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Wermut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. August 2011
Symptomat.deHeilpflanzen Wermut

Wermut oder Wermutkraut (botanisch: Artemisia absinthium L.) gehört zur Pflanzenfamilie der Korbblütler. Im Volksmund ist er auch bekannt als Absinth oder Wurmkraut.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen und Anbau von Wermut


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Wermut wächst als ausdauernder Halbstrauch mit einem kräftigen Wurzelstock bevorzugt auf trockenen, kalkhaltigen Böden.

Die bis zu 120 Zentimeter hohe Pflanze besitzt charakteristische, silbergrau behaarte Blätter und duftet stark aromatisch. Wermut blüht zwischen Juli und September. Seine Blütenstände bestehen aus zahlreichen, kleinen, kugelförmigen Körbchen, in denen gelbe Röhrenblüten zu finden sind.

Wermut wächst in Höhenlagen bis zu 3500 Meter. Er ist in Europa, Asien, Nordafrika und inzwischen auch in Nord- und Südamerika verbreitet. Als Arzneipflanze wird Wermut örtlich angebaut.

Wirkung und Anwendung von Wermut

Wermut enthält ätherisches Öl, dessen Hauptbestandteil das giftige Thujon ist. Im Wermutkraut finden sich Bitterstoffe in hoher Konzentration, darunter hauptsächlich Absinth. Nachgewiesen wurden weiterhin verschiedene Flavonoide. Vermutet werden darüber hinaus geringe Mengen an Azytelen.

In Deutschland wird das Wermutkraut geerntet und angebaut, dessen Qualität im Europäischen Arzneibuch festgeschrieben ist. Verwendung finden die Zweigspitzen blühender Pflanzen. Sie kommen zum einen als geschnittene Droge für Teezubereitungen in den Handel. Als Phytopharmaka sind darüber hinaus Trockenextrakte (in Form von Dragees oder Tabletten) sowie wässrige oder wässrig-alkoholische Auszüge (als Tinkturen oder Tropfen) im Angebot.

Neben der Verwendung von Wermut als medizinische Droge wird Wermutkraut in einigen Regionen schwer verdaulichen Speisen als Gewürz zugesetzt. Am bekanntesten ist vermutlich die Verwendung von Wermut zur Bereitung von Wermutwein und Absinth – eines nicht ungefährlichen, hochprozentigen alkoholischen Getränks.

Mögliche Nebenwirkungen bei einer Überdosierung von Wermut sind Benommenheit bis hin zum Delirium, Unwohlsein und Erbrechen. In schweren Fällen kann es zu Nierenschäden kommen. Zurückzuführen ist dies auf die toxische Wirkung des im Wermut enthaltenen Thujons.

Bedeutung von Wermut für die Gesundheit

Bereits in der Antike wurde Wermut als Heilpflanze genutzt. Wermut galt als appetitanregend und förderlich für die Verdauung. Hildegard von Bingen beschrieb im Mittelalter ausführlich die Verwendung von Wermut in der traditionellen Heilkunde. Belegt ist weiterhin die Verwendung von Wermut als Wurmkur, worauf auch die englischsprachige Bezeichnung des Wermuts als „wormwood“ hinweist.

Als Ausschuss der Europäischen Arzneimittel-Zulassungsstelle entscheidet das Herbal Medicinal Product Committee (HMPC) über die Einordnung pflanzlicher Drogen und deren Zulassung als pflanzliche Arzneimittel. Wermutkraut wurde vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

Erwiesen hat sich die Wirksamkeit von Wermut zur Appetitanregung, bei Verdauungsbeschwerden sowie zur Anregung der Leberfunktion. Wermut wird daher vor allem bei der Behandlung vorübergehender Appetitlosigkeit, bei Blähungen, Gastritis und anderen krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt eingesetzt.

Wer unter Gallensteinen oder anderen Gallenstörungen leidet, sollte vor einer Behandlung einen Arzt konsultieren. Menschen mit Allergien gegen Korbblütler dürfen keine Zubereitungen mit Wermut verwenden. Ebenso wird Schwangeren und stillenden Müttern abgeraten. Auch für Kinder und Jugendliche empfiehlt sich die Anwendung von Wermut nicht, da noch keine Erkenntnisse zur Unbedenklichkeit vorliegen.

Bei der Verwendung handelsüblicher Phytopharmaka sind die Dosierungsanweisungen der Hersteller zu beachten. Für einen Teeaufguss wird ein Teelöffel Wermutkraut mit zirka 150 Milliliter siedendem Wasser übergossen, 10 bis 15 Minuten bedeckt ziehen gelassen und anschließend abgeseiht. Empfohlen werden täglich drei Tassen frisch zubereiteter Tee. Um den Appetit anzuregen sollte der Teeaufguss aus Wermut etwa eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten getrunken werden, bei akuten Verdauungsbeschwerden nach den Mahlzeiten.

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