Magenübersäuerung

Letzte Aktualisierung am 31. Januar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
Startseite » Krankheiten » Magenübersäuerung

Eine Magenübersäuerung oder Hyperazidität wird durch viele verschiedene Erkrankungen und andere Faktoren ausgelöst. Sie kann zu unterschiedlichen, aber auch sehr typischen Beschwerden führen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Magenübersäuerung

Bei einer Magenübersäuerung, auch Hyperazidität genannt, kommt es durch die Magenschleimhaut zu einer deutlich erhöhten Produktion von Magensäure.

Sie ist im eigentlichen Sinne keine Erkrankung, sondern lediglich ein Symptom, mit dem der Magen auf verschiedene Erkrankungen und Stresszustände reagiert. Die sogenannten Belegzellen der Magenschleimhaut produzieren Salzsäure, um die Verdauungsprozesse zu ermöglichen und Krankheitserreger abzutöten. Die Menge der benötigten Magensäure wird dabei durch bestimmte Reize bestimmt und anschließend durch die Magenschleimhaut produziert.

Bei einer Magenübersäuerung kommt es jedoch zu einer übermäßigen Produktion der Salzsäure, aufgrund einer übertriebenen Reaktion des Magens. Besteht dauerhaft eine Magenübersäuerung, kommt es nicht nur zu den unangenehmen Symptomen, sondern auch eine Schädigung des Magen, des Dünndarms oder der Speiseröhre sind möglich.

Ursachen

Eine Magenübersäuerung kann die unterschiedlichsten Ursachen haben, da die Produktion der Salzsäure durch verschiedene Prozesse geregelt wird. Ein übermäßiger Genuss von Kaffee, Nikotin, fettem Essen oder Alkohol regen beispielsweise die Säureproduktion des Magens an. Aber auch persönliche Probleme, große Ärgernisse oder Stress reizen den Magen und führen zu einer Magenübersäuerung.

Den gleichen Einfluss haben jedoch auch bestimmte Medikamente, vor allem solche mit Acetylsalicylsäure. Bei einer dauerhaften Einnahme sollten daher sogenannte Protonenpumpenhemmer eingenommen werden. Diese Medikamente vermindern gezielt die Produktion der Magensäure.

Haben sich in der Magenschleimhaut die Helicobacter-pylori Bakterien eingenistet, führt dies ebenfalls zu einer verstärkten Produktion von Magensäure, da der Magen auf diese Art versucht, die Bakterien zu bekämpfen. Bestimmte Erkrankungen, wie Magenschleimhautentzündungen und ein Geschwür der Magenschleimhaut oder des Zwölffingerdarms, können ebenfalls zu einer Magenübersäuerung führen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Anzeichen für eine Magenübersäuerung (Hyperazidität) können eine unterschiedliche Intensität zeigen. Die Beschwerden klingen in zahlreichen Fällen als Reaktion auf zu fettes Essen oder übermäßigen Alkoholgenuss selbstständig wieder ab. Symptome für eine Magenübersäuerung können sich als geringfügige Beeinträchtigung darstellen, sie können aber auch schmerzhafter Art sein. Als typische Anzeichen für eine Magenübersäuerung gelten saures Aufstoßen, Sodbrennen und Mundgeruch.

In vielen Fällen tritt auch ein Völlegefühl auf. Zu den vielfältigen Symptomen zählen ebenso ein stechender Schmerz in der Magengegend sowie ein brennender Schmerz im Bereich von Speiseröhre und Mageneingang. Es kann auch zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen kommen. Ebenfalls können durch eine Magenübersäuerung harmlose Folgen wie Blähungen als Begleiterscheinung auftreten.

In Einzelfällen kann sich außerdem Appetitlosigkeit einstellen. Bei einem drastischen Aufsteigen der Magensäure in der Speiseröhre kann dies zu Husten oder Heiserkeit beim Betroffenen führen. Über einen längeren Zeitraum können sich auch Schäden an den Zähnen entwickeln. Dabei tritt verstärkt unangenehmer Mundgeruch auf. Als Folge einer langanhaltenden, intensiven Magenübersäuerung kann sich eine Magenschleimhautentzündung entwickeln.

Daher kann sie sich auch als Symptom für eine Magenübersäuerung darstellen. Rückschlüsse auf eine Magenübersäuerung können sogar Magengeschwüre oder Asthma liefern. Als Anzeichen für eine überschüssige Magensäure können auch Halsschmerzen auftreten. Veränderte Essgewohnheiten, insbesondere ein stärkeres Verlangen nach Milch, können ebenfalls Anzeichen für eine Magenübersäuerung darstellen.

Diagnose & Verlauf

Magenübersäuerung

Die Diagnose einer Magenübersäuerung wird grundsätzlich anhand der Krankengeschichte und einer gründlichen körperlichen Untersuchung gestellt. Die wichtigsten Symptome dabei sind: Sodbrennen, Völlegefühl, saures Aufstoßen, Übelkeit oder Erbrechen. Handelt es sich jedoch bereits um einen chronischen Zustand, kann dieser nahezu ohne Symptome ablaufen.

Um die Diagnose weiter abzuklären, insbesondere bei längerfristigen Erkrankungen, kann eine Magenspiegelung durchgeführt werden. Hierbei wird ein spezielles Endoskop durch den Mund in die Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm eingeführt und ermöglicht einen Einblick in diese Bereiche.

Des Weiteren kann dabei eine Biopsie, eine Probenentnahme der Magenschleimhaut, vorgenommen werden. Auch kann im Rahmen der Magenspiegelung der Übergang zum Zwölffingerdarm begutachtet und ein Zwölffingerdarmgeschwür ausgeschlossen werden.

Eine Magenübersäuerung, die nur kurzfristig ist, führt zu keinen schweren Schäden. Handelt es sich jedoch um einen chronischen Verlauf, kann die Magenschleimhaut Schaden nehmen. Aber auch der Zwölffingerdarm und die Speiseröhre kann beschädigt werden. Mögliche Folgen einer Magenübersäuerung können daher: eine Magenschleimhautentzündung, ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, die Refluxerkrankung und eine Tumorerkrankung der Speiseröhre sein.

Komplikationen

In der Regel hängt der weitere Verlauf dieser Krankheit stark von ihrer Ursache ab. In den meisten Fällen leiden die Betroffenen bei einer Magenübersäuerung an einem aufgeblähten Bauch und an einem Völlegefühl. In der Regel kommt es dabei auch zu Sodbrennen, welches die Lebensqualität des Patienten erheblich verringern und einschränken kann.

Weiterhin ist die Magenübersäuerung mit relativ starken Magenschmerzen verbunden. Nicht selten müssen die Betroffenen auch erbrechen und leiden an einer starken Übelkeit. Dabei kann es auch zu einem Appetitverlust kommen, sodass die Patienten an Gewicht verlieren oder einen Mangel an Nährstoffen aufweisen. Komplikationen treten bei der Magenübersäuerung in der Regel dann auf, wenn diese über einen längeren Zeitraum anhält und nicht von alleine wieder verschwindet.

Dabei kann es auch zur Ausbildung von Geschwüren oder von Krebs kommen. Aus diesem Grund sollte dabei auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden. Die Behandlung der Magenübersäuerung kann in den meisten Fällen durch eine strenge Diät und mit Hilfe von Medikamenten erfolgen. Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen. Allerdings kann die Lebenserwartung des Betroffenen eingeschränkt sein, wenn sich ein Tumor oder ein Geschwür ausgebildet hat.

Behandlung & Therapie

Um eine Magenübersäuerung zu behandeln, sollten zunächst auslösende Faktoren, wie Rauchen, Alkoholkonsum, Stress, fettes und scharfes Essen, vermieden werden.

Auch der Medikamentenkonsum sollte auf ein Mindestmaß reduziert werden. Ist dies nicht möglich, können Protonenpumpenhemmer eingenommen werden. Diese blockieren die übermäßige Magensäureproduktion.

Des Weiteren ist es möglich die Produktion der Magensäure mit Medikamenten auf Basis des Wirkstoffes Ranitidin zu minimieren oder die bereits gebildete Magensäure mit dem Wirkstoff Antazida zu neutralisieren.

Ist die Magenübersäuerung auf einen Befall mit dem Helicobacter-pylori-Bakterien zurückzuführen, müssen zunächst diese Bakterien bekämpft werden. Zusätzlich zu den Protonenpumpenhemmern wird in einem solchen Fall ein Antibiotikum verabreicht, um die Magenübersäuerung zu beseitigen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Um einer Magenübersäuerung vorzubeugen sollte versucht werden, Stresszustände und die Auslösenden Faktoren, wie Medikamente, Alkohol-, Nikotin-, Kaffeekonsum, fettes und scharfes Essen, zu vermeiden. Aber auch sehr schnelles Essen unter Zeitdruck reizt den Magen und sollte daher vermieden werden.

Grundsätzlich kann es nötig sein, das gesamte Essverhalten zu überdenken und umzustellen. Geht man jedoch mit Zeit, Lust und einem Interesse für gesunde Ernährung ans Essen heran, droht keine Magenübersäuerung. Personen, die zu einer Magenübersäuerung neigen, können ihren Magen durch den Einsatz von Heilerde im Gleichgewicht halten.

Das können Sie selbst tun

Wer regelmäßig an Magenübersäuerung leidet, sollte einen Arzt aufsuchen und die Ursachen abklären lassen. Gelegentliche Störungen dieser Art können auch mit Hausmitteln therapiert werden. Saures Aufstoßen stellt sich sehr häufig nach dem Konsum von zu viel Kaffee oder Alkohol ein. Auch sehr fettige, sehr scharf gewürzte oder sehr saure Speisen können zu diesem Effekt führen. Betroffene sollten sich beobachten, um ihre spezifischen Risikofaktoren, die individuell sehr verschieden sein können, zu identifizieren.

Magenübersäuerung wird am besten vorgebeugt, indem diese Risikofaktoren vermieden werden. Wer gerne tierische Nahrungsmittel zu sich nimmt und darauf regelmäßig mit Magenübersäuerung reagiert, sollte pflanzliche Alternativen versuchen, die in der Regel etwa 30 Prozent weniger Fett enthalten und schon alleine deshalb verträglicher sind. Auch schwarzer Kaffee, insbesondere auf nüchternen Magen, kann zu einer Übersäuerung und einer Reizung der Magenschleimhaut führen. Wer empfindlich ist, sollte morgens eine Kleinigkeit essen und seinem Kaffee mit (Pflanzen-) Milch trinken. Darüber hinaus sollte allgemein auf eine gesunde, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung geachtet werden.

Eine akute Magenübersäuerung kann mit Antazida bekämpft werden, die es rezeptfrei in Apotheken und Drogerien zu kaufen gibt. Wer natürliche Heilmittel vorzieht, kann Bullrichsalz oder Heilerde einnehmen.

Personen, bei denen die Magenübersäuerung regelmäßig eine Folge von Stress ist, sollten Entspannungstechniken erlernen.

Bücher über Magenbeschwerden

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren: