Verdauungsprobleme

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. November 2017
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Jeder hat im Laufe seines Lebens schon Schwierigkeiten mit der Verdauung gehabt. Ein Druckgefühl in der Bauchgegend und allgemeines Unwohlsein mischen sich mit Durchfällen, Verstopfung und üblen Bauchkrämpfen, ohne dass man so genau weiß, woher die Symptome kommen. Verdauungsprobleme lassen sich in der Regel sehr gut selbst in den Griff bekommen, denn meist ist ihre Ursache ziemlich harmlos. Unbehandelt können Verdauungsstörungen allerdings durchaus zu einem größeren Problem werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Verdauungsprobleme?

Verdauungsprobleme können sich grundlegend in zwei Formen äußern, zum einen in der Obstipation (Verstopfung) oder in der Diarrhoe (Durchfall). Unter Verdauungsstörungen werden in der Regel alle Unregelmäßigkeiten des Stuhlverhaltens bezeichnet.

Regelmäßiger Stuhlgang kann einmal wöchentlich bis einmal täglich erfolgen, regelrecht ist der Stuhl in einer breiig-festen Form und dunkler Farbe.

Flüssiger Stuhl oder zu fester Stuhl sind in den meisten Fällen nicht normal. Dies kann allerdings sehr individuell sein. Wichtig ist die Abweichung vom sonstigen Stuhlverhalten in Zusammenhang mit dem Wohlbefinden des einzelnen.

Ursachen

Die Ursachen für Verdauungsprobleme sind vielfältig. Meist hängen sie mit der Ernährung und den Bewegungsgewohnheiten zusammen. Wer zuwenig trinkt, sich ballaststoffarm ernährt und sich zudem zu wenig bewegt, wird sicherlich eine Obstipation bekommen.

Durchfall hingegen resultiert meist aus bakteriellen oder viralen Infektionen, wie zum Beispiel dem ROTA-Virus, dem Noro- oder Norwalk-Virus, die sich sehr schnell verbreiten und sich äußerst aggressiv äußern können. Es gibt auch eine Reihe von harmloseren Erregern, deren Symptome trotzdem ernstzunehmen sind.

Der Durchfall kann aber auch durch psychischen Stress verursacht werden. Es gibt eine Reihe von Krankheiten, die sich auf die Verdauung auswirken. Lebererkrankungen zum Beispiel färben den Stuhl lehmfarben, den Urin übrigens braun. Darmerkrankungen, wie Die Colitis ulcerosa oder die Ileitis terminalis (beides gemeinhin als Morbus Crohn bekannt), verursachen heftige Durchfälle bis hin zum Durchbruch der Darmwand, es handelt sich hierbei um einen Notfall.

Auch Vergiftungserscheinungen können zu heftigen Durchfällen führen, zum Beispiel Lebensmittelvergiftungen.

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Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Verdauungsprobleme können sich grundlegend in zwei Formen äußern, zum einen in der Obstipation (Verstopfung) oder in der Diarrhoe (Durchfall).

Die Verdauungsprobleme selbst sind weniger eine Erkrankung als vielmehr ein Symptom. Die Diagnose lässt sich also in der Regel selbst stellen.

Wer sehr viel häufiger oder seltener als sonst die Toilette aufsuchen muss und zudem noch über Bauchschmerzen und/oder Unwohlsein klagt, der leidet sicherlich unter Verdauungsstörungen.

Hängen die Verdauungsprobleme mit falschen Essgewohnheiten zusammen, ist diese meist in wenigen Tagen beseitigt. Steht eine schwerwiegende Krankheit dahinter, sollte diese immer behandelt werden. Eine Selbstdiagnose empfiehlt sich hier nicht. Generell sollte ein Arzt eine veränderte Verdauung betreuen und überwachen.

Komplikationen

In der Regel sind Verdauungsprobleme ein vorübergehendes Problem. Jeder ist davon mal betroffen. Allerdings sind manchmal auch schwere Erkrankungen dafür verantwortlich, die sowohl zu akuten als auch zu chronischen Verdauungsbeschwerden führen können.

Schwere Koliken im Unterbauch mit Übelkeit, Erbrechen, Fieber und Schüttelfrost treten unter Umständen bei Gallensteinen, Gallengangsentzündungen, Blinddarmentzündungen oder Bauchspeicheldrüsenentzündungen auf. Dabei handelt es sich um sehr ernste Komplikationen, die schnell behandelt werden müssen. Bei starken Bauchkrämpfen, tagelangem Stuhlverhalten und schmerzhaften Blähungen kann es sich einen Darmverschluss handeln.

Unbehandelt würden Teile des Darms absterben mit der Folge einer schweren tödlich endenden Bauchfellentzündung. Aber auch weniger heftig verlaufende Verdauungsprobleme können einen ernsten Hintergrund haben. Bei lang anhaltenden Magen-Darm-Problemen mit abwechselnden Durchfällen und Verstopfungen, Übelkeit, ständiger Müdigkeit, Blut auf dem Stuhl und Formveränderungen des Stuhls (bleistiftartige Stühle) steckt möglicherweise ein Darmkrebs dahinter.

Bei einer rechtzeitigen Behandlung ist eine vollständige Heilung möglich. Ähnliche Symptome, die mit einem schmerzhaften Druck unter dem rechten Rippenbogen verbunden sind, geben möglicherweise einen Hinweis auf einen schweren Leberschaden wie Leberzirrhose. Oft besteht zusätzlich noch eine Bauchwassersucht.

Aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie Zöliakie mit ständigen Durchfällen, Blähungen und Bauchschmerzen können zu Gedeihstörungen und langwierigen Erkrankungen durch Mangelernährung führen. Zu den gefährlichen Darmerkrankungen gehören auch die beiden Autoimmunerkrankungen Kolitis ulzerosa und Morbus Krohn, die in Schüben verlaufen und das Leben schwer beeinträchtigen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn Verdauungsprobleme länger als drei Tage anhalten oder wenn schwere Symptome auftreten, sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. Medizinischer Rat ist vor allem bei ernsten Begleiterscheinungen wie Stuhlunregelmäßigkeiten (z.B. Teerstuhl), einer harten Bauchdecke oder stechenden Schmerzen im Magenraum gefragt. Bleiben diese Beschwerden trotz allgemeiner und medikamentöser Maßnahmen länger als üblich bestehen, muss ein Arzt die Ursache abklären.

Selbiges gilt, wenn die Verdauungsprobleme mit Gewichtsverlust oder anderen Erkrankung in Verbindung stehen. Dann sollte ein Arzt das Grundleiden diagnostizieren und gegebenenfalls behandeln, um weitere Komplikationen zu verhindern. Leichte Verdauungsprobleme sollte medizinisch abgeklärt werden, wenn sie länger als zwei bis drei Monate bestehen bleiben oder sich generell negativ auf das Allgemeinbefinden auswirken.

Akute Verdauungsprobleme wie Bauchkrämpfe oder blutiges Erbrechen sollten notärztlich behandelt werden. Auch bei Schwindel, Fieber und starken Schmerzen muss ein Rettungsdienst eingeschaltet werden. Mit Säuglingen und Kleinkindern sollte bei Verdauungsbeschwerden in jedem Fall umgehend zum Kinderarzt gegangen werden.

Behandlung & Therapie

Verdauungsprobleme lassen sich recht gut selbst behandeln. Durchfälle lassen sich medikamentös behandeln, entsprechende Kost, wie zum Beispiel Reis mit geriebenem Apfel hilft, den Durchfall zu stoppen. Eine hartnäckige Verstopfung kann durch Abführmittel in geringen Dosen oder unter Anleitung des Arztes gelöst werden, meist hilft es, einfach mehr zu trinken und ballaststoffreiche Kost zu sich zu nehmen.

Auch Bewegung wirkt sich positiv auf das Stuhlverhalten aus. Steckt eine Krankheit dahinter, ist diese individuell zu behandeln. Ein fachkundiger Arzt wird hierüber Auskunft geben können und gemäß der entsprechenden Ursache die Verdauungsstörung zu behandeln wissen. Sowohl Durchfall, als auch Verstopfung sollten in jedem Fall nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Während hartnäckige Verstopfungen bis hin zum Stuhlerbrechen führen können und schlimmstenfalls tödlich enden können, kann auch der Durchfall zu einem Notfall werden, wenn der Körper zu wenig Flüssigkeit bei sich behält und alle Nährstoffe ungenutzt ausscheidet.

Aussicht & Pronose

Verdauungsprobleme wie Übelkeit, Blähungen, Völlegefühl oder Sodbrennen treten meist nach schweren, fettigen Mahlzeiten auf. In diesen Fällen ist in der Regel eine Umstellung der Ernährung erforderlich. Ballaststoffreiche pflanzliche Kost mit viel frischem Obst und Gemüse sorgt bei vielen Betroffenen schnell wieder für eine geregelte Verdauung.

Bei manchen Patienten hat gesundes Essen aber auch eine gegenteilige Wirkung. Liegt zum Beispiel eine Allergie oder eine Lebensmittelunverträglichkeit vor, muss das allergene Nahrungsmittel unbedingt vermieden werden, auch wenn es grundsätzlich als gesundheitsfördernd einzustufen ist. Allergietests sind heutzutage sehr zuverlässig. Die Chancen das Allergen zu identifizieren sind deshalb hoch.

Bei Verstopfung kann der Arzt eine Reihe von Abführmitteln verordnen, die das Problem kurzfristig beheben. Lang- oder mittelfristig ist bei oftmaliger Verstopfung aber eine Umstellung der Lebens- und Konsumgewohnheiten notwendig. Erforderlich sind eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend körperliche Bewegung. Bei Durchfällen stehen ebenfalls eine Reihe von Medikamente zur Verfügung, die den Stuhlgang kurzfristig normalisieren.

Auch bei stressbedingten Verdauungsproblemen ist eine Verhaltensanpassung erforderlich. Betroffene sollten Situationen, die sie stark aufregen oder auf andere Weise psychisch belasten, wann immer möglich meiden. Darüber hinaus können spezielle Trainings zum Umgang mit Stresssituationen helfen. Hilfreich sind außerdem Entspannungstechniken wie Yoga oder Tai Chi.

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Vorbeugung

Vorbeugend kann man, wie in der Behandlung auch, seine Ernährung ballaststoffreich und im Allgemeinen gesund gestalten und sich viel bewegen, zum Beispiel durch Sport oder ausgedehnte Spaziergänge. Auch Schwimmen oder Radfahren eignen sich hierfür. Eine ausgeglichene Psyche äußert sich hier ebenso positiv.

Auch die regelmäßige Darmkrebsvorsorge oder generelle Gesundheitschecks können nicht schaden. Wer in Maßen und eben nicht übermäßig Alkohol genießt, kann auch Verdauungsprobleme infolge von Leberproblemen weitgehen ausschließen. Wer einen geregelten Alltag mit regelmäßigen, gesunden Mahlzeiten hat, braucht sich meist über Verdauungsprobleme wenige Gedanken zu machen.

Das können Sie selbst tun

Verdauungsbeschwerden können den Alltag erschweren und sehr belastend sein. Es gibt jedoch einige hilfreiche Methoden, die im alltäglichen Leben praktikabel sind und dieses Symptom lindern können. Um den Körper und seine Organe in Schwung zu halten ist eine ausreichende Bewegung wichtig. Statt kurze Strecken mit dem Auto oder dem Bus zurückzulegen empfiehlt es sich, zu Fuß zu gehen oder auf das Fahrrad zu steigen. Am Arbeitsplatz können kurze Fitnessübungen helfen, die Verdauung auf Trab zu halten. Es hilft bereits, sich regelmäßig auf dem Bürostuhl lang zu strecken und die Bänder zu dehnen. Diese Übungen können jederzeit durchgeführt werden und halten den Kreislauf in Schwung.

Neben ausreichender Bewegung ist es wichtig, genügend Flüssigkeit aufzunehmen. Auf stark zuckerhaltige Getränke sollte dabei verzichtet werden. Wasser, Tee und verdünnte Fruchtsäfte sollten daher Cola, Fanta und Co. vorgezogen werden.

Auch die Ernährung spielt bei Verdauungsproblemen eine wichtige Rolle. Bei Verstopfung sind Lebensmittel wie Trockenfrüchte, Kohlgemüse und eine ballaststoffreiche Kost mit ausreichend Getreideprodukten und Hülsenfrüchten wie Linsen und Kichererbsen empfehlenswert. Wenn sich die Verdauungsprobleme eher durch zu flüssigen Stuhl äußern, sollten Lebensmittel bevorzugt werden, die den Stuhl dicker machen. Empfehlenswert sind Reis, Kartoffeln, Karotten, pürierte Bananen oder Äpfel und Haferflocken.

Bücher über Verdauungsprobleme

Quellen

  • Biesalski, H., Bischoff, S., Puchstein, C.: Ernährungsmedizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012

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