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Nervenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. August 2014
Symptomat.deKrankheiten Nervenentzündung

Die Nervenentzündung oder Neuritis stellte noch vor einigen Jahren einen langen Leidensweg für die Patienten da, weil bei den überwiegenden Fällen der Betroffenen keine sichtbaren körperlichen Beeinträchtigungen vorlagen. Erst mit der Entwicklung moderner medizintechnischer Vorrichtungen konnte auch eine Nervenentzündung eindeutig diagnostiziert werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Nervenentzündung

Die Nervenentzündung, die in der medizinischen Fachsprache auch als Neuritis bezeichnet wird, betrifft teilweise speziell einzelne Regionen des Körpers wie die Extremitäten, den Kopf oder den Rumpf oder kann den gesamten Körper in Mitleidenschaft ziehen.

Besonders quälend ist die Nervenentzündung, wenn sie sich im Gesicht manifestiert hat. Bei einer Nervenentzündung treten entzündliche Prozesse an den peripheren Nerven oder an einem sogenannten Hirnnerv auf. Darüber hinaus gilt die Bezeichnung Nervenentzündung ebenfalls für eine Zerstörung von Organen oder Nerven, Vergiftungserscheinungen und durch einen Unfall hervorgerufene krankhafte Veränderungen.

In Abhängigkeit von der Anzahl der Nerven, die bei einer Nervenentzündung involviert sind, werden die Polyneuropathie (poly=viel) und die Polyneuritis unterschieden.

Ursachen für Nervenentzündung

Eine Nervenentzündung kann durch abweichende Ursachen ausgelöst und begünstigt werden. Als hauptsächliche Gründe, die zu einer Nervenentzündung beitragen, kommen Schädigungen der vegetativen und peripheren Nerven in Frage.

Diese Funktionsstörungen oder Reizungen werden durch Gifte aus der Umwelt sowie Giftstoffe aus dem körpereignen Stoffwechsel und Suchtstoffe hervorgerufen. Darüber hinaus ist die Nervenentzündung eine typische Begleiterscheinung bei einer Multiplen Sklerose. Außerdem führen Unterversorgungen des Organismus mit Mineralien und Vitaminen zu einer Nervenentzündung. Verletzungen der Nerven oder die Unterbrechung deren normalen anatomischen Verlaufs, tiefe Wunden oder Nachwirkungen aufwendiger Operationen können ebenfalls eine Nervenentzündung nach sich ziehen.

Wenn auf bestimmte Nervenbereiche dauerhaft und permanent mechanischer Druck durch Fehlhaltungen oder Überbelastung ausgeübt wird, dann kann sich diese Überreizung der Nerven als lokale Nervenentzündung zeigen. Auch verschiedene Viren und psychische Überbeanspruchung können eine Nervenentzündung auslösen.

Symptome

Krankheitsverlauf Nervenentzündung

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau einer Nervenzelle. Klicken, um zu vergrößern.

Die Nervenentzündung verläuft in Abhängigkeit von den betroffenen Nervenregionen immer unterschiedlich. Dennoch sind die Verläufe immer durch Schmerzen gekennzeichnet, was zu einer massiven Einschränkung der Bewegungsfähigkeit und des Wohlbefindens führt.

Die ersten Anzeichen, die eine Nervenentzündung ankündigen können, sind lokale Missempfindungen, die jedoch auch an mehreren Nerven auftreten gleichzeitig auftreten können. Die Betroffen leiden bei einer Nervenentzündung häufig unter einem Kribbelgefühl, es treten Zuckungen an den Nerven auf und die Nervenareale werden taub.

Oft sind die involvierten Körperteile auch kühl. In Abhängigkeit von Art des entzündeten Nervs treten neben den Missempfindungen und Störungen der Sensibilität gleichsam Lähmungen auf. In diesem Zusammenhang sind die Lähmungserscheinungen bei einer Nervenentzündung nicht immer zu erwarten, sind jedoch klassisch für eine Polyneuropathie oder die Multiple Sklerose.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: M79.2 Neuralgie und Neuritis) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung von Nervenentzündung

Bei der Nervenentzündung erfolgt aus schulmedizinischer Sicht eine primäre Therapie. Diese wird in Abhängigkeit von den ursächlichen Zusammenhängen gewählt. Neben speziellen Medikamenten wie beispielsweise Antibiotika und entzündungshemmenden Arzneimitteln kommen ebenfalls die Schmerzmittel zur Anwendung. Bessert sich der Zustand des Patienten nicht, dann werden die medikamentösen Maßnahmen bei der Nervenentzündung mit einer sogenannten schmerztherapeutischen Behandlung kombiniert. Dies ist insbesondere dann angebracht, wenn es sich um die chronische Form der Nervenentzündung handelt.

Außerdem werden Psychopharmaka, eine örtliche Betäubung der Schmerzen, krankengymnastische Übungen beim Vorliegen oder bei beginnenden Lähmungen sowie Behandlungen mit Reizstrom eingesetzt. Häufig kann eine Nervenentzündung auch mit alternativen Methoden therapiert werden, wozu die Akupunktur gehört. Da eine Nervenentzündung nicht nur körperliche, sondern gleichsam psychische Ursachen haben kann, sind psychologische Verfahren zur Therapie der Nervenentzündung oftmals im Komplex mit anderen therapeutischen Maßnahmen hilfreich.

Wenn Patienten aufgrund einer Stoffwechselerkrankung unter einer Nervenentzündung leiden, dann ist eine Diät eine geeignete Kausaltherapie. Eine Blockade des Nervs kann als letzte therapeutische Variante eine Nervenentzündung lindern oder heilen.

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Vorbeugung von Nervenentzündung

Sowohl mit modernen und hoch wirksamen, gut verträglichen Medikamenten als auch mit der Umstellung der eigenen Lebensweise kann einer Nervenentzündung vorgebeugt werden. Fehlhaltungen, Überlastungen der Nerven durch monotone und dauerhaft einseitige Tätigkeiten, zu viel Stress, zu wenig Entspannung und körperliche Bewegung können bereits auf Dauer eine Nervenentzündung begünstigen. Auch eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist eine gute Prophylaxe gegen eine Nervenentzündung.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

karin kommentierte am 28.01.2012 um 14:14 Uhr

Ich hatte viel Stress und psychische Belastungen. Ich bekam in dieser zeit eine Tetanus-Impfung. Sofort danach hatte ich Beschwerden. Wahrscheinlich wurde die Nervenentzündung richtig aktiviert. Ich habe sehr starke Schmerzen gehabt und konnte 12 Nächte nicht schlafen. Ich bin nun in Behandlung. Reizstrom Ultraschall und Ruhe. Hoffe auf Besserung.

Anita kommentierte am 17.05.2012 um 22:48 Uhr

Ich weiß nicht, ob es bei mir eine Nervenentzündung oder Venenentzündung ist. Ich habe Schmerzen im Bein und in den Armen, ebenso habe ich oft kalte Füße. Mir ist nicht wohl, ich fühle mich müde und schlapp. Habe und hatte in der letzten Zeit viel Streß.
Ich hatte eigentlich vor, mich gegen Tetanus impfen zu lassen (Auffrischung), nun lasse ich das aber sein. Ich bin mir nicht sicher, welcher Facharzt der Richtige ist.

georg kommentierte am 22.11.2012 um 13:16 Uhr

Hatte schon des öfteren damit zu tun; vornehmlich im Schulterbereich, aber auch Kieferbereich. Bei mir hilft Ibuprofen. Dazu viel Ruhe. Physischen und seelischen Druck unbedingt vermeiden!

Symptomat kommentierte am 22.11.2014 um 00:56 Uhr

Kaiser kommentierte am 18.01.2013 um 20:37 Uhr

Können Nervenentzündungen eine Rosacea auslösen?
Vielmehr stellt sich auch die Frage, ob die eingenommenen Medikamente einer Nervenerkrankung ausschlaggebend für eine Rosacea sein könnten?

Karen kommentierte am 02.08.2013 um 07:34 Uhr

Liebe Karin, mir ging es ganz genau so... Habe heute, nach 8 Tagen, immer noch starke Schmerzen im linken Arm. Kann ihn nicht heben und besonders schlimm sind die Nächte. Nehme jetzt erstmal IBU, das hilft für ne Zeit. Wie ging es denn bei dir weiter?

Karim kommentierte am 27.07.2014 um 07:36 Uhr

Ich weiß nicht, was es genau ist, jedoch habe ich ziemlich oft eine Art Lähmungserscheinung und Schmerzen in der ganzen linken Körperhälfte. Das linke Bein verkrampft sich und der linke Arm ebenfalls. Dies jedoch nur für Minuten.
Alles fing mit einem lange unbehandelten Fersensporn mit Schleimbeutelentzündung an. Das war ebenfalls auf der linken Seite. Ich bekam Einlagen für die Schuhe. Seit dem habe ich diese Schmerzen. Ich habe bereits einen Krankenhausmarathon hinter mir, jedoch wird mir nicht geglaubt, ich wurde sogar weggeschickt und als psychisch krank hingestellt. Wie ist so etwas möglich?

Symptomat kommentierte am 22.11.2014 um 00:56 Uhr

mimi kommentierte am 21.09.2014 um 04:59 Uhr

Liebe Karim. Ich kenne das sehr gut, dass man weggeschickt und einem nicht geglaubt wird. Wie geht es dir? Wurde dir inzwischen geholfen? Ich bin für jeden Tipp dankbar. Ich weiß nicht mal, was es genau ist. Jede weiterführende Untersuchung wird mir verweigert. Mein Zustand verschlechtert sich mit jedem Tag und ich versuche zu kämpfen, aber selbst da muss ich mich noch fertigmachen lassen, wenn ich mich bemühe, so gut es geht durch den Tag zu kommen. Einfachste Tätigkeiten überfordern mich so stark, dass ich eigentlich mein Leben dann wieder für lange Zeit alleine im Bett verbringen kann. Das Schlimmste ist, dass die Familie und die Freunde sich komplett zurückgezogen haben, weil sie damit nicht zurecht kommen. Achso, ich bin gerade mal 30 Jahre alt und war Leistungssportlerin. Vielleicht weiß ja auch jemand anderes was. Angefangen hat alles mit 35 kg ungewolltem Gewichtsverlust, dann folgte ein Bandscheibenvorfall, ich bekam das Karpaltunnelsyndrom und inzwischen habe ich immer wieder erhöhte Temperatur mit Schweißausbrüchen. Wegen des extremen Schwitzens wurde ich sogar schon von der Polizei festgehalten, obwohl sämtliche Drogentests negativ waren. Ich musste mich aufs Übelste demütigen lassen. Inzwischen habe ich extreme neurologische Ausfälle. Meine linke Körperhälfte ist teilweise gelähmt und ich habe Sprachstörungen. Um diese inkompetenten Ärzte und Krankenhäuser mache ich einen grossen Bogen und vegetiere nur noch vor mich hin. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Das waren nur Ausschnitte, es ist noch viel komplexer. Was kann ich machen? L.g.

Stefan kommentierte am 21.09.2014 um 08:47 Uhr

Ich habe seit einer Woche Hinterkopfschmerzen und es pochert. Mein Arzt hat gemeint, dass es sich um eine Verspannung im Nacken handelt und dass ich einen Zug hineinbekommen habe. Ich nehme seit Tagen Ibuprofen, aber ich glaube das wirkt nicht so richtig. Kann das auch eine Nervenentzündung sein?