Hautbrennen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Oktober 2017
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Hautbrennen ist ein Symptom für eine Erkrankung oder eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf eine bestimmte auslösende Substanz. Es kann von optischen Hautreizungen begleitet sein oder auch ohne sichtbare weitere Symptome auftreten. Je nach Ursache können die Beschwerden nur kurzzeitig auftreten oder auch länger anhalten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Hautbrennen?

Unter Hautbrennen, teilweise auch „Stinging“ genannt (Englisch: „stechen“), verstehen Mediziner ein brennendes oder auch stechendes Gefühl auf der Haut.

Dieses kann an den unterschiedlichsten Körperstellen auftreten und wird meist als sehr unangenehm empfunden. In vielen Fällen ist an den als brennend beschriebenen Stellen kein Ausschlag oder eine Rötung sichtbar, weswegen Betroffene sich teilweise den Vorwurf gefallen lassen müssen, sie würden sich die Beschwerden nur einbilden.

Unter Umständen kann es aber auch zu Hautrötungen oder kleinen Pickelchen kommen, die das Hautbrennen begleiten. Je nachdem, welche Ursache die Beschwerden hervorruft, können sie entweder spontan auftreten und nach kurzer Zeit wieder von selbst abklingen oder auch über einen längeren Zeitraum anhalten.

Ursachen

Die Ursachen für das Hautbrennen können vielfältig sein. Das sogenannte „Stinging“, das nicht von optischen Reaktionen der Haut begleitet wird, gibt Wissenschaftlern noch immer Rätsel auf, denn die genauen Gründe für diese Beschwerden konnten noch nicht ermittelt werden.

Es kann aber unter Umständen durch Milchsäure, die auch in vielen Kosmetika enthalten ist, hervorgerufen werden. Äußert sich das Hautbrennen zusammen mit einem Ausschlag oder einer Rötung, kann es beispielsweise durch eine allergische Reaktion auf eine bestimmte Substanz hervorgerufen worden sein.

Auch eine Borreliose oder eine Fibromyalgie kann ein Hautbrennen hervorrufen, ebenso wie eine Nervenentzündung. Eine Nahrungsmittelintoleranz kann sich ebenfalls durch ein Brennen oder Stechen auf der Haut äußern.

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Diagnose & Verlauf

In vielen Fällen ist an den als brennend beschriebenen Stellen kein Ausschlag oder keine Rötung sichtbar, weswegen vielen Betroffenen unterstellt wird, dass sie sich das Hautbrennen nur einbilden.

Hautbrennen kann unter Umständen vom behandelnden Arzt bereits durch ein bloßes Betrachten der betroffenen Körperstelle diagnostiziert werden. Dies ist dann der Fall, wenn sich außerdem Rötungen oder andere Anzeichen für eine Entzündung oder ähnliche Reaktionen auf der Haut zeigen.

Durch einen Allergie- und Bluttest kann ermittelt werden, aus welchem Grund es zu dieser kommt. Äußert sich das Hautbrennen ohne optische Begleitsymptome, kann es mithilfe der bereits erwähnten Milchsäure oder dem Feuchthaltemittel Propylenglykol diagnostiziert werden.

Auch wenn Hautbrennen oftmals eher harmlose Ursachen hat, ist es für den Betroffenen äußerst unangenehm. Verbirgt sich dahinter eine Erkrankung wie Borreliose oder Fibromyalgie, muss eine ärztliche Behandlung eingeleitet werden, da es sonst zu einer deutlichen Verschlechterung des Allgemeinzustands kommen kann.

Komplikationen

Das Hautbrennen ist mit einem unangenehm Körpergefühl verbunden. Ein Unwohlsein stellt sich ein und die allgemeine Stimmung sinkt. Körperkontakt wird versucht zu vermeiden. Dies kann familiäre oder partnerschaftliche Probleme verursachen. Konflikte und Reizbarkeit sind möglich. Oftmals sehen sich Betroffene zusätzlich zu den eigenen körperlichen Beschwerden mit Vorwürfen der Einbildung oder Übertreibung konfrontiert.

Basiert das Hautbrennen auf einer Unverträglichkeit von genutzten Kosmetika, sollten diese entsorgt werden. Es können aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten vorhanden sein. Ohne einen Allergietest kann die Suche nach der ursächlichen Substanz im Alltag zu einem Stresserleben führen. Ist die Substanz bekannt, kann es zu einer notwendigen Umstellung der gesamten Lebensmittelzufuhr kommen.

Mit einem Ernährungsberater werden dann Alternativen erarbeitet, die dennoch zu einem Verlust eines freien Lebensgefühls führen können. Dies gilt vor allem dann, wenn eine lebenslange Diät notwendig wird. Das ist meist gegeben, wenn das Hautbrennen von einer Einschränkung der Funktionsfähigkeit der Verdauungsorgane ausgelöst wird. Kommt es zu einer Einnahme von Schmerzmitteln, um die Wahrnehmung des Hautbrennens zu lindern, sind die individuellen Nebenwirkungen der Medikamente zu beachten.

Darüber hinaus tritt das Hautbrennen erneut auf, wenn die Wirkung der Schmerzmittel nachlässt. Eine dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln kann eine Belastung und Funktionseinschränkung des Organismus bewirken. Zusätzlich besteht die Gefahr einer Medikamentenabhängigkeit.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Hautbrennen wird je nach seiner Intensität und dem persönlichen Eindruck als lästig oder schmerzhaft empfunden. Bei Hautbrennen handelt es sich um ein Symptom – entweder aufgrund einer Erkrankung oder einer Überempfindlichkeitsreaktion auf eine bestimmte Substanz. Hautbrennen kann kurz oder lange dauern. Auf der Haut können, müssen aber nicht sichtbare Reizungen sichtbar sein. Ob ein Arztbesuch bei Hautbrennen notwendig ist, hängt von der Ursache beziehungsweise Situation ab.

Beim Hautbrennen als eine allergische Reaktion auf eine bestimmte Substanz, zum Beispiel auf Inhaltsstoffe von Kosmetika, entsteht dabei oft neben dem Brennen auf der Haut ein Ausschlag. Hier ist das Aufsuchen eines Dermatologen oder Allergologen sinnvoll, um den unverträglichen Stoff zu ermitteln und künftig darauf zu verzichten. Ähnliches gilt für eine Nahrungsmittelintoleranz, bei der neben einem Allergologen ein Ernährungsberater empfehlenswert ist.

Hautbrennen kann außerdem auf einer Nervenentzündung, einer Fibromyalgie oder einer Borreliose beruhen und ist somit ein Fall für den Neurologen. Ferner ist an einen Gastroenterologen zwecks Abklärung zu denken, da geschädigte Verdauungsorgane ebenfalls zu Hautbrennen führen können. Als Lotse für den Kurs auf die richtige Facharztpraxis dient der Hausarzt, der über seine Anamnese und Blutuntersuchungen erste Erkenntnisse gewinnt.

Behandlung & Therapie

Hautbrennen kann auf unterschiedlichste Weise behandelt werden. Wurde es durch eine Allergie hervorgerufen, ist die auslösende Substanz zu vermeiden. Dabei kann es sich um Kosmetika ebenso wie um Nahrungsmittel handeln.

Da besonders Letztere auch eine Schädigung etwa der Verdauungsorgane zur Folge haben kann, wenn diese dauerhaft durch die Aufnahme der auslösenden Substanzen gereizt werden, ist das Einhalten einer individuell abgestimmten Diät ratsam. Reagiert die Haut allgemein empfindlich, sollten nur entsprechende Kosmetika verwendet werden. Hier kann eine Absprache mit dem Hautarzt erfolgen, welche Mittel geeignet sind. Eine Borreliose wird mit der Gabe von Antibiotika behandelt, bis sämtliche Symptome, zu denen auch das Hautbrennen zählen kann, abgeklungen sind.

Wurde eine Fibromyalgie diagnostiziert, kann diese nicht geheilt, sondern nur mithilfe von Schmerzmitteln und Entspannungsübungen behandelt werden, was zu einer Linderung der zahlreichen möglichen Beschwerden führt. Bei einer Nervenentzündung kommen Antibiotika und Schmerzmittel ebenso wie krankengymnastische Übungen zum Einsatz, um die teils starken Beschwerden zu lindern.

Aussicht & Prognose

Beim Hautbrennen sind die weiteren Folgen und Komplikationen stark von der Schwere der Verbrennung abhängig. In den meisten Fällen entsteht auf der betroffenen Stelle eine Rötung oder ein Ausschlag. Das Hautbrennen kann allerdings auch ohne äußere Erscheinungen auftreten.

Falls das Hautbrennen aufgrund einer Allergie auftritt kann es als harmlos angesehen werden und verschwindet wieder von selbst. Auch bei Unverträglichkeiten ist die Behandlung durch einen Arzt nicht notwendig. Das Symptom verschwindet, wenn der Körper den auslösenden Stoff komplett abgebaut hat.

Durch das Hautbrennen fühlen sich die meisten Menschen unwohl und meiden daher Berührungen. So können Probleme und Konflikte mit anderen Menschen und vor allem mit dem Partner entstehen. Es kann in Extremfällen weiterhin zu Schlafmangel, Stress und Burnout kommen. Die Behandlung erfolgt in der Regel durch Medikamente oder durch eine Nahrungsumstellung. Sie führt in den meisten Fällen zum Erfolg. Wenn auf die auslösenden Präparate verzichtet wird, kommt das Hautbrennen nicht wieder auf.

Falls das Hautbrennen nach der Benutzung eines kosmetischen Pflegemittels auftritt, muss dieses Mittel sofort abgesetzt werden. Das Hautbrennen verschwindet dann von selbst nach wenigen Stunden oder Tagen und führt zu keinen weiteren Beschwerden. An der betroffnen Stelle können sich auch Juckreiz oder Pickel ausbilden.

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Vorbeugung

Da die Ursachen für Hautbrennen vielfältig sein können und noch nicht vollständig erforscht sind, ist ein Vorbeugen in den meisten Fällen nur schwer möglich. Der sparsame Einsatz hautfreundlicher Kosmetika ist nur eine Möglichkeit, die Haut zu entlasten und eventuell einem Hautbrennen vorzubeugen.

Tritt das unangenehme Brennen mehrfach auf und/oder hält über einen längeren Zeitraum an, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden. Dieser kann nach einer Untersuchung eine Diagnose stellen und ernstere Grunderkrankungen ausschließend bzw. entsprechend behandeln.

Das können Sie selbst tun

Ist ein akuter Sonnenbrand die Ursache für den brennenden Schmerz auf der Haut, sollten die betroffenen Stellen mit Eiswürfeln oder einem kalten Waschlappen gekühlt werden. Sehr wohltuend sind auch kühlende Schaumsprays aus der Apotheke. Darüber hinaus muss die betroffene Hautstelle bis zum Abklingen des Sonnenbrandes vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt und künftig ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor verwandt werden.

Ist das Hautbrennen die Folge einer Verätzung mit einer Säure oder einer Lauge, sollten die Betroffenen die Stelle sofort mit klarem Wasser reinigen und anschließend einen Arzt aufsuchen. Bei Kontaktallergien muss zunächst das Allergen bestimmt und der Reizstoff anschließend gemieden werden. Bei erstmaligem auftreten der Symptome kommen insbesondere neue Kosmetika, Waschmittel oder Kleidungsstücke als Auslöser in Frage. Auch Lebensmittelunverträglichkeiten können zu Rötungen und brennenden Schmerzen auf der Haut führen. Hier gelten grundsätzlich die gleichen Verhaltensweisen wie bei Kontaktallergien. Gegen das starke Brennen und den damit oft verbundenen Juckreiz helfen Antihistaminika. Salben mit entsprechenden Wirkstoffen sind frei verkäuflich in der Apotheke zu erhalten.

Im Sommer sind brennende Hautschmerzen häufig auf Insektenstiche oder den Kontakt mit Brennnesseln zurückzuführen. Bei Insektenstichen muss zunächst nach einem Stachel gesucht und dieser gegebenenfalls entfernt werden. Anschließend lindern Eiswürfel den Schmerz. Bei starkem Juckreiz helfen Antihistaminika. Hautreizungen, die auf Brennnesseln zurückzuführen sind, werden am besten mit kalten Wasser behandelt. Anschließend kann eine juckzeizlindernde Salbe aufgetragen werden.

Bücher über Hautrötungen

Quellen

  • Altmeyer, P., et al.: Dermatologische Differenzialdiagnose. Springer, Berlin Heidelberg 2012
  • Fritsch, P.: Dermatologie und Venerologie für das Studium. Springer, Heidelberg 2009
  • Moll, I.: Duale Reihe Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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