Nackensteife (Meningismus)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. September 2017
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Die Nackensteife, auch Meningismus genannt, bezeichnet eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung oder Bewegungsunfähigkeit der Halswirbelsäule. Dies wird durch eine reflektorische Anspannung hervorgerufen, um wichtige Strukturen des Rückenmarks und des Gehirns zu schützen. Beim Auftreten der Nackensteife ist eine ärztliche Abklärung unbedingt erforderlich, da die Nackensteife ein Symptom (Krankheitszeichen) ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nackensteife?

Nackensteife heißt, der Betroffene hat erhebliche Schmerzen bei Kopfbewegungen. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule ist stark eingeschränkt oder nicht mehr möglich. Der Patient ist nicht in der Lage, das Kinn Richtung Brust zu bewegen.

Dies ist das Hauptkriterium für Meningismus. Der medizinische Fachausdruck Meningismus wurde von Meningen abgeleitet. Meningen sind die Gehirnhäute. Eine Nackensteife ist jedoch von reinen Nackenschmerzen oder Schulterschmerzen zu unterscheiden. Verspannungen treten jedoch meist im Zusammenhang mit dem Meningismus auf.

Ursachen

Verschiedene Ursachen kommen beim Meningismus in Frage. So können Erkrankungen der Hirnhäute, Blutungen im Gehirn, ein Sonnenstich oder ein grippaler Infekt die Ursache für die Nackensteife sein.

Auch eine Infektion durch einen Zeckenbiss kann zu Nackensteife führen. Besonders gefährlich sind Blutungen im Gehirn, die ebenfalls als erstes Krankheitszeichen eine Nackensteife aufweisen. Vereiterte Nasennebenhöhlenentzündungen oder vereiterte Mandelentzündungen können ebenfalls mit Nackensteife einhergehen.

Erkrankungen oder Verletzungen der Halswirbelsäule sind ebenfalls häufig mit einer schmerzhaften Nackensteife gekoppelt. Auch ein Migräneanfall kann die Ursache für die Nackensteife sein.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Frau hat Nackenstife und Nackenschmerzen
Nackenschmerzen sind zumeist das offensichtlichste Symptom bei einer ausgeprägten Nackensteife.

Die Diagnose beim Auftreten der Nackensteife muss durch einen Arzt gestellt werden. Für den Arzt sind weitere Diagnosekriterien das Auftreten von Fieber, Sehstörungen und Lichtempfindlichkeit. Wichtige Hinweise erhält der Arzt bei der Befragung des Patienten und der ersten körperlichen Untersuchung.

Durch bestimmte Tests ist es dem Arzt möglich, festzustellen, welche Hirnhäute erkrankt oder gereizt sind. Weiterhin geben Blutuntersuchungen und Röntgenuntersuchungen dem Arzt erste Hinweise auf die Krankheitsursache. Vor allem in Kombination mit hohem Fieber ist für die Ärzte eine Liquorpunktion (Lumbalpunktion) eine wichtige Maßnahme, um eine Diagnose stellen zu können.

Je nach der Ursache für die Nackensteife ergibt sich ein unterschiedlicher Verlauf. Meningismus, der durch Entzündungen der Gehirnhäute oder durch Blutungen hervorgerufen wird, kann sich zu einer lebensbedrohlichen Krankheit entwickeln und bedarf bis zur Stabilisierung des Patienten einer intensivmedinizinischen Betreuung.

Der Verlauf gestaltet sich unter Umständen sehr dramatisch, da zusätzlich zur Nackensteife, erhebliche Kopfschmerzen, Sehstörungen, Übelkeit, Schwindel, Lichtempfindlichkeit und Bewusstseinsstörungen auftreten können. Diese können bis zur Bewusstlosigkeit führen.

Typisch für Meningismus ist, dass sich die reflektorischen Verspannungen im Koma lösen. Liegt die Ursache für die Nackensteife in einer Schädigung der Halswirbelsäule, so sind Kopfschmerzen, teilweise Sehstörungen, sowie Missempfindungen und Kraftverlust in den Armen möglich.

Komplikationen

Außer den typischen schmerzlindernden Maßnahmen, die beinahe am gesamten Körper wirksam sind, gibt es für die Betroffenen keine Möglichkeit, die Nackensteife zu behandeln oder erträglicher zu machen. So ist eine ärztliche Ursachenforschung nötig und entsprechend wird dann der Meningismus mitsamt seiner Ursache therapiert.

Die Nackensteife sollte keinesfalls mittels Gewalt zu überkommen versucht werden. So können im Falle einer Hirnblutung als Ursache weitere schwere Schäden durch weitere Einblutungen entstehen. Auch eine bakterielle Ursache als Auslöser des Meningismus kann durch ein "Zurechtrenken" des Kopfes nur verschlechtert werden, da eitriges Gewebe so weiter verteilt wird oder Zysten aufreißen können.

Da eine Nackensteife aus unterschiedlichen Anlässen auftritt, ist eine laienhafte Behandlung mit Hausmitteln nicht angeraten. So sind nicht selten Infektionen der Hirnhaut - die zumeist auf behandlungsbedürfte Krankheiten hindeuten - oder Hirnblutungen der Grund für die Versteifung. Zudem kann auch ein Schaden an der Wirbelsäule ursächlich sein.

Die Liste an Begleitsymptomen, die ursachenabhängig auftreten, ist lang. Betroffene können dabei lediglich bei Nackenverspannungen, die im Verlauf eines grippalen Infektes auftreten, durch Wärme, Kälte oder Massagen tätig werden. Im Zweifel ist aber dennoch immer ein ärztlicher Rat vorzuziehen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung des Meningismus ist abhängig von der Ursache. Meningismus, dessen Ursache eine entzündliche Erkrankung der Hirnhäute ist, wird mit Antibiotika und oftmals auch mit antiviralen Medikamenten behandelt. Hier ist häufig eine intensivmedizinische Betreuung erforderlich, da während dieser Erkrankung erhebliche Komplikationen z.B. Epilepsie auftreten können.

Wird die Nackensteife durch eine Blutung im Gehirn verursacht, so muss zwingend abgeklärt werden, wo genau die Blutung im Gehirn ist. Hier ist sehr schnelles Handeln der Neurochirurgen erforderlich, da die Blutung zu Schäden am Gehirn führen kann, die nicht mehr reversibel sind. Weiterhin kann eine Blutung im Gehirn innerhalb schnellster Zeit zu Atemproblemen und zum Tod des Patienten führen.

Besonders bei bakteriellen Infekten, wie einer eitrigen Angina verbessern sich die Symptome unter der Gabe von Antibiotika recht schnell, und die Nackensteife verschwindet.

Nackensteife, die durch Erkrankungen an der Halswirbelsäule auftritt, bedarf einer Abklärung, welche Strukturen der Halswirbelsäule geschädigt sind. Je nach Ergebnis dieser Untersuchung erfolgt dann eine gezielte Therapie in Form von Medikamenten und Krankengymnastik. Bei schweren Bandscheibenvorfällen, die ebenfalls mit Nackensteife einhergehen können, ist oftmals eine Operation erforderlich.

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Vorbeugung

Eine direkte Vorbeugung des Meningismus ist nicht möglich. Durch bestimmte Impfungen lässt sich das Risiko herabsetzen, nach einem Zeckenbiss zu erkranken bzw. an Gehirnhautentzündungen.

Halswirbelsäulenschäden lassen sich vermeiden durch abwechslungsreiche Tätigkeiten, Gymnastik und viel Bewegung. Um den Gefäßveränderungen im Gehirn vorzubeugen, die unter Umständen zu einer lebensgefährlichen Blutung im Gehirn führen können, ist es wichtig, dass fettreiches Essen, Nikotin und Übergewicht gemieden werden. Weiterhin ist darauf zu achten, dass der Blutdruck nicht erhöht ist.

Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ist es sehr selten möglich, Veränderungen an den Gefäßen zu erkennen, so dass in Einzelfällen durch die frühzeitige Behandlung ein Meningismus vermieden werden kann.

Bücher über Nackenschmerzen

Quellen

  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Mader, F., Weißgerber, H.: Allgemeinmedizin und Praxis. Springer, Heidelberg 2014
  • Netter, F.H. et. al.: NETTERs Allgemeinmedizin. Thieme, Stuttgart 2006

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