Darmkrebs

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. November 2017
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Darmkrebs, Kolorektales Karzinom oder auch Kolonkarzinom ist eine Krebserkrankung des Darms. Im Besonderen des Dickdarms oder Mastdarms, eher seltener im Dünndarm oder Analbereich. Typische frühe Symptome sind Blut im Stuhl und Schmerzen in der Darmgegend. Ohne Behandlung endet die Krankheit zumeist tötlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Darmkrebs?

Darmkrebs kann in jedem der drei Darmbereiche entstehen. Dazu gehören der Dickdarm, Dünndarm und der Analbereich. Der Dickdarm selbst besteht zusätzlich aus dem Mastdarm bzw. Enddarm, dem Blinddarm und dem Grimmdarm. Dabei kann der Darmkrebs bzw. Tumor aus der Darmschleimhaut entstehen.

Am häufigsten kommt der Darmkrebs im Dickdarm (Kolonkarzinom) oder Enddarm bzw. Mastdarm (Rektumkarzinom) vor. Eher selten bilden sich Tumore im Dünndarm und im Analbereich.

Darmkrebs tritt weiterhin zumeist bei älteren Menschen ab dem 40. Lebensjahr auf. Je höher das Alter, desto höher ist die Gefahr an Darmkrebs zu erkranken. Jährlich erkranken in Deutschland jedoch nur ca. 0,045 Prozent der Bevölkerung an diesen bösartigen Darmgeschwülsten.

Ursachen

Die Ursachen für Darmkrebs lassen sich in der Regel in drei Faktoren einordnen.

1. Familiäre bzw. vererbare Ursachen

2. Chronische Darmerkrankungen

3. Ernährung

4. Lebensweise

Erbliche und genetische Ursachen:

Bei den erblichen Ursachen für Darmkrebs kommen vor allem Gendefekte, also Fehler in den Erbanlagen in Betracht. Dabei spielen bestimmte Risikosyndrome eine maßgebliche Rolle: Gardner-Syndrom, familiäre adenomatöse Polyposis (FAP), Lynch-Syndrom und das Peutz-Jeghers-Syndrom. Diese vererbaren Risikofaktoren nennt man auch hereditäre Prädisposition.

Chronische Darmerkrankungen:

Darmkrebs im Enddarm verursacht häufig schmerzhaften Stuhlgang mit Beimischungen von Blut und Schleim. Weite unspezifische Beschwerden sind: Schwäche, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Fieber und Nachtschweiß. Klicken, um zu vergrößern.

Zu den chronischen Darmkrankheiten zählen vor allem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Diese Krankheiten können schon in jungen Jahren auftreten und sich zu chronischen Darmerkrankungen entwickeln. Besondere Kennzeichen hierfür sind zumeist ständiger Durchfall und Blut im Stuhl

Ernährung:

Ebenso kann eine Ernährung mit vielen Fetten und wenig Ballaststoffen die Entstehung von Darmkrebs begünstigen. Auch eine salzreiche Kosten (z.B. Pökelfleisch, Salzstangen, Geräuchertes) ist für einen Darmkrebs mit verantwortlich.

Lebensweise:

Neben einer schlechten Ernährung kommt auch oft eine schlechte Lebensweise einher. So sind vor allem Bewegungsmangel, Rauchen und Übergewicht für die Entwicklung von Tumoren und speziell von Darmkrebs ursächlich.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf


Koloskopie des Dickdarms bei Darmkrebs
© Juan Gärtner - Fotolia.com

Der Verlauf von Darmkrebs ist abhängig davon, ob er frühzeitig erkannt wird oder nicht. Je frühzeitiger der Darmkrebs behandelt wird, desto besser sind die Prognosen. So gesehen hängt die Heilungschance vom Stadium der Tumorerkrankung ab. Haben sich bereits Metastasen gebildet oder andere Organe bereits von der Krebserkrankung betroffen, so verschlechtert sich die Aussicht auf eine vollständige Genesung.

Komplikationen, die im Rahmen einer Darmkrebserkrankung auftreten können sind: Blutarmut (Anämie), innere Blutungen, Schmerzen beim Stuhlgang (Darmverschluss), Darmdurchbruch und Bauchfellentzündung (Peritonitis). Bei den letzten drei Erkrankungen muss sofort eine Operation erfolgen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arzt ist zu konsultieren, wenn nach mehreren Stuhlgängen unvermindert Blut ausgeschieden wird. Treten Schmerzen im Unterleib auf, die nicht erklärbar sind und als ungewöhnlich wahrgenommen werden, sollten weitere Untersuchungen stattfinden. Nehmen die Schmerzen zu oder breiten sie sich aus, ist ein Arztbesuch notwendig. Können alltägliche Arbeiten aufgrund der Beschwerden nicht mehr ausgeführt werden, sollte die Ursache abgeklärt werden.

Vor der Einnahme eines schmerzstillenden Medikamentes ist die Rücksprache mit einem Arzt notwendig, um zusätzliche Risiken zu vermeiden. Treten die Beschwerden auf, obwohl eine gesunde und leicht verdauliche Kost über mehrere Tage aufgenommen wurde und ausreichend Flüssigkeit zu sich genommen wurde, gelten sie als ungewöhnlich und müssen untersucht werden. Stechende und ziehende Empfindungen im Unterleib, Taubheitsgefühle sowie Wucherungen sind ärztlich abzuklären. Anhaltender Durchfall, Blähungen oder ein permanentes Völle- sowie Druckgefühl sollten ebenfalls von einem Arzt untersucht werden.

Leidet der Betroffene unter einem nicht erklärbaren Energiemangel, Unwohlsein oder einer allgemeinen körperlichen Schwäche, die über mehrere Tage oder Wochen anhalten, empfiehlt sich ein Arztbesuch. Ein Arzt ist ebenfalls zu konsultieren, wenn Unverträglichkeiten gewohnter Lebensmittel auftreten oder ein verändertes und nicht erklärbares Gefühl der inneren Unruhe einsetzt. Gibt es in der Vergangenheit oder innerhalb der Familie Darmerkrankungen, sollten grundsätzlich regelmäßige Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen stattfinden.

Komplikationen

Der Darmkrebs muss nicht immer zu Komplikationen führen. Bei rechtzeitiger Diagnose der Erkrankung und geeigneter Behandlung können einige Patienten geheilt werden. Es gibt jedoch typische Komplikationen, die bei dieser Krankheit nicht auszuschließen sind. Dazu gehört der sogenannte Illeus. Der Illeus ist ein Verschluss des Darmes der durch den Tumor hervorgerufen wird.

Möglich ist auch ein Durchbruch des Darmes. Infolgedessen kann eine schwerwiegende Entzündung des Bauchfelles, auch Peritonitis genannt, auftreten. Dieser Zustand kann im schlimmsten Fall einen tödlichen Ausgang nehmen und muss daher sofort intensivmedizinischen behandelt werden. Diese beiden Komplikationen treten typischerweise bei Darmkrebs in einem späteren Stadion auf.

Eine weitere mögliche Komplikation dieser Erkrankung ist der Übergang auf naheliegende Organe. Darmkrebs kann unter anderem die Vagina, die Blase oder die Leber befallen. In einigen Fällen wird ein lebenswichtiges Blutgefäß abgedrückt. Infolgedessen kann der gesamte Darm absterben oder andere lebensnotwendige Organe in ihrer Funktion stark eingeschränkt werden. In einem späten Stadion von Darmkrebs kann eine Metastasen-Bildung an der Leber auftreten. In weiterer Folge führt dies zum Versagen dieses Organs.

Daraus ergeben sich zudem Komplikationen wie Gerinnungsstörungen, Bewusstseinstrübung und Ödeme. Ein Befall der Lunge ist ebenfalls möglich. Dieser äußert sich durch blutigen Husten und Atemnot. Der Darmkrebs kann sich auch über die Lymphe ausbreiten. Typischerweise sind die Lymphknoten der Hauptschlagader, der Leiste oder des Beckens betroffen. Diese Lymphknoten führen zu starken Schmerzen und schwächen in weiterer Folge das Immunsystem des Patienten.

Behandlung & Therapie

Die Therapie bzw. Behandlung von Darmkrebs erfolgt zumeist, je nach Stadium des Krebses, durch eine Kombination aus Chemotherapie, Strahlentherapie und Operation. Dabei soll eine Operation den Darmkres verkleinen oder entfernen. Daraufhin erfolgt dann die Strahlen- bzw. Chemotherapie. Sie dient vor allem zum Abtöten der übrig gebliebenen Krebszellen. Eine Strahlentherapie erfolgt dabei örtlich und eine Chemotherapie bekämpft auch Metastasen im ganzen Körper.

Ist der Darmkrebs sehr weit fortgeschritten ist eine Heilung zumeist nicht mehr möglich. Dennoch können moderne Behandlungsmethoden, vor allem innerhalb der Chemotherapie, und Medikamente die Überlebenschancen vergrössen bzw. verlängern. Ebenso soll hierbei die allgemeine Lebensqualität verbessert werden.

Die bei der Darmkrebstherapie eingesetzten Medikamente sowie die Chemotherapie birgt zum Teil auch starke Nebenwirkungen in sich. Haupsächlich kommen dabei Haarausfall, Durchfall und Appetitlosigkeit als unerwünschte Begleiterscheinungen vor. Diesen Nebenwirkungen verschwinden nach einer erfolgreichen Therapie jedoch wieder rasch.

Weitere moderne Behandlungsverfahren sind: Lasertherapie und Wärmetherapie. Näheres dazu erfahren sie von ihrem behandelndem Arzt.

Aussicht & Prognose

Die Prognose bei Darmkrebs ist umso günstiger, je eher die Erkrankung erkannt wird. Können kleine Tumore chirurgisch entfernt werden, bevor sie angrenzende Lymphknoten befallen oder Tochtergeschwülste (Metastasen) in weiter entfernten Organen bilden, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine langfristige Heilung erreicht werden. Der Erfolg einer Operation hängt dabei stark von der Lage und Aggressivität des Tumors, den Qualitäten des operierenden Arztes und dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Auch nach erfolgreicher Operation besteht insbesondere innerhalb der ersten fünf Jahre die Gefahr eines Rezidivs, das durch regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen aber früh erkannt werden kann.

Beim Fortschreiten des Darmkrebses sinken die Heilungschancen: Ein Lymphknotenbefall senkt die 5-Jahres-Überlebensrate auf etwa 50 Prozent, die Streuung des Tumors in andere Organe verschlechtert die Aussichten weiter. Sind Leber oder Lunge betroffen, können die Tochtergeschwülste häufig operativ entfernt werden, was die Prognose verbessert. Wenn eine Operation nicht möglich ist, gelingt es gelegentlich, durch eine Chemotherapie das Wachstum der Metastasen einzudämmen oder zu verlangsamen: Dadurch kann die Lebenserwartung oftmals um einige Monate erhöht werden. Zeigen diese Maßnahmen keine Wirkung, sind die Chancen auf vollständige Heilung als gering einzuschätzen – in diesem Fall hat eine Behandlung vordergründig Schmerzlinderung und eine bestmögliche Erhaltung der Lebensqualität zum Ziel.

Vorbeugung

Sind keine erblichen oder genetischen Erkrankungen vorhanden, so kann man dem Darmkrebs recht gut vorbeugen. Hauptsächlich sollte bei der Vorbeugung eine gesunde Lebensweise mit viel Bewegung und Sport sowie eine gesunde und ballaststoffreiche Ernährung im Mittelpunkt stehen. Fettreiches Essen, Rauchen, viel Alkohol und wenig Bewegung sind zu vermeiden.

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Das können Sie selbst tun

Auch wenn die Diagnose Darmkrebs für die meisten Betroffenen eine Hiobsbotschaft bedeutet, heißt es nicht, dass es keine Möglichkeiten gibt, die Lebensqualität zu erhalten und den Heilungsprozess selbst mit zu gestalten.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die richtige Ernährung dazu beitragen kann, die Heilungschancen positiv zu beeinflussen. So ist beispielsweise für das Gewürz Kurkuma eine Wirksamkeit gegen Tumorzellen nachgewiesen. Die Zugabe von schwarzem Pfeffer erhöht die Bioverfügbarkeit von Kurkuma um das zweitausendfache. Darüber hinaus ist der Verzehr von grünem Blattgemüse für die Heilung förderlich, da das enthaltene Chlorophyll Tumorzellen zerstören und den Krebs zum Schrumpfen bringen kann. Zudem wurde wissenschaftlich bestätigt, dass die in Beerenobst enthaltenen Antioxidantien das Krebswachstum deutlich verlangsamen.

Im Zuge schulmedizinischer Maßnahmen wie Chemotherapie, Bestrahlung und Operation wird die Darmflora massiv geschädigt. Der Aufbau und die Sanierung der Darmflora können durch die Zugabe von nützlichen Mikroorganismen, wie sie etwa in Sauerkraut, Gemüsesäften, Kefir und Fermentgetreide vorkommen, positiv unterstützt werden. Die Stärkung des Immunsystems ist der wichtigste Faktor für den Genesungsprozess. Hierbei ist nicht nur Ernährung wichtig, sondern auch alters- und gesundheitszustandabhängige Bewegung. Positive Gedanken sowie die innere Überzeugung, der Erkrankung trotzen zu können, entscheiden über Heilungschancen und -verlauf.

Bücher über Darmkrebs

Quellen

  • Koop, I.: Gastroenterologie compact. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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