Polymorphe Lichtdermatose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. September 2017
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Bei der polymorphen Lichtdermatose handelt es sich um eine Photodermatose. Das Hautleiden ist weit verbreitet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine polymorphe Lichtdermatose?

Die polymorphe Lichtdermatose stellt die am häufigsten vorkommende Hauterkrankung dar, die durch Sonnenlicht entsteht. Im Volksmund wird sie auch als Sonnenallergie oder Lichtallergie bezeichnet, was jedoch nicht korrekt ist, weil es diese Begriffe in der Medizin gar nicht gibt. Mit einem Anteil von rund 90 Prozent ist die polymorphe Dermatose die am häufigsten auftretende Erkrankung dieser Art.

So leiden circa 10 bis 20 Prozent der Bevölkerung unter ihr. Besonders betroffen von den Hautbeschwerden ist das weibliche Geschlecht. Aber auch bei Kindern und jungen Erwachsenen zeigt sich die sogenannte Sonnenallergie oft. In den letzten Jahren ließ sich eine zunehmende Tendenz registrieren. Eine Allergie im klassischen Sinn ist die polymorphe Lichtdermatose nicht, weil typische Immunreaktionen sowie die Bildung von Antikörpern ausbleiben.

In Deutschland erreicht die polymorphe Dermatose in den Monaten März bis Juni ihre größte Verbreitung, was auf die klimatischen Bedingungen zurückzuführen ist. Auf Reisen in Gebiete, in denen die Sonne häufig scheint, kann es jedoch jederzeit zu der Photodermatose kommen.

Ursachen

Die genauen Ursachen der polymorphen Lichtdermatose sind noch immer nicht ausreichend erforscht. Bekannt ist zumindest, dass es sich nicht um eine Allergie handelt, obwohl die Symptome der Photodermatose ihr ähneln. Ausgelöst wird die polymorphe Lichtdermatose stets von ungewöhnlich intensiven UV-A-Strahlen oder UV-B-Strahlen. Dies geschieht in den meisten Fällen in der Urlaubszeit durch zu ausgiebige Sonnenbäder.

Bei 75 Prozent aller betroffenen Personen ist UV-A-Strahlung für das Auftreten der Beschwerden verantwortlich. Bei 10 Prozent wird die polymorphe Lichtdermatose von UV-B-Strahlen hervorgerufen. Die weiteren 15 Prozent leiden unter einer Kombination beider Strahlenformen.

Einige Wissenschaftler vertreten die Auffassung, dass die polymorphe Lichtdermatose vom Immunsystem hervorgerufen wird. So soll in den Hautzellen ein lichtempfindlicher Sensor vorhanden sein, der die Photodermatose auslöst. Andere Forscher glauben dagegen an eine Dysbalance zwischen Oxidantien und Antioxidantien innerhalb der hornbildenden Zellen in der Epidermis (Oberhaut).

Durch dieses Ungleichgewicht reagieren die betroffenen Personen empfindlicher auf Sonnenstrahlung. Mitunter wird eine polymorphe Lichtdermatose auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente verursacht.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die typischen Symptome der polymorphen Lichtdermatose zeigen sich zumeist mit Verzögerung. So kommt es erst einige Stunden oder sogar Tage nach der Sonneneinstrahlung zu Beschwerden wie Juckreiz, Brennen und rötlichen Flecken auf der Haut. Außerdem bilden sich Knötchen, Bläschen oder größere Blasen. Bei einigen Betroffenen schwillt zudem die Haut an.

Die Symptome bei einer polymorphen Lichtdermatose präsentieren sich individuell unterschiedlich. So können bei manchen Patienten die Rötungen stark ausgeprägt sein, während andere unter erheblichem Juckreiz leiden. Kommt es wiederholt zu einer Sonnenallergie, sind die Beschwerden in der Regel gleich ausgeprägt.

Oftmals zeigen sich die Symptome der polymorphen Lichtdermatose nach längerer Sonnenabstinenz der Haut. Daher tritt sie zumeist im Frühling oder bei Strandbesuchen auf. Typisch dabei ist, dass sich die Beschwerden ausschließlich an Hautbereichen zeigen, die intensiver Sonnenstrahlung ausgesetzt waren. Besonders betroffene Hautpartien sind das Gesicht, der Hals, das Dekolleté sowie Hände, Arme und Beine.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zeigt sich eine polymorphe Lichtdermatose wiederholt, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Dieser befasst sich zunächst mit der Krankengeschichte des Patienten. Dabei möchte er über den Verlauf der Hautprobleme Bescheid wissen und bei welchen Gelegenheiten sie auftreten. Auf diese Weise erhält er wertvolle Informationen zum Erstellen der Diagnose.

Des Weiteren müssen auch andere mögliche Gründe für die Hautbeschwerden ausgeschlossen werden. Als denkbare Auslöser kommen ein photoallergisches Ekzem oder Insektenstiche infrage. Für eine sichere Diagnose bestrahlt der Arzt gezielt einen bestimmten Bereich der Haut mit UV-Licht. Dies kann beispielsweise der Oberarm sein. Ist eine polymorphe Lichtdermatose für die Beschwerden verantwortlich, werden durch diese Photoprovokation die typischen Symptome ausgelöst.

Normalerweise gehen die Beschwerden einer polymorphen Lichtdermatose nach einigen Tagen von selbst wieder zurück, ohne dass Spuren auf der Haut zurückbleiben. Dazu darf die Haut jedoch keiner weiteren UV-Strahlenbelastung ausgesetzt werden. Erhält die Haut regelmäßigen Kontakt mit der Sonne, gewöhnt sie sich im Laufe der Zeit an die Sonnenstrahlen.

Dadurch schwächt sich die polymorphe Lichtdermatose schließlich ab, sodass keine Hautreaktionen mehr entstehen. Handelt es sich um eine chronische Photodermatose, muss allerdings im folgenden Jahr erneut mit ihrem Auftreten gerechnet werden.

Komplikationen

Bei dieser Krankheit leiden die Betroffenen an verschiedenen Hautbeschwerden. Diese wirken sich dabei in erster Linie sehr auf die Ästhetik des Patienten aus und können diese negativ beeinflussen. Weiterhin kann es dabei zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem verringerten Selbstwertgefühl kommen. Vor allem Kinder können bei dieser Krankheit an Mobbing oder an Hänseleien leiden und dadurch auch Depressionen oder andere psychische Beschwerden entwickeln.

Die Lebensqualität des Patienten wird aufgrund der Erkrankung deutlich eingeschränkt. Auf der Haut kommt es dabei in erster Linie zu einem brennenden Juckreiz. Kratzen kann zusätzlich zu Blutungen oder zu Narben führen. Auch Bläschen und Pusteln können sich dabei auf der Haut ausbilden und den Alltag erschweren. Weiterhin leiden die Patienten bei dieser Krankheit an einer Sonnenallergie, sodass sich der Betroffene vor der Sonne in der Regel schützen muss.

Dabei ist auch das Risiko für Hautkrebs deutlich erhöht, sodass die Betroffenen auf regelmäßige Kontrollen und Untersuchungen angewiesen sind. Die Behandlung der Krankheit erfolgt symptomatisch. Die meisten Beschwerden können dabei akut gelindert werden. Weiterhin kann auch eine Behandlung mit Hilfe von Medikamenten die Beschwerden deutlich einschränken und verringern. Komplikationen treten dabei in der Regel nicht auf.

Behandlung & Therapie

Zur Behandlung der Beschwerden, die durch die polymorphe Lichtdermatose entstehen, wird das Kühlen der Haut mit Joghurt, Quark oder Buttermilch empfohlen. Durch das Kühlen kommt es zum Zusammenziehen der Blutgefäße, was mögliche Schwellungen zum Abklingen bringt. Ferner erhält die Haut dringend benötigte Feuchtigkeit, wodurch ihre Regeneration gefördert wird.

Ist die Sonnenallergie stark ausgeprägt, kann der Einsatz von Medikamenten sinnvoll sein. So wirken Antihistaminika, die als Tabletten oder Salbe verabreicht werden, lindernd auf Juckreiz. Gegen die Entzündung auf der Haut werden mitunter auch Präparate, die Kortison enthalten, verabreicht.

Als hilfreich gilt eine zusätzliche Phototherapie. Diese findet im Frühling oder vor einer Urlaubsreise statt und dient dazu, die Haut allmählich durch Bestrahlung an die Sonne zu gewöhnen. Dabei wird die UV-Strahlenbelastung kontinuierlich gesteigert.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Damit es erst gar nicht zu einer polymorphen Lichtdermatose kommt, sollte für einen ausreichenden Schutz vor der Sonne gesorgt werden. Dieser umfasst Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor zwischen 30 und 50, schützende Kleidung sowie das Aufsetzen eines Hutes.

Bücher über Sonnenallergie

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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