Quincke-Ödem

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. Oktober 2017
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Das Quincke-Ödem, in der Fachsprache auch als Angioödem bekannt, bezeichnet meist plötzlich auftretende schmerzende Schwellungen der Haut. Besonders häufig betroffen ist das Gesicht, vor allem Zunge, Rachen, Augenlider und Lippen. Die Schwellungen treten meist wiederholt auf und können im Rachenbereich auch lebensbedrohlich ausfallen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Quincke-Ödem?

Unter dem Quincke-Ödem verstehen Mediziner ein plötzliches Anschwellen der Unterhaut. Meist handelt es sich um deutlich sichtbare, schmerzhafte Schwellungen, die besonders stark das Gesicht und die Rachenschleimhaut betreffen.

Unter Umständen können aber auch die Genitalien oder die Darmschleimhaut anschwellen, was sich in starken Schmerzen äußert. Das Quincke-Ödem kann bis zu drei Tage lang anhalten und in recht kurzen Abständen wiederholt auftreten.

Es kommt bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen vor und bedarf einer vor allem dann einer medizinischen Behandlung, wenn der Hals- und Rachenraum betroffen ist.

Ursachen

Das Quincke-Ödem tritt oftmals im Rahmen einer allergischen Reaktion auf. Besonders Lebensmittelunverträglichkeiten oder Insektenstiche können zu den typischen Schwellungen führen.

Meist sind diese dann von Nesselsucht begleitet. Unter Umständen kann das Quincke-Ödem aber auch erblich bedingt auftreten. In diesem Fall handelt es sich um die verminderte Bildung bzw. Fehlbildung eines Proteins, das letztendlich das Anschwellen verursacht.

Im Vergleich treten erblich bedingte Quincke-Ödeme aber deutlich seltener auf als allergisch bedingte. In manchen Fällen kommt es auch zu den typischen Schwellungen, ohne dass ein direkter Auslöser erkennbar wäre.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der behandelnde Arzt kann das Quincke-Ödem oftmals bereits anhand der charakteristischen Optik erkennen. Nur selten werden Gewebeproben notwendig. Ein ausführliches Gespräch und ein Blick auf die Krankengeschichte können ebenfalls bei der Diagnose helfen. Sind in der Familie bereits einmal oder mehrmals Quincke-Ödeme aufgetreten, kann dies auf eine erblich bedingte Erkrankung hindeuten.

Letztendlich kann mithilfe einer speziellen Blutuntersuchung herausgefunden werden, ob es sich im Einzelfall um ein allergisches oder erbliches Quincke-Ödem handelt. Das Ödem kann meist gut behandelt werden. Bei allergischen Ödemen muss der Auslöser ermittelt und vermieden werden. Treten die Schwellungen akut auf, sollten sie in jedem Fall medizinisch behandelt werden. Sind Hals- und Rachenraum betroffen, kann es zu Atemnot und schlimmstenfalls zum Ersticken kommen. Der Betroffene sollte daher schnell einen Arzt aufsuchen.

Komplikationen

In Folge der Schwellungen von Zunge, Augenlidern, Lippen und Rachen können verschiedene Komplikationen auftreten. Eine geschwollene Zunge weitet sich oft auf den Rachen aus und verengt die Atemwege. Zudem verursacht die Schwellung Atemnot und Schluckbeschwerden, die unter Umständen eine Aspiration auslösen können.

Geschwollene Augenlider gehen in der Regel mit Sehstörungen einher und können bei Verdrängung des Augengewebes ernste Verletzungen hervorrufen. Bei Lippenschwellungen besteht ebenfalls die Gefahr von ernsten Verletzungen des Gewebes. Zudem ist aufgrund der Probleme beim Sprechen die Funktionalität im Alltag eingeschränkt. Gelegentlich schwellen neben dem Gesicht auch Rachen und Kehlkopf an. Dann besteht akute Lebensgefahr.

Weitere Komplikationen treten in Folge eines allergischen Schocks auf, der oft mit Herz-Kreislauf-Beschwerden verbunden ist. Bei der Behandlung kann es durch den Einsatz von Antihistaminika, Adrenalin und entzündungshemmenden Medikamenten zu Neben- und Wechselwirkungen kommen. Muss aufgrund einer Schwellung im Rachenraum ein Luftröhrenschnitt durchgeführt werden, bleibt meist eine Narbe zurück. Gelegentlich treten Infektionen und Wundheilungsstörungen auf. In Folge der Hormonbehandlung kann es zu Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Übelkeit und Erbrechen und Schwindelgefühlen kommen. Spätfolgen treten in der Regel nicht auf.

Behandlung & Therapie

Akute Quincke-Ödeme können vom behandelnden Arzt recht schnell therapiert werden. Voraussetzung dafür ist die vorherige genaue Bestimmung der Ursache.

Ein allergisch bedingtes Quincke-Ödem kann mit entzündungshemmenden Medikamenten therapiert werden. So kann der Arzt beispielsweise Kortisonpräparate, Adrenalin, Kalzium oder auch Antihistaminika direkt in die Vene spritzen, um die Symptome schnell zu lindern. Ist der Auslöser für die allergische Reaktion bekannt, muss dieser in Zukunft gemieden werden, um weitere Ausbrüchen zu vermeiden.

Ein erblich verursachtes Quincke-Ödem kann im Gegensatz dazu nicht mit Entzündungshemmern behandelt werden. Hier hilft nur ein intravenöses Verabreichen des fehlgebildeten Proteins. Sollte es aufgrund von Schwellungen im Rachenraum zu Schwierigkeiten mit der Atmung kommen, kann unter Umständen ein Luftröhrenschnitt notwendig werden, um ein Ersticken des Patienten zu verhindern.

Treten die Schwellungen bei einem erblich bedingten Quincke-Ödem häufig auf, kann auch eine Therapie mit männlichen Sexualhormonen in Betracht gezogen werden. Diese erhöhen allgemein die Proteinproduktion und können so die schmerzhaften Schwellungen verhindern. Da ein Verabreichen von Hormonen jedoch meist auch unerwünschte Nebeneffekte mit sich bringt, sollte diese Art der Behandlung nur nach einem genauen Abwägen der Vor- und Nachteile stattfinden.

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Vorbeugung

Dem Quincke-Ödem kann vor allem dann vorgebeugt werden, wenn es sich um ein allergisch bedingtes Auftreten handelt. Kann der Auslöser bestimmt werden, erhält der Patient einen Allergiepass und muss sich in Zukunft bemühen, den oder die auslösenden Stoffe zu meiden, damit es zu keinerlei allergischen Reaktionen mehr kommen kann.

Einem erblich bedingten Quincke-Ödem kann nicht direkt vorgebeugt werden. Es ist aber ratsam, bei Auftreten der Symptome einen Arzt aufzusuchen und eine möglichst effektive Behandlungsmethode mit diesem zu erarbeiten. So können potenziell lebensbedrohliche Zustände verhindert werden.

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Quellen

  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg 2005
  • Plewig, G. et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012
  • Trautmann, A., Kleine-Trebbe, J.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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