittel wie Zitrone, warme Milch mit Honig und Kräutertee. Kommt zu dem Globus-Syndrom noch Sodbrennen hinzu, bewähren sich Heilerde, Ingwer, Kieselsäure und Magenbitter.

Bei psychisch bedingten Beschwerden hilft Naturheilkunde in Form von von Osteopathie oder der "Sensomotorischen Körpertherapie". Sind Fehlhaltungen oder Verspannungen der Auslöser, lindern Bewegung oder eine Massage die Beschwerden. Atem- und Sprechübungen sowie andere Maßnahmen der sensomotorischen Körpertherapie können nach kurzer Einweisung durch einen Mediziner selbstständig durchgeführt werden und versprechen eine Verbesserung des Globusgefühls und des gesamten Wohlbefindens.

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Quellen

  • Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Reiß, M. (Hrsg.): Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Berlin 2009
  • Thurnher, D., Grasl, C.G., Erovic, B.M., Lercher, P.: HNO-Heilkunde. Springer, Wien 2011

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