Leberkrebs (Leberkarzinom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Der Leberkrebs wird auch als Leberkarzinom bezeichnet; bei dieser Erkrankung handelt es sich um bösartiges, in der Leber angesiedeltes Gewebe. Zwar kommt diese Erkrankung in den westlichen Industrieländern eher selten vor, jedoch ist die Tendenz auch hier steigend. In Südostasien und Afrika jedoch zählt der Leberkrebs zu den am häufigsten vorkommenden Krebsarten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Leberkrebs?

Bösartiges Gewebe in der Leber wird auch als Leberkrebs bezeichnet. Von dieser in Deutschland recht seltenen Form der Erkrankung sind Männer deutlich häufiger betroffen als Frauen, wobei Menschen ab einem Alter von 70 Jahren besonders gefährdet sind.

Unterschieden werden der primäre und der sekundäre Leberkrebs. Von erstgenanntem spricht man, wenn sich der Krebs unmittelbar aus den Zellen der Leber entwickelt, während es sich beim sekundären Leberkrebs um Metastasen handelt, die aus anderen Teilen des Körpers in die Leber streuen. Diese letztgenannte Form des Leberkrebses ist deutlich häufiger.

Ursachen

Eine der häufigsten Ursachen für den Leberkrebs ist die Leberzirrhose. Diese, auch als Schrumpfleber bezeichnete Erkrankung wiederum, wird durch Alkoholmissbrauch als auch durch Hepatitis ausgelöst.

Alkohol gilt gemeinhin als Auslöser Nummer Eins für den Leberkrebs. Ebenso können bestimmte Medikamente die Erkrankung Leberkrebs hervorrufen - hier besonders zu nennen sind einige Sexualhormone.

Gallensteine, Zysten und Geschwüre an der Galle sind ebenfalls dafür bekannt, unter Umständen Leberkrebs auslösen zu können. Die sogenannte Eisenspeicherkrankheit ist die letzte bekannte Ursache für die Erkrankung Leberkrebs.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Heilungschancen sind bei Leberkrebs umso größer, je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird. Leider zeigen sich Symptome meist erst recht spät und der Krebs ist dann schon weit fortgeschritten.

Im Anfangsstadium sind oft keinerlei Symptome erkennbar, erst nach und nach treten Appetitlosigkeit, allgemeine Übelkeit und Schmerzen im Oberbauch auf. Auch eine für den Patienten unerklärliche Gewichtsabnahme kann auf Leberkrebs hindeuten. Im fortgeschrittenen Stadium kann es dann zu einer Gelbfärbung der Haut und der Augen kommen. Bei allen vorgenannten Symptomen sollte man vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen. Jedoch müssen diese Anzeichen nicht unbedingt vom Leberkrebs herrühren, sondern können auch ganz harmlose Ursachen haben.

Eine Sonderform des Leberkrebses ist der Gallengangskrebs - bei diesem ein unverkennbares Symptom ist dunkel gefärbter Urin. Um die Diagnose Leberkrebs eindeutig zu stellen, sind meist einige Untersuchungen nötig. Neben einer umfassenden körperlichen Untersuchung, das heißt dem Abtasten der Leber über die Bauchdecke, ist auch eine Ultraschalluntersuchung nötig.

Bei dieser können auch Milz und Nieren dargestellt werden. Weiterhin wird der Arzt Blut entnehmen - diese Blutuntersuchung kann Aufschluss über die Eisenkonzentration im Blut geben. Wenn nicht eindeutig erkennbar ist, ob es sich um primären oder sekundären Leberkrebs handelt, werden unter Umständen Magen- und Darmspiegelung nötig.

Komplikationen

In der Regel handelt es sich bei Leberkrebs um eine sehr schwerwiegende Krankheit. Sie führt unbehandelt zu einem vorzeitigen Tod des Patienten und kann die Lebensqualität des Betroffenen deutlich einschränken und verringern. In den meisten Fällen leiden die Patienten dabei an starken Schmerzen im Bauch und weiterhin auch an einer Übelkeit und an Erbrechen.

Ebenso kommt es zu einer Appetitlosigkeit und damit auch zu einem Gewichtsverlust und zu Mangelerscheinungen. Die Betroffenen fühlen sich schwach und müde und leiden dabei auch an einer stark verringerten Belastbarkeit. Ebenso kann es durch den Leberkrebs zu einer Gelbsucht kommen. Auch andere Organe können durch Leberkrebs geschädigt werden, sodass es zum Beispiel zu einer Niereninsuffizienz kommen kann. Auch diese führt unbehandelt zum Tode des Patienten.

In der Regel kann der Leberkrebs nur durch einen operativen Eingriff behandelt werden. Der Betroffene ist allerdings auf ein Spenderorgan angewiesen. Ob es bei der Transplantation zu einem Erfolg kommt, kann nicht voraussagt werden. Weiterhin sind die Betroffenen auch auf eine Chemotherapie angewiesen, welche nicht selten mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden ist. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch den Leberkrebs in der Regel deutlich verringert.

Behandlung & Therapie

Bei vielen Patienten mit Leberkrebs ist eine Operation unausweichlich. Hierbei werden entweder einzelne Teile der Leber entfernt oder aber es kommt zur vollständigen Transplantation der Leber, bei welcher die eigene Leber durch ein Spenderorgan ersetzt wird.

Die Therapie richtet sich einerseits nach Art, Lage und Größe des Tumors, auf der anderen Seite aber auch nach Alter und Gesundheitszustand des Patienten.

Neben einer Operation kommen auch örtliche Therapieverfahren in Frage. Hierzu zählen beispielsweise ein Veröden der Leber als auch die Bestrahlung der Leber von innen oder die Kontrastmitteltherapie. Bei einigen Patienten kann auch die Behandlung mit Tabletten, etwa eine Chemotherapie, gute Erfolge erzielen.

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Vorbeugung

Um dem Leberkrebs vorzubeugen, sollte man auf eine gesunde Lebensweise achten. Hierzu zählt insbesondere der maßvolle Umgang mit Alkohol und auch der Zigarettenkonsum sollte weitestgehend eingeschränkt werden. Weiterhin ist das Hepatitis-B-Risiko weitestgehend zu senken - eine regelmäßige Impfung ist hier empfehlenswert.

Nicht nur die Vorbeugung jedoch ist wichtig, auch auf eine entsprechende Nachsorge sollte man nicht verzichten, wenn die Krankheit erfolgreich besiegt wurde. Spätestens sechs Monate nach der Operation sollte die erste Nachkontrolle erfolgen.

Das können Sie selbst tun

Beim Auftreten eines Leberkarzinoms, welcher auch als Leberkrebs bezeichnet wird, ist es wichtig, dass der Betroffene sich offen mit seinem behandelnden Arzt über die Therapie und Heilungschancen unterhalten kann.

Aufgrund der körperlichen Beschwerden, ist es für den Patienten ratsam, schonend mit dem eigenen Körper umzugehen. Regelmäßige Ruhepausen sowie ausreichend Schlaf sind von großer Wichtigkeit. Zusätzlich ist das Einhalten einer gesunden Ernährung von Bedeutung. Ein gesunder Ernährungsplan sollte zusammen mit einem Arzt oder einem Ernährungsberater erstellt werden, welcher auch einen ausgewogenen Säure-Basen-Haushalt des Körpers berücksichtigt. Das Trinken von Alkohol sollte komplett vermieden werden, da Alkohol schädlich für die Leber ist.

Neben den körperlichen Beschwerden, welche mit einer solchen Erkrankung einhergehen, wird auch die Psyche stark belastet. Psychoonkologen, Psychologen, welche sich auf Krebspatienten spezialisiert haben, bieten eine solche Betreuung an. Zusätzlich kann es dem Patienten helfen, wenn dieser an einer Selbsthilfegruppe für Leberkrebspatienten oder auch für Krebspatienten teilnimmt. Der Austausch mit anderen Betroffenen führt zu einer seelischen Erleichterung. Der Patient lernt mit seiner Situation umzugehen und hat gleichzeitig mehrere Ansprechpartner, mit denen er sich austauschen kann.

Bücher über Leberkrebs

Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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