Hauhechel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Hauhechel, auch Dornige Hauhechel, wächst an einem Strauch und wird der Familie der Schmetterlingsblütler und Hülsenfrüchte zugeordnet. Die Wurzel der Pflanze wird zur Blutreinigung bei Frühjahrs- und Schlankheitskuren verwendet, findet aber bei vielen anderen Leiden ihren Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Hauhechel

Bekannt ist die Hauhechel auch als Stachelkraut, Harnkraut oder Weiberkrieg. Die dornige Hauhechel ist ein etwa 50 bis 100 Zentimeter niedriger Halbstrauch, der aus mehreren aufrechten, verzweigten Stängeln besteht. Die Wurzel ist kräftig und bis zu 50 Zentimeter lang, was das Ausgraben beschwerlich macht. Die Blätter können kahl oder fein behaart sein und in den Blattachsen befinden sich spitze Dornen.

Die weiß-rosa gefärbten Blüten sehen zwar schön aus, aber verströmen einen unangenehmen, dennoch süßlichen Geruch. Der Ursprung der Hauhechel ist in Mitteleuropa und Nordafrika, aber auch in Westasien zu finden. Am besten gedeiht sie an einem nährstoffarmen, sonnigen, trockenen und leicht kalkhaltigen Standort, wie zum Beispiel an Wegrändern, Böschungen und Waldlichtungen. Die Blütezeit ist zwischen Juli und Oktober.

Wirkung & Anwendung

Vorwiegend wird aber die Wurzel der Hauhechel verwendet. Schon die Griechen und Römer haben sie als Arzneimittel eingesetzt. Angewendet wird die Pflanze als Tinktur, Gurgellösung, aber die Aufnahme durch den Menschen erfolgt meistens in Form eines Tees. Die Wurzeln enthalten unter anderem ätherische Öle, Saponine und Gerbstoffe.

Saponine werden durch höhere Pflanzen gebildet und findet man in Wurzeln, Blättern oder Blüten. Diese enthalten Stoffe, bei denen eine alkoholische Verbindung mit einer Zuckerverbindung aneinander gekoppelt ist (Glykoside). Werden Saponine in Wasser gelöst, so entsteht bei gleichzeitiger Schüttelbewegung ein Schaum, der auf Öl emulgierend wirkt.

Viele Saponine haben antibakterielle und antifungizide (gegen Pilze) Eigenschaften. In geringen Dosen erzielen sie in der Heilkunde einen positiven Effekt. Der Geschmack bei Einnahme ist bitter. Die in der Hauhechel enthaltenen Gerbstoffe haben eine harntreibende Wirkung. Zu finden ist die Wurzel der Hauhechel in verschiedenen Nieren- und Blasentees und in Dragees.

Die dornige Hauhechel ist ein etwa 50 bis 100 Zentimeter niedriger Halbstrauch, der aus mehreren aufrechten, verzweigten Stängeln besteht.

Die Wurzel für die Zubereitung des Tees wird im Frühjahr oder im späten Herbst gesammelt. Die Wurzel wird gereinigt und in kleine Stücke geschnitten. Um sie trocknen zu lassen, werden sie meist an Schnüre gebunden und in einem trockenen, belüfteten Raum aufgehängt. Möglich ist auch, die Wurzel bei ca. 40° Grad im Herd zu trocknen. Zur Aufbewahrung dienen Gläser oder gut verschließbare Dosen.

Bei der Zubereitung des Tees sollte darauf geachtet werden, dass die Wurzel nicht mehr mit kochendem Wasser übergossen wird, da dadurch die enthaltenen Saponine verloren gehen. Somit verliert sie ihre Wirkung. Nach dem Aufgießen zieht der Tee zwischen 20 und 30 Minuten in einem zugedeckten Behältnis.

Angewendet wird die] Hauhechel vorrangig bei Harnwegsinfektionen (Blasenentzündung), Blasen- und Nierensteinen, Nierenbeckenentzündungen, Nierengries, Rheuma, Ekzemen, bei Zahnschmerzen und Mundgeruch. In der Volksmedizin verwendet man den Aufguss der Wurzel auch zur Blutreinigung. Sie findet aber auch zur Vorbeugung dieser Krankheiten Verwendung. Denn das Wachstum von Bakterien, Pilzen und Viren wird durch die Einnahme gehemmt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Eine angedachte Behandlung durch und mit Hauhechel sollte mit einem Apotheker oder in besonderen Fällen mit einem Arzt, besprochen werden. Die harntreibende Wirkung wurde durch Forschung bewiesen, dennoch gibt es einige Unklarheiten, die mit dem Gewächs einhergehen. So weisen die enthaltenen Isoflavone (hormonaktive Stoffe aus Pflanzen, gelbliche Pflanzenfarbstoffe) eine östrogene Aktivität auf.

In vielen Nahrungsergänzungsmitteln ist die Wurzel ein Inhaltsstoff, der zum Beispiel Beschwerden während der Wechseljahre hemmen soll. Der hormonähnliche Effekt ist nicht belegt. Durch die vergrößerte Harnmenge sollen Giftstoffe, Krankheitserreger, Nierensteine und Nierengries über die Harnwege ausgeschwemmt werden.

Eine leicht antibiotische Wirkung wird dieser Pflanze auch zugeschrieben. Experten zweifeln nach wie vor an der Wirkung. Sie schreiben das Ergebnis der erhöhten Flüssigkeitszufuhr zu, die mit der Einnahme von Hauhechel empfohlen ist. Keine koffeinhaltigen Getränke oder Alkohol sollen in der Zeit der Behandlung zu sich genommen werden. Bei Erkrankungen wie Gicht und Rheuma konnten noch keine ersichtlichen Ergebnisse nach einer Einnahme von Hauhechel beobachtet werden.

Auch wenn es ein Heilkraut ist, birgt die Zufuhr ein Risiko. Besteht ein Leiden unter Ödemen (Wasseransammlungen im Körper) aufgrund einer eingeschränkten Herztätigkeit oder auch einer eingeschränkten Nierentätigkeit, darf keine Durchspültherapie mit Hauhechel durchgeführt werden. Die erhöhte Trinkmenge erhöht nämlich das Blutvolumen. Damit wären ein geschwächtes Herz oder eine kranke Nieren überfordert.

Bei zu hoher Dosierung kann es zur Hämolyse (Auflösung der roten Blutkörperchen) kommen. Während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit wird davon abgeraten Heuhechel zu sich zu nehmen. Weitere Nebenwirkungen bei bestimmungsmäßigem Gebrauch sind nicht bekannt. Besonders Frauen greifen auf das Heilkraut zurück, denn es ist bewiesen, dass das weibliche Geschlecht häufiger an einer Blasenentzündung erkrankt als das männliche. Der Grund dafür liegt bei den verkürzten Harnwegen.

Im Handel ist die Wurzel der Hauhechel relativ selten. Ausgewählte Kräuterhändler oder spezifische Onlineshops bieten dieses Heilkraut an. Durch die geringe Menge, die zum Verkauf angeboten wird, ist es auch für den Verbraucher schwer zu beurteilen, ob die Wurzel die Qualität hält, die versprochen wird. Es ist wichtig, auf einen seriösen Verkäufer zurückzugreifen.

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