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Stimmlippenpolyp

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 8. Oktober 2013
Symptomat.deKrankheiten Stimmlippenpolyp

Stimmlippen sind zwei mit Schleimhaut bedeckte horizontal verlaufende Gewebefalten, die sich innerhalb des Kehlkopfes befinden und für die Stimmbildung verantwortlich sind. Häufig treten im Bereich dieser Stimmlippen gutartige Neubildungen auf. Diese können unter anderem Folgen falschen Sprechens oder operativer Eingriffe mit Intubation sein, durch welche es zur Verdickung der Stimmlippen bis hin zur Polypenbildung (Stimmlippenpolyp) kommen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Stimmlippenpolyp?

Ein Stimmlippen- oder auch Stimmbandpolyp ist eine gutartige Veränderung, die ausschließlich an der freien Kante der Stimmlippe bzw. am subglottischen Abhang des vorderen Drittels der Stimmlippe entsteht. Während kleinere Polypen breitbasig sind, sind größere Formen kugelig und gestielt. Stimmlippenpolypen treten zu 90 Prozent nur auf einer Seite auf.

Es werden ödematöse (Schwellungen durch Flüssigkeitsansammlungen), myxomatöse (aus ungeformter schleimiger und bindegewebiger Grundsubstanz) oder teleangiektatische (erweiterte kleine, oberflächliche Hautgefäße) Pseudotumoren unterschieden. Die Oberflächen von Stimmbandpolypen sind glasig, glatt, kugelig und von rötlicher Farbe. Bösartige Veränderungen dieser Polypen sind nicht bekannt.

Ursachen für Stimmlippenpolypen

Schematische Darstellung zur Anatomie der Stimmbänder und ihrer verschieden Erkrankungen. Klicken, um zu vergrößern.

Die Ursachen für die Entstehung von Stimmlippenpolypen, die häufig bei Männern im mittleren Lebensalter auftreten, sind unklar. Es ist möglich, das ein Zusammenhang mit stimmlicher Überbelastung besteht. Da die Polypen vermehrt bei Zigarettenrauchern auftreten, kommt auch das Rauchen als Ursache infrage. Chronische Entzündungen und entzündungsfördernde Noxen wie Hitze, Rauche, Staub, ätzende Dämpfe etc. können ebenfalls ursächlich für Stimmlippenpolypen sein.

Typische Symptome und Anzeichen bei Stimmlippenpolypen

Diagnose und Verlauf bei Stimmlippenpolyp

Ein Stimmlippenpolyp kann eine mehr oder minder ausgeprägte Heiserkeit oder eine Doppeltönigkeit des Stimmklangs (Diplophonie) verursachen. Wenn sich der Stimmlippenpolyp während der Phonation und der Atmung in der Glottis hin und her bewegt, kommt es immer wieder zur Veränderung der Intensität der Heiserkeit.

Patienten können ein Fremdkörpergefühl haben und auch unter Reizhusten oder einem ständigen Räusperzwang leiden. Bei größeren Polypen oder durch eine Entzündung zusätzlich geschwollenen Stimmlippen kann es sogar zu Erstickungsanfällen kommen.

Zur Erkennung von Gewebeveränderungen an den Stimmlippen wird eine Kehlkopfspiegelung, eine sogenannte Laryngoskopie, durchgeführt. Hierbei betrachtet der Arzt mittels eines kleinen Spiegels, der durch den Mund in den Rachen eingeführt wird, die Stimmbänder und den Kehlkopf des Patienten. Die Nasenendoskopie ist eine weitere hilfreiche Untersuchungsmethode.

Das Nasenendoskop ist ein flexibler dünner Schlauch. Dieser wird über die Nasenöffnung bis hinunter in den Rachen geführt. Dank einer Lichtquelle und einer Minikamera an der Spitze des Endoskops kann der Arzt die Stimmlippen betrachten. Auch kleine Zangen können über das Endoskop eingeführt werden, z. B. um Gewebeproben zu entnehmen.

Behandlung und Therapie von Stimmlippenpolyp

Meist werden die Stimmlippenpolypen mittels einer kleinen Operation entfernt, die mit Hilfe eines Endoskops erfolgt. Dieses wird, ähnlich der Nasenendoskopie, durch den Mund bis zum Kehlkopf vorgeschoben. An der Spitze dieses Endoskops befinden sich alle für die Operation notwendigen Instrumente.

Mit einer kleinen Zange oder mit einem Laser wird der Polyp unter mikroskopischer Sicht von der Schleimhaut abgetragen. Diese Operation ist bei speziellen Phonochirurgen auch in örtlicher Betäubung möglich. Das bei dem Eingriff entfernte Material sollte immer von einem Spezialisten histologisch untersucht werden, um die Diagnose zu sichern und einen bösartigen Tumor auszuschließen.

Im Anschluss an die mikrochirurgische Entfernung von Stimmbandpolypen und nach Ausschaltung ungünstiger Begleitumstände ist in den meisten Fällen eine logopädische Stimmtherapie notwendig.

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Vorbeugung von Stimmlippenpolypen

Da die grundlegenden Ursachen für die Entstehung von Stimmbandpolypen noch nicht geklärt sind, ist es kaum möglich, dieser Erkrankung direkt vorzubeugen. Aber wenn einige elementare Dinge beachtet werden, lässt sich das Risiko dafür mindern.

Bei auftretender akuter Heiserkeit ist es besser, so weit als möglich auf das Reden und alles, was den Hals noch mehr reizt, zu verzichten. Dazu gehören neben Nikotin und Alkohol auch scharfe Speisen. Räuspern sollte vermieden werden, da dabei die Stimmlippen heftig gegeneinander schlagen, was auf Dauer zu Entzündung der Stimmlippen führen kann.

Menschen, die ihre Stimme viel gebrauchen müssen (Sänger, Lehrer oder auch Journalisten), sind besonders von Heiserkeit bedroht und sollten ganz besonders auf die richtige Nutzung ihrer Stimme achten.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Uschi kommentierte am 25.11.2013 um 13:31 Uhr

Ich hatte am 6.11.2013 ein Operation an den Stimmlippen, es wurde ein Polyp entfernt. Ich habe immer noch eine starke Heiserkeit. Was kann ich machen? Ist das normal?

Ludwig kommentierte am 08.04.2014 um 21:15 Uhr

Ich wurde letztes Jahr operiert. Es wurde Stimmbelag entfernt. Da ich seit dem sehr heiser bin, soll das nun gelasert werden. Hat jemand Erfahrungen damit? Ist das schlimm?

Hubertusino kommentierte am 24.09.2014 um 07:05 Uhr

Vor zwei Wochen habe ich einen Polypen auf den Stimmbändern entfernen lassen. Die Nachuntersuchung war sehr positiv, ich muss aber etwa 6 bis 8 Wochen Stimmruhe einhalten. Ich möchte aber nicht so lange beruflich ausfallen. Ich habe Angst, dass so etwas nochmal passiert. Ich bin Sänger und lebe von meiner Stimme. Die Operation war optimal und die
Stimmbänder schließen wie sie sollen. Habe ich das falsche Stimmfach oder kann der Polyp durch eine Magenspiegelung oder Reflux entstanden sein? Komischerweise entstand das Problem erst circa fünf Wochen nach der Magenspiegelung. Jetzt habe ich leider mit einer psychischen Hürde zu kämpfen und suche nach dem wahren Grund.