Speiseröhrenentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. September 2017
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Eine Speiseröhrenentzündung oder Ösophagitis entsteht durch falsche Essensgewohnheiten, durch Stress oder durch einen schwachen Schließmuskel am Übergang zum Magen. Die empfindliche Schleimhaut wird geschädigt und kann Schmerzen und Beschwerden beim Schlucken verursachen. Man kann die Speiseröhrenentzündung mit Diät behandeln, mit Medikamenten oder in schweren Fällen mit einem operativen Eingriff.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Speiseröhrenentzündung?

Eine Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) entsteht, wenn sich die Schleimhaut, welche die Speiseröhre auskleidet, entzündet. Die Speiseröhrenentzündung kann akut auftreten oder chronisch verlaufen. In den meisten Fällen ist das untere Drittel der Speiseröhre betroffen, dort wo sich die Verbindung zum Magen befindet.

Die Speiseröhre ist ein Schlauch aus Muskeln und Gewebe, der den Mund mit dem Magen verbindet. Die Haut der Speiseröhre besteht aus verschiedenen Gewebeschichten. Die äußerste ist eine Muskelschicht, dann folgt eine Bindegewebsschicht, in welcher sich Drüsen für die Produktion von Schleim befinden.

Diese schleimige Substanz wird auf die innerste Schicht abgegeben, damit Speisen beim Schlucken leichter rutschen, aber auch als Schutz für die Schleimhaut. Fließt nun häufig Magensäure aus dem Magen zurück in die Speiseröhre oder dringen Pilze, Viren oder versehentlich geschluckte scharfe Gegenstände ein, so kann es zu einer Speiseröhrenentzündung kommen.

Ursachen

Bei einer Speiseröhrenentzündung können verschiedene Ursachen vorliegen. Der häufigste Auslöser ist ein mangelnder Verschluss des Übergangs zum Magen. Normalerweise verhindert der untere Speiseröhrenschließmuskel (Ösophagussphinkter), dass Magensäure in die Speiseröhre fließt. Aber wenn der Muskel geschädigt oder zu schwach ist, wenn durch falsche Ernährung zu viel Magensäure produziert wird oder wenn eine Tumorerkrankung am Magen vorliegt, dann ist es möglich, dass der Verschluss nicht mehr richtig funktioniert.

Auch Übergewicht oder eine Schwangerschaft können Auslöser für verstärkten Druck auf den Magenverschluss sein. Die Magensäure fließt dann in die Speiseröhre und greift dort die empfindliche Schleimhaut an. Eine Speiseröhrenentzündung ist dann die Folge.

Eine weitere mögliche Ursache ist das versehentliche Verschlucken von scharfen Gegenständen oder ätzenden Substanzen oder die unsachgemäße Einnahme von Medikamenten. Auch eine Pilzinfektion oder das Eindringen von Viren können eine Speiseröhrenentzündung verursachen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Speiseröhrenentzündung

Die ersten Beschwerden bei einer Speiseröhrenentzündung sind Brennen in der Speiseröhre und Schmerzen beim Schlucken. Die Schluckbewegungen fallen schwer, man hat das Gefühl, der Speisebrei kratzt an der Speiseröhre, hängt fest und kann sich nicht zügig zum Magen hinunter bewegen.

Manchmal brennt es zusätzlich hinter dem Brustbein. Man hat einen schlechten Geschmack im Mund und muss öfters sauer aufstoßen. Letzteres ist das Anzeichen für einen ungenügenden Verschluss zum Magen, die häufigste Ursache für eine Speiseröhrenentzündung. Die Symptome treten meist nach dem Essen auf oder nachdem man kohlesäurehaltige Getränke zu sich genommen hat. Auch beim Bücken oder bei anstrengenden Tätigkeiten spürt man Schmerzen und einen Druck im oberen Bauchraum.

Um zu überprüfen, ob eine Speiseröhrenentzündung vorliegt, wird der Arzt zunächst die Krankheitsgeschichte erfragen. In der Regel wird dann eine Magenspiegelung durchgeführt, bei welcher die Beschaffenheit der Schleimhaut untersucht wird. Zusätzlich wird mittels einer Sonde, die über die Nase eingeführt wird, der Säuregehalt in der Speiseröhre gemessen.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: K20 Ösophagitis) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Eine unbehandelte Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) kann einen chronischen Verlauf nehmen. Die ständig bestehende oder in kurzen Abständen auftretende Entzündung führt in vielen Fällen zur Bildung von Geschwüren. Diese verengen die Speiseröhre und machen sich anhand von Schluckbeschwerden, einem Druckgefühl hinter dem Brustbein und krampfartigen Schmerzen bemerkbar.

Eine gefürchtete Komplikation stellt insbesondere der sogenannte Barett-Ösophagus dar: Diese mit einer Verengung im unteren Bereich des Ösophagus verbundene Schleimhautveränderung stellt eine Vorstufe von Speiseröhrenkrebs dar. Ein Karzinom der Speiseröhre neigt zum Einwachsen in umliegendes Gewebe und zur Bildung von Tochtergeschwülsten in Lymphknoten und anderen Organen.

Wird die Schleimhaut der Speiseröhre aufgrund einer chronischen Entzündung oder Gewebewucherungen stark gereizt, kann sie anfangen zu bluten. Wenn große Areale betroffen sind, nimmt die Blutung unter Umständen lebensbedrohliche Ausmaße an. Das Trinken von Säuren oder Laugen kann eine akute Speiseröhrenentzündung verursachen, die umgehend intensivmedizinische Behandlung erfordert. Im schlimmsten Fall reißt die Speiseröhrenwand und Flüssigkeit gelangt in den Brustkorb – eine daraus entstehende Mittelfellentzündung kann tödlich enden.

Auch wenn eine Verätzung erfolgreich behandelt wird, bleibt eine Narbenbildung oft nicht aus, je nach Schwere kann diese die Nahrungsaufnahme erheblich beeinträchtigen. Bei der Behandlung einer Speiseröhrenentzündung steigt unter Umständen als Nebenwirkung bestimmter Medikamente das Risiko an, eine Osteoporose oder ein Nierenleiden zu entwickeln.

Behandlung & Therapie

Es gibt verschiedene Möglichkeiten eine Speiseröhrenentzündung zu behandeln. Zunächst sollte man auf die richtige Ernährung achten und gegebenenfalls eine Nahrungsumstellung durchführen. Dabei ist besonders darauf zu achten, welche Lebensmittel die Beschwerden verursachen und diese dann durch verträglichere ersetzen. Kohlensäurehaltige Getränke, saure Fruchtsäfte, schwarzen Kaffee und Alkoholika sollte man möglichst wenig konsumieren.

Das letzte Essen sollte nicht direkt vor dem Schlafengehen zu sich genommen werden. Auch sind mehrere kleine Mahlzeiten verträglicher als wenige große. Weiterhin kann man die Speiseröhrenentzündung mit Medikamenten therapieren. Es werden Wirkstoffe eingesetzt, welche die Magensäure binden und ihr damit die ätzende Eigenschaft nehmen. Auch gibt es Säurebildungshemmer, welche die Produktion von Magensäure verringern.

Liegt eine sehr schwere Speiseröhrenentzündung vor, so stehen zur Behandlung operative Eingriffe zur Verfügung. Hierbei wird in einem endoskopischen Verfahren der untere Schließmuskel verengt. Dazu werden über kleine Einschnitte im Oberbauch Instrumente bis zur Magenpforte eingeführt, mit welchen dann eine Art Manschette um die Pforte des Magens und den Schließmuskel gelegt wird. Dadurch wird der Schließmuskel zusammengerafft und kann wieder vollständig den Magen verschließen. Es gibt noch andere Operationstechniken, aber die zuvor genannte ist die erfolgreichste Maßnahme bei einer Speiseröhrenentzündung.

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Vorbeugung

Um einer Speiseröhrenentzündung vorzubeugen empfiehlt es sich, auf gesunde Ernährung zu achten. Sowohl verträgliches Essen, als auch die richtige Menge an Nahrungsmitteln sollten auf dem Speiseplan stehen. Übermäßiger Alkoholgenuss und zu starkes Würzen sollten vermieden werden. Ein ausgeglichenes stressarmes Leben, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Zeit zum Essen sind die besten Maßnahmen um einer Speiseröhrenentzündung vorzubeugen.

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Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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