Allopurinol

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. November 2016
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Allopurinol hat sich zur Therapie und Prophylaxe von erhöhten Harnsäurewerten und ihren Folgeerscheinungen bewährt. Das gut verträgliche Medikament gehört längst zur Standardbehandlung geworden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Allopurinol?

Allopurinol ist ein Urostatikum zur Behandlung von Hyperurikämie und chronischer Gicht. Unter verschiedenen Handelsnamen und deren Generika ist es in Apotheken erhältlich. Das verschreibungspflichtige Medikament wird als Tabletten zu 50 oder 100 Stück mit je 100 mg sowie 20, 50 oder 100 Stück mit je 300 mg seines Wirkstoffes angeboten.

Das Mittel empfiehlt sich bei erhöhten Harnsäurewerten ab 8,5 mg/100 ml im Blutserum Erwachsener, wenn Diätversuche zum Absenken erfolglos bleiben oder eine andere Erkrankung ursächlich ist. Neben der Reduzierung der Harnsäure lindert Allopurinol die unangenehmen Gichtsymptome. Es eignet sich unter steter ärztlicher Kontrolle zur Langzeitbehandlung.

Bei Kindern ist Allopurinol in Dosierungen unter 300 mg bei Erkrankungen wie Leukämie oder einem angeborenen Enzymmangel wie dem Lesh-Nyhan-Syndrom angezeigt.

Pharmakologische Wirkung

Allopurinol trägt seinen Wirkstoff bereits im Namen. Es zählt zur Gruppe der Gichtmedikamente. Eine Behandlung mit Allopurinol soll erhöhte Harnsäurewerte im Blutserum senken. Gelingt dies, schwächen sich als Folge außerdem die mit akuten Gichtanfällen verbundenen Schmerzen ab. Weiteren Gichtanfällen wird vorgebeugt.

Die genaue Wirkweise beruht auf einem Abbau der Purine, hauptsächlich in Eiweißen vorkommende organische Verbindungen. Teils entstehen sie im Körper, teils werden sie mit fleischlicher Nahrung zugeführt.Der menschliche Organismus baut Purine üblicherweise zu Harnsäure ab und scheidet sie über die Nieren aus. Allopurinol verhindert diesen Purinabbau, indem es das hierfür wichtige Enzym Xanthinoxidase hemmt. Während sich Harnsäure schwer wasserlöslich verhält, bildet sich unter der die Harnsäure reduzierenden Gabe von Allopurinol stattdessen mehr von deren Vorstufe Hypoxanthin.

Im Gegensatz zur Harnsäure ist dieses gut wasserlöslich. So kommt es im Blut zum erwünschten Absinken der erhöhten Harnsäurekonzentration (Hyperurikämie). Im Gewebe erfolgt ein Abbau von abgelagerten und typische Gichtbeschwerden verursachenden Uratkristallen sowie deren verzögerte Neubildung. Anders als Harnsäure kann der Körper das Hypoxanthin problemlos im Urin über die Nieren abgeben. Es zeigte sich, dass Allopurinol bei einigen Patienten neben einem Purinabbau die Bildung neuer Purine begrenzt.

Dennoch muss bei Niereninsuffizienz die Allopurinol-Gabe der verringerten Leistungsfähigkeit der Nieren angepasst werden. Bei akutem Gichtanfall ist auf ein Verabreichen von Allopurinol zu verzichten, da es die Löslichkeit der Harnsäure beeinflusst. Es können sich Harnsäurekristalle bilden, die den Gichtanfall verstärken beziehungsweise verlängern.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Allopurinol ist ein Urostatikum zur Behandlung von Hyperurikämie und chronischer Gicht.

Allopurinol hat sich für die Behandlung von Erwachsenen und Kindern bewährt und wird allgemein gut vertragen. Es hilft, erhöhte Harnsäurespiegel im Blut von mehr als 8,5 mg/dl abzusenken, welche vor allem bei Hyperurikämie und Gicht auftreten.

Bringt eine Ernährungsumstellung keine Besserung, empfiehlt sich Allopurinol, auch für eine Langzeitbehandlung. Es lässt sich außerdem hervorragend zur Vorbeugung akuter Gichtanfälle mit ihren schmerzhaften Begleiterscheinungen verwenden. Weitere Anwendungsgebiete sind das Vermeiden von Nierensteinen und infolgedessen später auftretende Schädigungen des Nierengewebes.

Kinder können während einer Leukämiebehandlung Nierenschäden erleiden, da der Abbau von Tumorzellen mit einer vermehrten Entstehung von Purinen einhergeht. Prophylaktisch gegebenes Allopurinol steuert den dadurch ausgelösten negativen Prozessen entgegen. Ebenfalls häufig verordnet wird Allopurinol bei angeborenen Erbkrankheiten wie das schon bei Kindern zur Gicht führende Lesch-Nyhan-Syndrom oder bei einem Mangel an Adenosin-Phosphoribosyl-Transferase.

Wichtig zu wissen: Bei einer Erstbehandlung mit Allopurinol lässt der spürbare Erfolg meistens auf sich warten, da es bis zu sechs Monate dauern kann, bis die Harnsäureablagerungen im Gewebe abgebaut sind. Ferner sollte die Allopurinol-Therapie einschleichend starten.

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Risiken & Nebenwirkungen

Selbst ein bewährtes Medikament wie Allopurinol hat Risiken und Nebenwirkungen. Allergische Reaktionen, vor allem der Haut, sowie Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen, können auftreten, außerdem Blutbildungsstörungen, Lymphknotenschwellungen, Nierensteine, Leberschäden und Neuropathie.

Kontraindiziert beziehungsweise mit erhöhter Vorsicht ist Allopurinol einzusetzen bei bereits eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion sowie bestimmten Störungen der Blutbildung. Ebenso darf es nicht während eines akuten Gichtanfalls gegeben werden.

Allopurinol kann Autofahren und Maschinenbedienung beeinträchtigen.

Zur Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit liegen kaum Erfahrungen vor. Sicherheitshalber wird von einer Einnahme in diesen Phasen abgeraten.

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