Naturheilkunde

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Die Naturheilkunde, Naturheilpraxis oder naturheilkundliche Medizin basiert auf dem Prinzip der allen Organismen innewohnenden Lebenskraft. Diese natürliche Lebensenergie steuert alle körperlichen Prozesse wie Stoffwechsel, Fortpflanzung, Wachstum und Anpassung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Naturheilkunde?


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Die Heilverfahren der Naturheilkunde favorisieren einen ganzheitlichen Ansatz und setzen auf einen minimalen Einsatz von Chirurgie und Medikamenten.

Der Begriff Naturheilkunde leitet sich aus dem Grundanliegen, die Natur einer Krankheit zu verstehen, her und war insofern bis ins 19. Jahrhundert eng mit medizinischer Behandlung an sich verbunden. Erst mit der Entwicklung moderner Diagnose- und Behandlungsmethoden der heutigen wissenschaftlich-technisch geprägten Medizin wurde 1895 der Begriff Naturheilkunde geprägt, um das Wissen um bewährte herkömmliche Heilverfahren zu bewahren.

Heilung soll bei der Naturheilkunde weniger durch Behandlung von außen als vielmehr durch Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Körpers bewirkt werden. Dazu werden natürliche Methoden angewendet, die den Bewegungsabläufen und komplexen Wirkmechanismen des Körpers sowie ureigenen Grundprinzipien der Natur entsprechen. Naturheilkunde wird der Alternativ- oder Komplementärmedizin als ein Anwendungsgebiet zugeordnet.

Funktion, Anwendung, Wirkung & Ziele

In das breite Themenfeld der Naturheilkunde fallen sowohl Behandlungsmethoden der Volksheilkunde und Naturmedizin zur Eigenbehandlung als auch der fachlichen Betreuung durch Heilpraktiker und naturheilkundliche Ärzte. Die Behandlungsformen der Naturheilkunde sind von unterschiedlichen Graden der Akzeptanz durch die konventionelle medizinische Gemeinschaft geprägt.

Der Deutsche Bund für Naturheilkunde sieht Vinzenz Prießnitz (1799 bis 1851) als Vater der Naturheilkunde an. Später entwickelte der Pfarrer und Wissenschaftler Sebastian Kneipp daraus ein Therapiesystem mit 5 Säulen. Bewegung, Wasserheilkunde, Ernährung, Ordnungstherapie und Pflanzenheilkunde gelten noch heute als Grundbausteine der Naturheilkunde.

Die Bewegungstherapie, früher auch als Krankengymnastik bezeichnet, soll durch ein individuell angepasstes Trainings- und Behandlungsprogramm die zu behandelnde Person nach einer Verletzung oder Erkrankung wieder aufbauen. Als dynamischer Prozess der Naturheilkunde wird die Therapie mit zunehmender Belastbarkeit der Patienten dem Heilungsverlauf anpasst – die Übungen beginnen mit körperlicher Entlastung oder schmerzbedingter Schonung und reichen bis zur gezielten Belastung des Bewegungsapparates.

Die Heilverfahren der Naturheilkunde favorisieren einen ganzheitlichen Ansatz und setzen auf einen minimalen Einsatz von Chirurgie und Medikamenten.

Die Wasserheilkunde (Hydrotherapie) wird in der Naturheilkunde neben Prävention, Regeneration und Rehabilitation für die Stabilisierung verschiedener Körperfunktionen eingesetzt. Die Naturheilkunde setzt hier vor allem auf die anregende Wirkung des Temperaturreizes der verschiedenen Aggregatzustände. Güsse mit warmen und kaltem Wasser, Saunabesuche, Bäder, Wickel oder Kompressen erreichen vielfältige therapeutische Wirkungen.

Ein komplexes Feld der Naturheilkunde ist die gesunde und ausgewogene Ernährung. Im Rahmen der Diätetik werden Behandlungen durch eine angemessene Schonkost unterstützt. Die Naturheilkunde orientiert hier vor allem auf eine langfristige Nahrungsumstellung, die den Körper entgiftet und den Stoffwechsel in der Waage hält. Durch verschiedene Fastenkuren können diese Prozesse befördert werden.

Hier knüpft in der Naturheilkunde auch die Ordnungstherapie an, die eine ausgewogene Lebensführung im Einklang mit der inneren und der äußeren Natur setzt. Nicht zuletzt ist die Pflanzenheilkunde eines der ältesten Elemente der Naturheilkunde bzw. medizinischer Behandlungen. Im Mittelpunkt steht die therapeutische Anwendung aufbereiteter Heilpflanzen als Tinktur, ätherische Öle, Tee oder Extrakt.

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Risiken & Gefahren

Auch in der Naturheilkunde kann jede Behandlung ohne zuverlässige Diagnose Nebenwirkungen hervorrufen. Eine richtige Dosierung und perfekte Abstimmung kann dieses Risiko jedoch minimieren. Wie bei anderen Formen der Behandlung besteht bei der Naturheilkunde zudem die Gefahr von Fehldiagnosen.

Da den Verfahren der Naturheilkunde nach wie vor sehr großes Vertrauen entgegen gebracht wird, spielt vor allem das Niveau der Naturheilkunde-Ausbildung eine ausschlaggebende Rolle. So kann verhindert werden, dass Krankheiten, die nicht fachgerecht diagnostiziert werden, bei Fehldiagnose falsch oder nicht behandelt werden, während der Patient ungeeigneten Behandlungsprogrammen der Naturheilkunde ausgesetzt wird.

Andernfalls wird die Naturheilkunde leicht mit Quacksalberei in Verbindung gebracht. Eine umfangreiche Anamnese ist daher unbedingte Grundvoraussetzung und Selbstbehandlungen sollten nur in einem überschaubaren Umfang erfolgen. Andernfalls besteht die Gefahr akuter Verschlimmerung bzw. des Eintretens chronischer Krankheitszustände.

Riskant erscheint zudem der vollständige Verzicht einer Kooperation zwischen Schulmedizin und Naturheilkunde. Viele Mediziner sind heute einer Kombination beider Heilansätze gegenüber aufgeschlossen und streben zum Wohle des Patienten eine geeignete Lösung an.

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