Benommenheit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Benommenheit ist die leichteste Form der quantitativen Bewusstseinsstörungen. Häufig findet eine namentliche Verwechslung mit Schwindelanfällen statt. Die Betroffenen sind schläfrig. Der Zustand der Benommenheit kann auch beim Aufwachen, unter Hypnose, bei Meditation und Entspannungsübungen auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Benommenheit?

Unter Benommenheit verstehen die Mediziner eine quantitative Bewusstseinsstörung. Das bedeutet, der Wachheitsgrad des Patienten ist eingeschränkt. In Verbindung von Benommenheit können Störungen im Denken, Handeln und Konzentrationsstörungen auftreten.

Die Aufmerksamkeit ist herabgesetzt. Die Patienten sind ansprechbar und reagieren spontan auf Ansprache. Tritt Benommenheit auf, so deutet dies auf eine psychische Störung mit einer organischen Ursache hin.

Ursachen

Die Ursachen der Benommenheit sind meistens organischen Ursprungs und erfordern bei häufigerem Auftreten eine Abklärung durch einen Arzt.

Als Ursachen für Benommenheit sind Flüssigkeitsverlust, Medikamente, Drogen, Alkohol und Vergiftungen zu nennen. Auch Stoffwechselstörungen (Zuckerkrankheit) und Umweltgifte können zu Benommenheit führen. Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns können ebenfalls verantwortlich für Benommenheit sein.

Patienten leiden nach einem Schlaganfall häufig auch unter Benommenheit. Akute Herzprobleme z.B. Herzinfarkt können eine Benommenheit auslösen. Eine weitere Ursache kann eine Hirnhautentzündung oder eine Hirnentzündung durch einen Zeckenbiss sein. Benommenheit kann auch nach einem Sonnenstich auftreten. Blockierungen an der oberen Halswirbelsäule führen in seltenen Fällen zu Benommenheit.

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Diagnose & Verlauf

Unter Benommenheit verstehen die Mediziner eine quantitative Bewusstseinsstörung. Das bedeutet, der Wachheitsgrad des Patienten ist eingeschränkt.

Bei der Diagnose für Benommenheit ist klar abzugrenzen, ob es sich um eine quantitative Bewusstseinstörung oder um eine Schwindelattacke handelt. Weiterhin wird der Arzt untersuchen, ob der Patient auf Ansprache und auf Schmerzreize angepasst reagiert. Streck- und Beugereflexe werden vom Mediziner getestet. Sie geben dem Arzt Aufschluss über die Schwere der quantitativen Bewusstseinsstörung.

Der Verlauf der Benommenheit ist abhängig von der Ursache und von der Therapie. Ist es möglich die Ursache zu beheben, verschwindet die Benommenheit. Setzt keine adäquate Therapie ein, so kann es zur Somnolenz (krankhafte Schläfrigkeit), zum Sopor, zum Präkoma oder zum Koma kommen. Bei der krankhaften Schläfrigkeit ist der Patient nur noch auf laute Ansprache oder Anfassen erweckbar. Hierbei ist auch die Atmung verlangsamt.

Sopor ist gekennzeichnet, dass der Patient nur noch durch starke Weckreize kurzzeitig weckbar ist. Im Präkoma und Koma ist der Patient nicht mehr erweckbar. Hier erfolgt die Differenzierung durch den Pupillenreflex auf Lichteinfall, der im Präkoma noch vorhanden ist, und im Koma nicht mehr. Zusätzlich ist auch die Atmung verlangsamt oder es treten Atempausen auf.

Komplikationen

Benommenheit beeinträchtigt die Fähigkeit, alltägliche Situationen richtig einzuschätzen und vernünftige Entscheidungen zu treffen. Zur eigenen Sicherheit werden Patienten beispielsweise nach einer Narkose oder auch unter Einfluss bestimmter Medikamente gebeten, keine schweren Maschinen mehr zu bedienen oder am Straßenverkehr teilzunehmen. Benommenheit kann andernfalls in diesen Situationen zu schweren Unfällen führen.

Auch im Haushalt sollten betroffene Patienten bei Benommenheit vorsichtig sein und keine scharfen Gegenstände anfassen, nichts selbst kochen und sich nur langsam und vorsichtig bewegen, bis sich die Benommenheit gebessert hat. Komplikationen bei Benommenheit entstehen oft schon dadurch, dass der Patient zwar unter Medikation zu Hause ist, aber keine Begleitperson bei sich hat, die ihm in diesem Zustand hilft. Wenn die Benommenheit dagegen nicht medikamenteninduziert ist, sondern unvorhersehbar auftritt, wird sie vom Betroffenen selbst oft heruntergespielt und von seinem Umfeld nicht richtig erkannt.

Einsetzende Benommenheit entsteht meist so langsam, dass der Betroffene sich selbst nicht sicher ist, was mit ihm passiert und ob überhaupt ein Problem vorhanden ist. Tritt sie etwa durch Nervenschädigung auf, lebt der Betroffene trotz Benommenheit seinen Alltag weiter und setzt sich und andere dabei verschiedenen Risiken aus. Dadurch ist es nicht selten, dass der Patient als Unfallpatient ins Krankenhaus eingeliefert wird und dort angibt, dass er sich bereits den ganzen Tag benommen gefühlt hat und vermutlich gar nicht das Haus hätte verlassen dürfen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine häufigere Benommenheit sollte immer gründlich hinterfragt werden. Der Gang zum Arzt gibt Sicherheit über die Ursache. Wird die Benommenheit stärker oder zur Ohnmacht, gehört der Betreffende unbedingt in fachärztliche Hände. Entweder ruft der Partner den Notarzt oder der Patient betätigt, nachdem er aufgewacht ist, sofort selbst den Notruf.

Manchmal sind Menschen benommen und fühlen sich schwindelig, weil sie länger gekniet haben und zu rasch aufgestanden sind. Beides vergeht normalerweise rasch, ein Arztbesuch ist nicht nötig. Hält das Gefühl, nicht ganz bei sich zu sein, allerdings an oder tritt es immer wieder ohne erkennbare Ursache auf, sieht die Sache anders aus.

Bei hohem Fieber tritt ebenfalls Benommenheit auf. Dabei ist zu beachten, dass Kinder trotz erhöhter Temperatur oft eine relativ kühle Stirn haben. Das Fieberthermometer ist hier unverzichtbar, zur Kontrolle kann auch der (oft heiße) Bauch befühlt werden. Wenn Kinder (und alte Menschen) zu wenig trinken, sind sie ebenfalls oft benommen.

Erste Anlaufstelle ist normalerweise der Hausarzt. Ebenso kann ein Internist befragt werden. Eventuell ist die Benommenheit auch ein Thema für den Orthopäden, wenn das Gehirn durch abgeklemmte Blutgefäße nicht mehr richtig versorgt wird. Schuld daran sind häufig starke Verspannungen und Haltungsschäden.

Behandlung & Therapie

Die Therapie der Benommenheit sollte sehr schnell erfolgen und ist abhängig von der Ursache.

Ist die Ursache eine Durchblutungsstörung, so ist eine durchblutungsfördernde Therapie erforderlich. Tritt die Benommenheit durch giftige Substanzen auf, so müssen diese unbedingt abgesetzt oder beseitigt werden. Hier ist der Alkoholentzug oder Drogenentzug als Beispiel zu nennen.

Benommenheit durch Stoffwechselentgleisungen kann nur durch eine richtige Einstellung des Blutzuckerspiegels behandelt werden. Sind Infektionskrankheiten die Ursache der Benommenheit, so erfolgt die Therapie durch geeignete Medikamente, die oral und durch Infusionen verabreicht werden.

Die Benommenheit durch Hirndrucksteigerungen erfordert den Einsatz des Neurochirurgen, der durch operative Maßnahmen den Hirndruck senkt. Sind Herzerkrankungen verantwortlich für die Benommenheit, so sollte die weitere Therapie durch einen Kardiologen erfolgen, der durch medikamentöse oder chirurgische Therapie versucht, die Funktion des Herzens wieder zu normalisieren.

Ist die Benommenheit Folge einer Blockierung in der Halswirbelsäule, sollten die Patienten unbedingt einen Orthopäden oder einen Physiotherapeuten aufsuchen, die durch bestimmte Mobilisationstechniken die Blockierung beseitigen.

Aussicht & Prognose

Eine Benommenheit muss nicht zwingend durch einen Arzt behandelt werden. Sie kann bei vielen Menschen temporär auftreten und auch selbst wieder verschwinden, sodass keine besondere Behandlung notwendig ist. Der Erfolg bei der Behandlung einer Benommenheit hängt sehr stark von den psychischen und den physischen Eigenschaften des Patienten ab und kann nicht individuell vorhergesagt werden.

Relativ oft entsteht eine verzögerte Reaktion auf die Umwelt. Dies kann zu starken Einschränkungen im Alltag führen. Das Ausüben einer Tätigkeit ist bei vielen Menschen mit einer Benommenheit nicht mehr möglich. In vielen Fällen entsteht die Benommenheit im Laufe des Alterungsprozesses und kann nicht komplett verhinderter werden.

Eine Benommenheit kann auch im jungen Alter durch einen Unfall oder durch eine andere psychische Störung auftreten und das Leben des Betroffenen stark belasten. Eine Heilung ist nur in wenigen Fällen möglich. Meistens ist der Patient auf fremde Hilfe und Betreuung angewiesen, um den Alltag meistern zu können.

Oft werden Betroffene durch Medikamente behandelt, die einem Schädel-Hirn-Trauma vorbeugen sollen. Dieses ist oft für die Benommenheit selbst verantwortlich. Neben der Benommenheit treten in der Regel auch Schlafprobleme und Stoffwechselprobleme auf, die durch die Einnahme von Alkohol und anderen Drogen verstärkt werden.

Ob die Benommenheit komplett geheilt werden kann, hängt stark vom allgemeinen Zustand des Patienten ab.

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Vorbeugung

Durch einen gesunden Lebenswandel mit ausreichender und abwechslungsreicher Bewegung und der richtigen Einstellung des Blutzuckerspiegels lassen sich Störungen, die mit Benommenheit einhergehen, teilweise vermeiden. Weiterhin sollte Alkohol gar nicht oder nur in geringen Maßen konsumiert werden.

Drogenmissbrauch führt zusätzlich zur Benommenheit zu weiteren Schäden, und sollte vermieden werden. Beim Handwerken oder Hausbau sollte auf giftige Substanzen verzichtet werden, da diese Giftstoffe ständig an die Raumluft abgegeben werden. Zusätzlich sollte langes Verharren in bestimmten Positionen vermieden werden, um einer Blockierung der Halswirbelsäule vorzubeugen.

Das können Sie selbst tun

Benommenheit ist ein weitverbreitetes Symptom, welches auf verschiedene Krankheitsbilder hinweisen kann. Oftmals geht Benommenheit mit einer Flüssigkeitsunterversorgung einher, weswegen es helfen kann, viel kaltes Wasser zu trinken. Die Blutzirkulation wird angeregt und die Nährstoffe im Körper besser verarbeitet. Bei ausreichender Flüssigkeitsversorgung kann eine kalte Dusche die Durchblutung fördern und dem Benommenheitsgefühl entgegensteuern.

Generell sollte auf die richtige Sitzhaltung geachtet werden. Die Schulter- und Nackenmuskulatur wird bei einer aufrechten Haltung entspannt. Bei vorwiegend sitzenden Tätigkeiten sollten in regelmäßigen Abständen Lockerungs- und Entspannungsübungen durchgeführt werden, welche die Durchblutung fördern und den Körper durch die Bewegung aktiv halten. Regelmäßiger Sport ist ebenfalls dazu geeignet, Benommenheitsgefühle zu reduzieren und bereits vorab zu vermeiden.

Stress kann ebenfalls ein Faktor sein, der zu Benommenheit führt. Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist es nicht unbedingt notwendig, den Feierabend mit Hausarbeit auszufüllen. Körper und Geist benötigen ausreichend Zeit zur Entspannung. Zusätzlicher, oftmals selbstgemachter, Stress sollte vermieden werden. Damit geht auch ein gesunder Schlafrythmus einher. Ein Erwachsener benötigt durchschnittlich 8 Stunden Schlaf.

Geht die Benommenheit mit Depressionen einher, empfiehlt sich ausreichend Zeit im Freien. Sonne und frische Luft regen den Stoffwechsel an und steigern die Vitamin-D-Zufuhr.

Bücher über Bewusstseinsstörungen

Quellen

  • Brandt, T., Dieterich, M., Strupp. M.: Vertigo – Leitsymptom Schwindel. Springer, Berlin 2013
  • Buchfelder, M., Buchfelder, A.: Handbuch der Ersten Hilfe. Schattauer, Stuttgart 2006
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 266. Auflage, de Gruyter, Berlin 2014

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