Uveitis (Entzündung der Gefäßhaut)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. November 2017
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Bei einer anhaltenden Verminderung der Sehschärfe, die mit dem Tränen sowie einer Rötung eines oder beider Augen einhergeht, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden, um ein Uvetitis auszuschließen. Diese Entzündung der Gefäßhaut kann Patienten unabhängig vom Lebensalter treffen und sollte umgehend behandelt werden um dauerhafte Schäden am Auge zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Uveitis?

Eine Uveitis ist eine Entzündung der Gefäßhaut des Auges. Der Augapfel ist eine Struktur, die mit drei Gewebeschichten ausgekleidet ist, wobei die in der Mitte liegende Schicht die Gefäßhaut (Uvea) bezeichnet. Die Entzündung kann bestimmte Bereiche der Uvea betreffen.

Daraus ergibt es eine Unterscheidung zwischen vorderer, intermediärer und hinterer Uvetits, wobei die vordere Uvetitis die häufigste Form der Entzündung der Gefäßhaut darstellt und auch als Irititis oder Entzündung der Regenbogenhaut bezeichnet wird. Die Erkrankung kann einmalig auftreten oder chronisch verlaufen. Altersgrenzen bestehen bei den betroffenen Patienten nicht.

Zu den auftretenden Beschwerden zählen dumpfe Schmerzen am Auge, die bis in die Stirn ausstrahlen können. Das Auge ist gerötet und tränt. Die Sehschärfe ist meist vermindert und es besteht eine Lichtempfindlichkeit. Bei einer chronischen Uvetitis bestehen oft weniger Beschwerden. Die Erkrankung kann auf einem Auge oder auch beidseitig auftreten.

Ursachen

Ursächlich für eine Uvetitis können Baktieren sowie Viren, Pilze und Parasiten sein. Zu den Viren zählen Herpes oder Varizellen. Auch während einer Tuberkulose oder Borreliose kann die Entzündung auftreten.

Sie ist häufig eine Folge einer bereits überstandenen anderen Krankheit wie etwa einer bakteriell durch Yersinien ausgelösten Durchfallerkrankung. Verschiedene Autoimmunerkrankungen begünstigen eine Uvetitis ebenfalls. Dazu zählen die chronischen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sowie rheumatische Erkrankungen wie die juvenile Arthritis, Morbus Bechterew und Sarkoidose, multiple Sklerose oder bestimmte Nierenentzündungen.

Oft lassen sich jedoch keine Ursachen für das Auftreten der Erkrankung finden. Es wird vermutet, dass es sich in diesen Fällen um eine Immunreaktion des Körpers auf bestimmte Eiweißstrukturen des Auges handelt, die als körperfremd angesehen werden und damit die Uvetitis auslösen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose der Uvetitis stellt der Augenarzt. Über die Befragung des Patienten erhält er bereits erste Hinweise auf eine mögliche Gefäßhautentzündung. Über eine gründliche Untersuchung des Augenhintergrundes lässt sich die Diagnose sichern. Eventuell sind auch Blutuntersuchungen notwendig um weitere Infektionen, die der Gefäßhautentzündung möglicherweise zugrunde liegen, zu erkennen.

Eine einmalige Uvetitis heilt meist ohne weitere Folgen für den Patienten aus. Tritt die Infektion jedoch erneut auf und entwickelt sich eine chronische Entzündung, ist mit Schäden am Auge zu rechnen, die die Sehschärfe dauerhaft einschränken.

Komplikationen

Je nach Art der Uveitis können verschiedenen Komplikationen auftreten. Eine typische Komplikation der vorderen Uveitis sind Entzündungen im vorderen Abschnitt der Gefäßhaut, die mit Sehstörungen und gelegentlich auch mit Vernarbungen und einer dauerhaften Beeinträchtigung der Sehkraft verbunden sind. Zudem können die Regenbogenhaut und die Linse verkleben. In Folge einer Erhöhung des Augeninnendrucks kommt es zum sogenannten grünen Star.

Bei einer mittleren Uveitis kann sich Flüssigkeit auf der Netzhaut sammeln und manchmal zu einem Einreißen der Netzhaut führen. Auch ein grauer oder grüner Star kann auftreten. Bei einer Entzündung der hinteren Uveitis wird häufig auch die Netzhaut geschädigt – es kommt zu Sehstörungen, die chronisch verlaufen können.

Weitere mögliche Komplikationen sind eine Eintrübung der Augenlinse (Katarakt) und die Einlagerung von Kalzium in die Hornhaut. Bei Säuglingen und Kleinkindern nimmt eine Uveitis häufig einen schweren Verlauf und ruft bleibende Schädigungen am Auge hervor. Bei einer Operation kann es zu Verletzungen am Auge kommen. Außerdem können Infektionen auftreten oder das Auge verheilt nach dem Eingriff nicht richtig und entzündet sich erneut. Die Lasertherapie birgt ähnliche Risiken.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Uvetitis richtet sich nach der Ursache der Erkrankung. Der Augenarzt wählt Medikamente aus, um die Entzündung zu lindern und langfristige Schäden am Auge zu vermeiden. Bei einer bakteriellen Ursache werden Antibiotika verordnet, bei einem ursächlichen Pilzbefall ein Medikament gegen Pilze. Meist wird zur Entzündungshemmung eine Kortisonsalbe verschrieben.

Es ist zudem wichtig, Verklebungen an der Regenbogenhaut zu vermeiden. Dazu muss die Pupille mit entsprechenden Augentropfen (Zykloplegika oder Mydriatika) weitgestellt werden. Bei Störungen des Immunsystems wird die Immunreaktion mit Kortison gedämpft. Je nach der Art der Entzündung werden die Medikamente als Augentropfen, in Tablettenform oder als Spritze verabreicht.

Bei den meisten Patienten wird mit der Gabe von Kortison eine Heilung der Uvetitis erreicht. Wenn sich die Entzündung nicht ausreichend zurückbildet, stehen weitere Medikamente zur Verfügung, die in den Entzündungsprozess der Gefäßhautentzündung eingreifen können und so deren Abheilung erreichen. Nur in besonders schweren Fällen ist bei einer Uvetitis eine Operation am Glaskörper des Auges notwendig.

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Vorbeugung

Es gibt keine wirksame Vorbeugung gegen eine Uvetitis, da diese Entzündungsreaktion viele Ursachen haben kann. Es ist jedoch notwendig, sofort einen Augenarzt aufzusuchen, wenn Beschwerden am Auge auftreten, die mit einer Minderung der Sehschärfe einhergehen, damit eine Uvetitis schnell festgestellt und behandelt werden kann. Dies ist vor allem für Patienten mit chronischen Grunderkrankungen wichtig.

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Quellen

  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2012
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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