Osteopathie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Aufgrund einer modernen Lebensweise, die gekennzeichnet ist durch Bewegungsarmut und häufiges Sitzen, leiden viele Menschen unter Rückenbeschwerden, Kopfschmerzen und damit einhergehenden unklaren Beschwerden. Gerade weil sich kein isoliertes Symptom lokalisieren lässt, gelangen dann ganzheitliche Heilmethoden wie die Osteopathie ins Blickfeld der Hilfesuchenden. Auch Ärzte betrachten diese Behandlungsansätze häufig als wertvolle Ergänzung zu den Methoden der naturwissenschaftlich ausgerichteten Medizin.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Osteopathie?

Die Osteopathie ist eine manuelle Therapie, die den ganzheitlichen alternativen Heilverfahren zugerechnet wird. Manchmal werden die Begriffe Chiropraktik, manuelle Therapie, craniosacrale Therapie und Osteopathie synonym verwendet.

Ein Therapeut, der qualifizierte Osteopathie anbietet, muss aber als Arzt, Physiotherapeut oder Heilpraktiker eine spezielle Weiterbildung durchlaufen. Damit erwirbt er die Befähigung als Osteopath. Als Therapie- und Diagnosemethode ist die Osteopathie zunächst auf Störungen im Bereich des Bewegungsapparates ausgerichtet.

Osteopathie im Rahmen einer Kniegelenksarthrose. Klicken, um zu vergrößern.

Historisch ist Methode der Osteopathie auf einen amerikanischen Arzt zurückzuführen, der während seiner Erfahrungen als Landarzt Grifftechniken entwickelte, die Verspannungen und Blockierungen im Bereich des Skeletts und der Muskeln lösen sollten.

Damit wurden auch die durch Verspannungen hervorgerufenen Beschwerden in anderen Körperbereichen positiv beeinflusst und Schmerzen gelindert. Die moderne Osteopathie hat sich auf der Basis dieser Grundannahmen entwickelt. Private Krankenkassen übernahmen schon immer die Kosten für manuelle Therapie. Mittlerweile haben auch einige gesetzliche Kassen die Osteopathie in ihr Leistungsspektrum aufgenommen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Eine Studie aus dem Jahr 2014 versucht zu belegen, dass Osteopathie bei Rückenschmerzen hilfreich sein kann. Sie kam zu dem Schluss, dass osteopathische Behandlungen nicht nur den Rückenschmerz effektiv verringern, sondern auch die körperlichen Fähigkeiten verbessern.

Die Osteopathie betrachtet nicht nur einzelne Organe oder Organsysteme. Für die Osteopathie stellt der Körper eine funktionelle Einheit dar, die zur Selbstregulation befähigt ist. Aufgabe der Osteopathie ist es, die Beweglichkeit aller Körperstrukturen zu fördern und wieder herzustellen. Das bezieht sich sowohl auf den Bewegungsapparat als auch auf die inneren Organe, das Blut- und Lymphgefäßsystem sowie die Nervenbahnen und den ganzen craniosacralen Bereich vom Schädel bis zu Rückenmark und Wirbelsäule mit den zugehörigen Strukturen und Geweben.

In der Osteopathie arbeitet der Therapeut, wie die Bezeichnung "manuelle Therapie" nahelegt, mit den Händen. Am Beginn der Behandlung stehen eine sorgfältige Anamnese und die Diagnosestellung. Der Osteopath untersucht den Patienten im Stehen, Sitzen und Liegen nach einem bestimmten Programm. Er führt dabei Bewegungstests durch und ertastet die Spannungen im Gewebe mit den Händen. Während der Osteopathie-Behandlung wird durch Druck, vorsichtiges Ziehen oder Drehen an den richtigen Stellen der Strukturen versucht, das gestörte Gleichgewicht aller Funktionen wieder herzustellen.

Die häufigsten Indikationsstellungen für die Osteopathie sind Störungen des Bewegungs- und Halteapparates. Dazu zählt die Rehabilitation nach Unfällen oder Operationen genauso wie die Behandlung von Bandscheibenproblemen, Hexenschuss, Rücken- Schulter- und Nackenschmerzen.

Da die Behandlung ganzheitlich ist, kann man das Therapiespektrum der Osteopathie allerdings wesentlich weiter fassen. Auch bei Tinnitus, Verdauungs- und Blasenbeschwerden, Schlafstörungen, Asthma oder Problemen mit dem Kiefergelenk kann ein Behandlungsversuch angezeigt sein.

Dabei gibt es keine altersmäßige Einschränkung. Auch wenn Babys Verdauungsprobleme haben, kann die Osteopathie sehr vorsichtig und behutsam korrigierend eingreifen.

Bei akuten Problemen verzeichnet die Osteopathie oftmals sehr schnelle Erfolge, während die Behandlung bei chronischen Erkrankungen meistens länger dauert. Normalerweise sollte nach drei, spätestens nach sechs halbstündigen Behandlungen im einwöchigen Abstand eine positive Veränderung zu erkennen sein. Sollte die Osteopathie bis dahin nicht gewirkt haben, wird der Therapeut weitere ärztliche Diagnosen und andere Behandlungsmethoden empfehlen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Bewegungen von Blutgerinnseln, Nieren- und Gallensteinen oder von Fremdkörpern wie der empfängnisverhütenden Spirale können unerwünschte Nebenwirkungen von Osteopathie sein. Manche Patienten beschreiben Muskelkater oder Müdigkeit als Nebenwirkungen einer osteopathischen Behandlung. Deshalb wird von großen sportlichen Anstrengungen am Tag der Behandlung abgeraten.

Osteopathie sollte nicht angewendet werden, wenn eine schwere Osteoporose vorliegt, weil dabei der bereits stark geschwächte Knochen beschädigt werden könnte. Krebs, Infektionskrankheiten, generell fieberhafte Erkrankungen, Knochenbrüche, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie psychische Erkrankungen sind ebenfalls keine Indikationen für Osteopathie.

Diese Erkrankungen müssen vom Facharzt therapiert werden. Als begleitende Behandlung zur Linderung von krankheitsbedingten Beschwerden kann die Osteopathie nach Absprache mit dem Facharzt allerdings durchaus infrage kommen.

Bücher über Osteopathie

Quellen

  • De Coster, M. Pollaris, A.: Viszerale Osteopathie. Hippokrates, Stuttgart 2010
  • Federspiel, F., Herbst, V.: Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005
  • Kraft, K., Stange, R. (Hrsg): Lehrbuch Naturheilverfahren. Hippokrates, Stuttgart 2010

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