Essstörungen
Essen spielt im täglichen Leben eine lebenswichtige Rolle. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn in diesem Zusammenhang immer mehr Menschen an Essstörungen bzw. Ernährungsstörungen leiden. In der heutigen Zeit haben vor allem Medien und Wirtschaft ein Idealbild geschaffen, welchem viele Menschen nacheifern. So kommt es dann in der Folge dazu, dass es im Bereich der Ernährung immer wieder zu Verhaltensstörungen kommt.
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Definition Essstörungen
Eine der Häufigsten ist die Anorexia nervosa, auch Magersucht genannt. Die Betroffenen haben eine stark ausgeprägte Angst vor einer Gewichtszunahme und versuchen diese Angst durch Nahrungsverweigerung zu bewältigen. Patienten mit einer Magersucht sind entweder stark untergewichtig oder nehmen innerhalb kurzer Zeit drastisch ab.
Eine weitere Essstörung ist die Bulimia nervosa, auch Bulimie oder Ess-Brech-Sucht genannt. Dabei kommt es regelmäßig zu Heißhungerattacken, bei denen Betroffene Unmengen an Nahrungsmitteln in kurzer Zeit zu sich nehmen. Anschließend erbrechen sie sich, um eine Gewichtszunahme zu verhindern. Manche Betroffene erbrechen jedoch beinahe jede Mahlzeit, unabhängig von Fressanfällen. Diese Form der Bulimie tritt oft gemeinsam mit einer Magersucht auf.
Die Binge-Eating-Störung nimmt einen weiteren Bereich der Essstörungen ein. Betroffene dieser Störung nehmen unverhältnismäßig viele Lebensmittel zu sich. Zudem leiden sie unter Fressanfällen. Infolge der starken Gewichtszunahme treten weitere Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck auf.
Ursachen für Essstörungen
In vielen Fällen spielen Kindesmisshandlung und sexueller Missbrauch eine Rolle. Auch die eigene Persönlichkeitsstruktur spielt bei der Entstehung von Essstörungen eine wesentliche Rolle. Ein niedriges Selbstbewusstsein, Perfektionismus und ein zwanghaftes Kontrollverhalten begünstigen die Entwicklung eines gestörten Essverhaltens.
Familiäre Schwierigkeiten, wie etwa gestörte Bindungen, Vernachlässigung oder Überversorgung begünstigen ebenfalls Essstörungen.
Diagnose und Verlauf von Essstörungen
Die Diagnose von Essstörungen ist nicht immer einfach, zumal die Betroffenen nur selten eine Krankheitseinsicht haben. Betroffene fallen meist durch eine starke Gewichtsab- oder zunahme oder durch Untergewicht auf. Auch die ständige Beschäftigung rund um das Thema Essen kann auffällig sein und sollte aufmerksam machen.
Ein Facharzt kann den Verdacht bestätigen. Dies geschieht durch eine gründliche Untersuchung, die einen Bluttest einschließt. Je nach Typ der Essstörungen geben bestimmte Faktoren Aufschluss darüber, ob eine Essstörung vorliegt oder nicht, da nicht immer das Gewicht ausschlaggebend ist. Liegt jedoch deutliches Unter- oder Übergewicht vor und sind Stoffwechselerkrankungen als Ursache ausgeschlossen, liegt der Verdacht einer Essstörung nahe. Eine eingehende Diagnostik durch einen Psychologen kann den Verdacht bestätigen.
Der Verlauf dieser Erkrankung hängt stark von der Einsicht des Patienten ab sowie vom Schweregrad und den möglicherweise bereits vorhandenen Folgeerkrankungen. Gerade Magersucht nimmt nicht selten einen tödlichen Verlauf, da hier das Herz durch die Mangelernährung irreparabel geschädigt werden kann.
Zeigt der Patient Einsicht und arbeitet mit, kann die Behandlung erfolgreich verlaufen. Es ist jedoch in vielen Fällen eine langwierige und multidisziplinäre Therapie nötig, um eine Essstörung zu heilen.
Behandlung von Essstörungen
Die Therapie einer Essstörung erfolgt in den meisten Fällen multidisziplinär und schließt in erster Linie eine psychologisch ausgerichtete Therapie ein. In jedem Falle erfolgt eine engmaschige medizinische Betreuung, die eventuelle Folgeschäden, wie Herzerkrankungen, Mangelerscheinungen oder Diabetes überwacht und behandelt.
Des Weiteren können, abhängig vom Patienten, weitere Therapiemöglichkeiten wie Ergotherapie, Esstraining, Körpertherapie, Kunsttherapie, Rehamaßnahmen, Physiotherapie, Sportangebote oder betreutes Wohnen unterstützend wirken.
Wichtig ist es, herauszufinden, wo die Ursache für die Essstörung liegt und diese zu beseitigen oder zu behandeln. Hier kann auch eine systemische Therapie oder eine Familientherapie helfen. In schweren Fällen muss ein erkranktes Kind oder Jugendlicher durch das Jugendamt aus der Familie herausgenommen werden.
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Vorbeugung von Essstörungen
Eine Essstörung kann im herkömmlichen Sinne nicht vorgebeugt werden. Jedoch kann die Gefahr reduziert werden, dass ein Kind oder Jugendlicher daran erkrankt, indem wesentliche Faktoren zur Begünstigung entsprechend reduziert werden.
Dazu gehört ein stabiler und fürsorglicher Familienverband, in dem gesunde und stärkende Beziehungen vorhanden sind. Kinder, welche selbstbewusst und selbstsicher sind und genügend tragfähige Bindungen haben, können mit Rückschlägen und eigenen Schwächen besser umgehen und sind so weniger anfällig für Verhaltensstörungen, insbesondere Essstörungen.
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