Sonnenallergie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Oktober 2017
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Die Sonnenallergie beziehungsweise Photoallergie ist ein umgangssprachlicher Sammelbegriff für sämtliche Hautprobleme, die durch das Sonnenlicht entstehen oder begünstigt werden. Im engeren Sinne sind Sonnenallergien als Lichtdermatosen zu bezeichnen, da sie die Haut betreffen, die aufgrund der Einwirkung des Sonnenlichts Reaktionen aufweist. Im weiteren Sinne werden im Volksmund auch verschiedene Stoffwechselerkrankungen oder Autoimmunkrankheiten als Sonnenallergie bezeichnet. Symptome verschiedener Art von Juckreiz über Rötungen bis hin zu schwerwiegenden Veränderungen der Haut treten im Zusammenhang mit Sonnenlicht auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sonnenallergie?

Eine Sonnenallergie (Photoallergie) bezeichnet als Überbegriff das Auftreten von Hautbeschwerden durch Lichteinwirkung. Sie treten in einem Zeitraum von einigen Stunden bis hin zu wenigen Tagen auf und äußern sich in Form von Rötungen, Quaddeln, Knötchen, Blasen- und Narbenbildung, Pusteln und Verdickungen.

Zusätzlich empfinden die Betroffenen der Sonnenallergie einen extremen Juckreiz und starkes Brennen. Diese Symptome können sich jedoch stark unterscheiden, da die Sonnenallergie als solche keine Krankheit ist, sondern verschiedene Ursachen umfasst. Eine genaue Diagnose muss gestellt werden, um eine Behandlung der Sonnenallergie zu ermöglichen.

Ursachen

Bei der Sonnenallergie handelt es sich selten um eine allergische Reaktion gegen das Sonnenlicht an sich. Vielmehr spielen Ursachen wie Allergien gegen andere Stoffe, Autoimmunerkrankungen oder Stoffwechselstörungen eine Rolle. Am Häufigsten sind die Polymorphe Lichtdermatose (PLD) (Überbelastung der Haut, die nicht an Licht gewöhnt ist), "Mallorca-Akne" (ähnlich wie PLD, aber etwas anderes Erscheinungsbild) und photoallergische Reaktionen.

So stellt sich bei der photoallergischen Reaktion eine Sonnenallergie zum Beispiel als Wiesengräserdermatitis heraus, eine Reaktion der Haut auf bestimmte Wiesengräser in Kombination mit Lichteinwirkung. Hier wird das Licht als Ursache wahrgenommen, ist aber tatsächlich nur eine Komponente der Gesamtreaktion.

Eine Sonnenallergie kann auch als Überreaktion der Haut auf eine ungewohnte Bestrahlung mit UV-A- oder UV-B-Strahlung auftreten. Andere Erklärungsmodelle führen die Entstehung einer Sonnenallergie auf freie Radikale zurück. Die Ursache der Sonnenallergie muss daher im Einzelfall immer individuell bestimmt werden.

Bei der Sonnenallergie handelt es sich selten um eine echte Allergie. Viel häufiger sind die jeweiligen Erkrankungen darauf zurückzuführen, dass die Haut intolerant auf das Sonnenlicht oder bestimmte Strahlen reagiert, die es enthält. Besonders häufig, wie bereits angemerkt, reagiert die Haut auf verschiedene Formen der UV-Strahlung. Bei der polymorphen Lichtdermatose, auch als Mallorca-Akne bekannt, handelt es sich um eine klassische Art der Sonnenallergie - dabei entstehen an verschiedenen Stellen der Haut durch die Einwirkung der UV-A- und UV-B-Strahlen Veränderungen der Haut.

Bei der Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes, die ebenfalls als Sonnenallergie bezeichnet wird, treten die Veränderungen der Haut häufig stärker auf, wenn sie dem Sonnenlicht ausgesetzt war. Das Sonnenlicht verursacht beim Betroffenen aber auch andere Symptome, beispielsweise Kopfschmerzen oder Fieber. Auch bei der Stoffwechselerkrankung Porphyrie handelt es sich um keine allergene Reaktion, der Mensch reagiert auf Sonnenlicht lediglich mit erhöhter Empfindlichkeit und kann dabei Schmerzen empfinden, ohne dass das Sonnenlicht ihm sichtlich schadet.

Typische Symptome & Anzeichen


Komplikationen

Kommt es trotz Sonnenallergie zu übermäßiger Sonneneinstrahlung, können Beschwerden und Komplikationen auftreten. Neben den typischen Hautirritationen – Juckreiz, Rötungen, Blasenbildung – kann es auch zu Verbrennungen und schweren Entzündungen kommen. Begleitend dazu treten gelegentlich auch allergische Symptome wie tränende Augen auf.

In schweren Fällen können Sehstörungen wie Gesichtsfeldausfälle und Schleiersehen auftreten. Weitere Komplikationen ergeben sich, wenn diese Beschwerden nicht behandelt werden. So können sich die Hautveränderungen zu ernsten Infektionen entwickeln oder es stellen sich chronische Schmerzen ein. Nach längerem Aufenthalt an der Sonne entstehen gelegentlich auch Narben oder Pigmentstörungen.

Typische Behandlungsmethoden wie die Photochemotherapie bergen ebenfalls Risiken. So treten im Zusammenhang mit der Lichttherapie immer wieder Hornhaut- und Bindehautentzündungen auf. Ebenso entstehen Leberflecken und Pigmentstörungen. Durch die Lichteinstrahlung altert die Haut vorzeitig und es bilden sich Falten und andere kosmetische Makel.

Nach der Einnahme von Antihistaminika können Kopfschmerzen, Mundtrockenheit und Schläfrigkeit auftreten. Zudem kann es bei regelmäßiger Einnahme des Präparats zu ernsten Nieren- und Leberschäden kommen. Schwere Komplikationen treten bei einer Überdosierung oder bei Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder bestehenden Erkrankungen auf.

Behandlung & Therapie

Sonnenallergie

Liegt eine Sonnenallergie im Akutfall vor, muss zunächst die extreme Reizung der Haut reduziert werden. Zu diesem Zweck werden Cortisonpräparate wie Salben und Cremes verwendet. Im Extremfall kommt auch die innere Anwendung über Tabletten in Frage. Gewöhnlich wird diese Cortisonbehandlung so kurz wie möglich gehalten, da Cortison erhebliche Nebenwirkungen verursachen kann.

Eine pauschale Behandlung für die Symptome der Sonnenallergie gibt es nicht. Je nach zugrunde liegender Erkrankung muss unterschiedlich behandelt werden. Teilweise werden dabei direkt die Veränderungen der Haut behandelt, in anderen Fällen würde das wenig bringen, weshalb vor allem die individuelle Erkrankung bekämpft werden muss.

Bei der polymorphen Lichtdermatose können allergische Schübe eine Rolle spielen, die mit Antihistaminen bekämpft werden. Diese helfen allerdings nur bei den echten Sonnenallergien, bei allen anderen Formen bleiben sie wirkungslos. Zur Behandlung der Veränderungen der Haut können wiederum verschiedene Medikamente verschrieben werden. Um durch das Sonnenlicht entstandene Mitesser zu bekämpfen, wird beispielsweise kortisonhaltige Creme angewandt.

Bei Autoimmunerkrankungen oder Stoffwechselstörungen werden Veränderungen der Haut individuell behandelt, da es sich nicht um Mitesser, sondern Reaktionen handelt. Wichtig ist dabei aber die begleitende Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung. Bei Autoimmunerkrankungen wird grundsätzlich versucht, das Immunsystem daran zu hindern, auf den jeweiligen Einfluss abwehrend zu reagieren, wodurch sich auch die Symptome lindern sollen. Dasselbe Behandlungsprinzip gilt auch bei Stoffwechselerkrankungen, die als Sonnenallergie gelten.

Dennoch ist bei Patienten mit häufigen Hautproblemen eine Dauerbehandlung mit leichteren Präparaten nicht immer vermeidbar. Liegt eine Reizung vor, so muss die Haut vor weiteren Reizungen geschützt werden. Ein intensiver Sonnenschutz durch Produkte mit UV-Filter sowie der Schutz der Haut durch möglichst bedeckende Kleidung sind wichtige Mittel zum Schutz der Haut.

Bei sehr schweren Hautreizungen kann die Gabe von Antibiotika erforderlich werden, da durch offene Hautverletzungen (beispielsweise aufgekratzte Pusteln) Keime eindringen und das irritierte Immunsystem durchdringen könnten. Neben der Befreiung der Haut von Reizungen und ihrer Regeneration müssen vor allem die Ursachen der Sonnenallergie aufgeklärt und behandelt werden.

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Vorbeugung

Der Entstehung der Krankheiten, die als Sonnenallergie bezeichnet werden, lässt sich kaum aktiv vorbeugen. Gerade Autoimmunerkrankungen entstehen unabhängig von Faktoren, die der Patient selbst beeinflussen kann. Den Symptomen der jeweiligen Erkrankungen kann man hingegen deutlich besser vorbeugen. In der Regel empfiehlt es sich, nach Möglichkeit vom Sonnenlicht fernzubleiben, wenn es der Haut schadet.

Manche extreme Erscheinungsformen setzen das sogar voraus, um schlimmere Symptome der Erkrankung größtenteils zu vermeiden. In weniger schweren Fällen kann man sich ins Sonnenlicht begeben, sollte allerdings auf einen wirksamen Schutz vor UV-Strahlung achten. Eine wirksame Sonnencreme ist die absolute Grundvoraussetzung für den Aufenthalt im direkten Sonnenlicht.

Da die Akutbehandlung der Sonnenallergie langwierig sein kann und die Symptome für den Patienten quälend sind, liegt der größte Teil ihrer Behandlung somit in der Vorbeugung. Dies bedeutet vor allem, die Haut vor intensiver oder längerer Bestrahlung zu schützen. Eine ständige Verwendung von UV-Schutz und der bestmögliche Schutz durch Kleidung sind anzuraten, denn ein ständiges Meiden der Sonne ist auf Dauer weder möglich noch wirklich effektiv, da die Haut so immer sensibler wird.

Die Einnahme von Karotin wirkt sich positiv auf den Eigenschutz der Haut auf, muss aber vor allem bei Rauchern vom Arzt betreut werden. Neben dem Hautschutz bietet sich eine langsame Gewöhnung der Haut an das Licht (Desensibilisierung) an. Zumeist geschieht das durch die therapeutische Bestrahlung der Haut unter ärztlicher Aufsicht.

Bücher über Sonnenallergie

Quellen

  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Störiko, A.: Allergien. Falken, Niedernhausen 2001
  • Trautmann, A., Kleine-Trebbe, J.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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