Nervenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Die Nervenentzündung oder Neuritis stellte noch vor einigen Jahren einen langen Leidensweg für die Patienten da, weil bei den überwiegenden Fällen der Betroffenen keine sichtbaren körperlichen Beeinträchtigungen vorlagen. Erst mit der Entwicklung moderner medizintechnischer Vorrichtungen konnte auch eine Nervenentzündung eindeutig diagnostiziert werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Nervenentzündung

Die Nervenentzündung, die in der medizinischen Fachsprache auch als Neuritis bezeichnet wird, betrifft teilweise speziell einzelne Regionen des Körpers wie die Extremitäten, den Kopf oder den Rumpf oder kann den gesamten Körper in Mitleidenschaft ziehen.

Besonders quälend ist die Nervenentzündung, wenn sie sich im Gesicht manifestiert hat. Bei einer Nervenentzündung treten entzündliche Prozesse an den peripheren Nerven oder an einem sogenannten Hirnnerv auf. Darüber hinaus gilt die Bezeichnung Nervenentzündung ebenfalls für eine Zerstörung von Organen oder Nerven, Vergiftungserscheinungen und durch einen Unfall hervorgerufene krankhafte Veränderungen.

In Abhängigkeit von der Anzahl der Nerven, die bei einer Nervenentzündung involviert sind, werden die Polyneuropathie (poly=viel) und die Polyneuritis unterschieden.

Ursachen für Nervenentzündung

Eine Nervenentzündung kann durch abweichende Ursachen ausgelöst und begünstigt werden. Als hauptsächliche Gründe, die zu einer Nervenentzündung beitragen, kommen Schädigungen der vegetativen und peripheren Nerven in Frage.

Diese Funktionsstörungen oder Reizungen werden durch Gifte aus der Umwelt sowie Giftstoffe aus dem körpereignen Stoffwechsel und Suchtstoffe hervorgerufen. Darüber hinaus ist die Nervenentzündung eine typische Begleiterscheinung bei einer Multiplen Sklerose. Außerdem führen Unterversorgungen des Organismus mit Mineralien und Vitaminen zu einer Nervenentzündung. Verletzungen der Nerven oder die Unterbrechung deren normalen anatomischen Verlaufs, tiefe Wunden oder Nachwirkungen aufwendiger Operationen können ebenfalls eine Nervenentzündung nach sich ziehen.

Wenn auf bestimmte Nervenbereiche dauerhaft und permanent mechanischer Druck durch Fehlhaltungen oder Überbelastung ausgeübt wird, dann kann sich diese Überreizung der Nerven als lokale Nervenentzündung zeigen. Auch verschiedene Viren und psychische Überbeanspruchung können eine Nervenentzündung auslösen.

Symptome

Krankheitsverlauf Nervenentzündung

Die Nervenentzündung verläuft in Abhängigkeit von den betroffenen Nervenregionen immer unterschiedlich. Dennoch sind die Verläufe immer durch Schmerzen gekennzeichnet, was zu einer massiven Einschränkung der Bewegungsfähigkeit und des Wohlbefindens führt.

Die ersten Anzeichen, die eine Nervenentzündung ankündigen können, sind lokale Missempfindungen, die jedoch auch an mehreren Nerven auftreten gleichzeitig auftreten können. Die Betroffen leiden bei einer Nervenentzündung häufig unter einem Kribbelgefühl, es treten Zuckungen an den Nerven auf und die Nervenareale werden taub.

Oft sind die involvierten Körperteile auch kühl. In Abhängigkeit von Art des entzündeten Nervs treten neben den Missempfindungen und Störungen der Sensibilität gleichsam Lähmungen auf. In diesem Zusammenhang sind die Lähmungserscheinungen bei einer Nervenentzündung nicht immer zu erwarten, sind jedoch klassisch für eine Polyneuropathie oder die Multiple Sklerose.

Behandlung von Nervenentzündung

Bei der Nervenentzündung erfolgt aus schulmedizinischer Sicht eine primäre Therapie. Diese wird in Abhängigkeit von den ursächlichen Zusammenhängen gewählt. Neben speziellen Medikamenten wie beispielsweise Antibiotika und entzündungshemmenden Arzneimitteln kommen ebenfalls die Schmerzmittel zur Anwendung. Bessert sich der Zustand des Patienten nicht, dann werden die medikamentösen Maßnahmen bei der Nervenentzündung mit einer sogenannten schmerztherapeutischen Behandlung kombiniert. Dies ist insbesondere dann angebracht, wenn es sich um die chronische Form der Nervenentzündung handelt.

Außerdem werden Psychopharmaka, eine örtliche Betäubung der Schmerzen, krankengymnastische Übungen beim Vorliegen oder bei beginnenden Lähmungen sowie Behandlungen mit Reizstrom eingesetzt. Häufig kann eine Nervenentzündung auch mit alternativen Methoden therapiert werden, wozu die Akupunktur gehört. Da eine Nervenentzündung nicht nur körperliche, sondern gleichsam psychische Ursachen haben kann, sind psychologische Verfahren zur Therapie der Nervenentzündung oftmals im Komplex mit anderen therapeutischen Maßnahmen hilfreich.

Wenn Patienten aufgrund einer Stoffwechselerkrankung unter einer Nervenentzündung leiden, dann ist eine Diät eine geeignete Kausaltherapie. Eine Blockade des Nervs kann als letzte therapeutische Variante eine Nervenentzündung lindern oder heilen.

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Vorbeugung von Nervenentzündung

Sowohl mit modernen und hoch wirksamen, gut verträglichen Medikamenten als auch mit der Umstellung der eigenen Lebensweise kann einer Nervenentzündung vorgebeugt werden. Fehlhaltungen, Überlastungen der Nerven durch monotone und dauerhaft einseitige Tätigkeiten, zu viel Stress, zu wenig Entspannung und körperliche Bewegung können bereits auf Dauer eine Nervenentzündung begünstigen. Auch eine ausgewogene und gesunde Ernährung ist eine gute Prophylaxe gegen eine Nervenentzündung.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

karin kommentierte am 28.01.2012 um 14:14 Uhr

Ich hatte viel Stress und psychische Belastungen. Ich bekam in dieser zeit eine Tetanus-Impfung. Sofort danach hatte ich Beschwerden. Wahrscheinlich wurde die Nervenentzündung richtig aktiviert. Ich habe sehr starke Schmerzen gehabt und konnte 12 Nächte nicht schlafen. Ich bin nun in Behandlung. Reizstrom Ultraschall und Ruhe. Hoffe auf Besserung.

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