Magnesiummangel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. Oktober 2017
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Magnesiummangel ist zwar kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein akuter oder chronischer Mangelzustand. Er kann aber verschiedene Krankheitsbilder und Funktionsstörungen im Körper auslösen und begründen. In den meisten Fällen bleibt der Magnesiummangel zunächst unbemerkt. Man geht allgemein davon aus, dass das Essen genug Magnesium enthält.

Inhaltsverzeichnis

Definition Magnesiummangel

Magnesiummangel ist als Nicht-Vorhandensein von ausreichend Magnesium im Organismus definiert. Dabei kann im Blutbild keinerlei Mangel ersichtlich sein, denn im Blut ist immer eine Homöostase aller benötigten Stoffe vorhanden.

Das bedeutet: Alle benötigten Nährstoffe sind in der erforderlichen Menge vorhanden. Werden sie nicht über die Nahrung zugeführt, bedient sich der Organismus in körpereigenen Depots oder aus Knochen, Zähnen und Gewebe. Auf einen akuten Magnesiummangel schließt man eher über andere Symptome, beispielsweise Beinkrämpfe nach sportlicher Betätigung oder im Alter.

Der chronische Magnesiummangel stellt aber ein anderes Problem dar. Er wird von Seiten der Medizin bisher wenig beachtet. Dabei kann chronischer Magnesiummangel an der Entstehung zahlreicher Funktionsstörungen im Körper beteiligt sein.

Ursachen

Als Ursachen für einen akuten oder chronischen Magnesiummangel kommen Sport, starkes Schwitzen, eine falsche Ernährung und zunehmendes Alter in Frage. Zuckerreiche, vitalstoffarme Ernährung, zu der entwässernde Getränke genossen werden, kann bereits einen Magnesiummangel auslösen.

Ernährungswissenschaftler machen industriell verarbeitete Nahrung, ausgelaugte und überdüngte Böden, dadurch geschädigte Pflanzen, falsche Zubereitungsweisen für Lebensmittel und eine falsche Ernährungsweise für den Magnesiummangel verantwortlich. Hinzu addiert sich, dass die Aufnahme von Magnesium von anderen Vitaminen abhängt. Werden diese nicht ausreichend zugeführt, entsteht auch bei generell guter Versorgung ein Magnesiummangel.

Auch diese Vitamine werden beim Kochen oder Braten zum Teil eleminiert. Den Rest erledigen oft die zahllosen chemischen Schadstoffe, denen der Mensch ausgesetzt ist. Magnesiummangel wird daher von zahlreichen Wissenschaftlern als Volkskrankheit angesehen. Das Gros der Mediziner leugnet aber, dass überhaupt ein Magnesiummangel besteht.

Diagnose & Verlauf

Eine Blutuntersuchung der Magnesiumwerte dient dem Arzt zur weiteren Diagnose von verschiedenen Krankheiten.

Die Diagnose eines akuten Magnesiummangels trifft man oft selbst. Ein chronischer Magnesiummangel macht sich jedoch erst durch Erkrankungen bemerkbar. Nervensystem, Muskeln, Blutgefäße, Nieren, Immunsystem oder Haut sind auf die Aufnahme von Magnesium angewiesen. Für sie bedeutet Magnesiummangel eine Verringerng ihrer Tätigkeiten.

Ist der Magnesiummangel vorübergehend, kommt es über lange Zeit hinweg zu einem chronischen Mangelzustand leichter Art. Zugleich wird im Alter die Magnesiumaufnahme und -verwertung gemindert. Dank einseitiger und mineralstoffarmer Ernährung entstehen ernährungsbedingte Erkrankungen. Oft wird der beteiligte Magnesiummangel nicht spezifisch diagnostiziert oder beachtet.

Amerikanische Studien haben nachgewiesen, dass mehr als die Hälfte der untersuchten Probanden einer Studie einen gravierenden Magnesiummangel aufwiesen. Die bisher empfohlene Tagesdosis dieses Mineralstoffes scheint bereits einen Magnesiummangel auszulösen.

Im Verlauf dieses Mangels entstehen zahlreiche Krankheiten, deren Entstehung man meist nicht auf einen Magnesiummangel zurückführt. Naturgemäß muss der Magnesiummangel auch keinesfalls die einzige Ursache sein.

Komplikationen

Im Allgemeinen wirkt sich ein Magnesiummangel sehr negativ auf die Gesundheit des Patienten aus. Dieser kann zu schweren Komplikationen führen, die allerdings stark von der Ausprägung des Mangels abhängen. In den meisten Fällen kann dem Magnesiummangel allerdings sehr einfach und schnell entgegengewirkt werden, sodass Folgeschäden relativ gut vermieden werden können.

Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an einer Müdigkeit und an einer Abgeschlagenheit. Auch das Immunsystem wird durch diesen Mangel geschwächt, sodass es häufiger zu Entzündungen oder zu Infekten kommt. Dabei ist auch die Wundheilung des Betroffenen deutlich verzögert. Der weitere Verlauf dieser Beschwerde hängt allerdings stark von der Ursache dieses Mangels ab, sodass dabei in der Regel keine allgemeine Voraussage möglich ist.

In den meisten Fällen wird der Magnesiummangel mit Hilfe einer strengen Diät behandelt. Dabei kommt es schon relativ schnell zu einem Erfolg und die Beschwerden verschwinden nach einigen Tagen wieder. Ist die Erkrankung chronischer Natur, bei welcher die Grundursache nicht behandelt werden kann, muss der Betroffene Ergänzungsmittel einnehmen. Komplikationen treten dabei nicht auf. Bei einer erfolgreichen Behandlung treten keine weiteren Komplikationen auf.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Magnesiummangel besteht in oralen Gaben von Magnesium im akuten Fall. Ansonsten muss aber die Ernährung auf Magnesiummangel hin überprüft werden. Einseitige und zuckerreiche Ernährung mit Cola, Süßigkeiten, süßem Gebäck, Fastfood und Tiefkühlportionen zieht automatisch einen Magnesiummangel nach sich.

Es kommt zu einer chronischen Übersäuerung des Organismus. Calcium und Magnesium werden vorwiegend zur Neutralisierung von Säuren verbraucht. Die Übersäuerung kann mit vorwiegend basischer Kost wieder zurück gedreht werden. Daher besteht die Grundbehandlung von Magnesiummangel immer in einer Kostumstellung.

Statt industriell verarbeiteter Nahrung wählt man natürliche und unverarbeitete Lebensmittel. Außerdem müssen die Erkrankungen, die durch Übersäuerung und Magnesiummangel entstanden sind, individuell behandelt werden. Hier genügt oft die Gabe von Magnesium alleine nicht. Der Magnesiummangel ist Teil eines Krankheitsgeschehens, das komplexer ist.

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Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen Magnesiummangel ist eine ausgewogene und vitalstoffhaltige Ernährung mit einem hohen Anteil an Vollkorn, Obst und Gemüse. Schon das Trinken von einem guten Mineral- oder Heilwasser kann den benötigten Tagesbedarf an Magnesium zuführen.

Zugleich muss man aber alle erforderlichen Begleitstoffe, die zur Magnesiumaufnahme nötig sind, zuführen. Meiden sollte man bei Magnesiummangel fluorisierte Zahnpasten, Mineralwässer und Speisesalze.

Das können Sie selbst tun

Ein Magnesiummangel kann meistens durch eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten und kleine Anpassungen im Lebensstil behoben werden. Es empfiehlt sich Lebensmittel mit viel Magnesium in den Speiseplan einzubauen – also unter anderem Kürbiskerne, Kakao, Hülsenfrüchte oder Sesam. Auch Bananen, Couscous und Brennnessel eignen sich und genügen meist schon, um einen leichten Mangel auszugleichen.

Bei schweren Mangelerscheinungen kann der Arzt außerdem Nahrungsergänzungsmittel verordnen. Geeignete Präparate sind Magnesiumchelat, Magnesiumorotat oder Mineralstoffpuder mit Wirkstoffen der Sango-Meeres-Koralle. Als Alternativen aus der Homöopathie bieten sich Belladonna und Colocynthis an. Neben diesen diätetischen Maßnahmen gilt es, die Ursachen für den Mangel an Magnesium zu ermitteln. Manchmal liegt den Beschwerden etwa eine Erkrankung zugrunde, die ärztlich abgeklärt und behandelt werden muss. Auch übermäßiges Schwitzen beim Sport sowie regelmäßiger Alkoholkonsum können Auslöser sein. Beidem kann durch eine Umstellung der Gewohnheiten entgegengewirkt werden.

Bei den typischen Symptomen sollte immer auch ein Arzt hinzugezogen werden. Der Mediziner kann sicherstellen, dass der Magnesiummangel nicht problematisch ist und weitere Tipps und Maßnahmen an die Hand geben, wie die Magnesium-Reserven im Körper schnell wieder aufgefüllt werden können.

Bücher über Magnesium

Quellen

  • Burkhardt, D.: Gesund leben. Laborwerte deuten. Müller Verlag, Köln 2005
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Suter, P.M.: Checkliste Ernährung. Thieme, Stuttgart 2008

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