Psychiater

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Psychiater behandeln seelische Erkrankungen wie Psychosen und Depressionen. Dabei unterscheidet sie vom Psychologen die Berechtigung zur Medikamentenverordnung. Daneben ist die Psychotherapie eine Behandlungsform vom Psychiater.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Psychiater?

Psychiater sind Fachärzte für seelische („psychische“) Erkrankungen. Tätig sind die Fachärzte in der klinischen Psychologie im stationären Bereich, während die medizinische Psychologie überwiegend in der ambulanten Behandlung beheimatet ist.

Zunehmende Bedeutung gewinnt in der alternden Gesellschaft die Gerontopsychiatrie, die sich den besonderen psychischen Erkrankungen der Senioren zuwendet. Hochspezialisiert ist auch ein Psychiater, der auf dem Feld der Kinder- und Jugendpsychiatrie wirkt. Psychopathologen erforschen und erkennen definierte Krankheitsbilder, während in der Pharmakopsychiatrie die Wirkungsweise der Medikamente im Fokus steht.

Ein Ansatz der neurologischen Grundlagenforschung ist die Biologische Psychiatrie. Die Forensische Psychiatrie hat eine besondere gesellschaftliche Verantwortung inne.

Die Ausbildung eines Psychiaters beginnt mit dem Studium der Medizin. Nach erreichter Approbation absolviert er eine vierjährige klinische Facharztausbildung und ist anschließend ein Psychiater.

Behandlungen

Psychiater sind mit einer Fülle von Krankheitsbildern konfrontiert. Klinisch relevant sind sehr häufig Patienten mit Schizophrenie. Akute Schübe dieser Grunderkrankung gehen mit schweren Psychosen einher. Eindeutige Symptome sind Wahnvorstellungen und Halluzinationen. Oft hören die Patienten Stimmen, die ihnen Befehle erteilen und sie zu abstrusen Handlungen veranlassen. Der Psychiater muss in diesen gravierenden Fällen Psychopharmaka verordnen.

Depressionen sind eine ebenfalls häufig auftretende psychische Erkrankung, die in vielen Formen ausgeprägt sein kann. Die Methoden der Psychotherapie und der Psychoanalyse bieten hier Aussicht auf eine erfolgreiche Behandlung. Begleitend dazu wird der Psychiater meist auch Antidepressiva verschreiben.

Schizophrenie und Depressionen erachten Psychiater als überwiegend genetisch bedingt. Eher auf soziale Faktoren zurückzuführen sind die Persönlichkeitsstörungen. Als schwere Erkrankung bekannt ist das Borderline-Syndrom, das mit einer extremen emotionalen Labilität einhergeht. Eine gestört Selbstwahrnehmung und Selbstverletzungen sind typische Kennzeichen des Leidens. Persönlichkeitsstörungen werden hauptsächlich mit psychotherapeutischen Techniken behandelt. Medikamentöse Unterstützung ist allenfalls dann erforderlich, wenn Folge- oder Begleiterscheinungen der Krankheit („Komorbidität“) hinzutreten.

Krankheitsbilder aus dem Formenkreis der Zwänge kann der Psychiater oft nur schwer von anderen Syndromen unterscheiden. Dies gilt gerade deswegen, weil Zwänge oft gemeinsam mit Angststörungen („Phobien“) auftreten. Psychotherapeutische Ansätze haben auf dem Gebiet der Zwänge und Ängste in den letzten Jahren gute Fortschritte gemacht.

Die Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen ist ebenfalls eine Aufgabe der Psychiater. Eine medikamentös unterstützte Entgiftung geht einer Psychotherapie stets voraus. Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie werden meist den Suchterkrankungen zugerechnet. Daher behandelt diese Verhaltensstörungen ebenfalls der Psychiater.

Diagnose- & Untersuchungsmethoden

Psychiater behandeln seelische Erkrankungen wie Psychosen und Depressionen. Dabei unterscheidet sie vom Psychologen die Berechtigung zur Medikamentenverordnung.

Psychiater diagnostizieren die meisten psychischen Störungen anhand des Patientengesprächs. In dieser „Exploration“ registriert ein erfahrener Psychiater auch das allgemeine Verhalten seines Gegenübers. Schon die Körpersprache kann viel verraten, denn Mimik und Gestik eröffnen ebenfalls einen Einblick ins Seelenleben. So lassen sich auch kleine Lügen entlarven, wenn es beispielsweise um die Menge des Suchtmittelkonsums geht.

Die ersten Anhaltspunkte aus dem Patienten-Interview ergeben Verdachtsmomente, die mit standardisierten Fragebögen erhärtet werden sollen. Diese methodischen Befragungen sind wie Multiple-Choice-Tests konzipiert und werden statistisch nach Punktzahlen ausgewertet. Oft hilft dem Psychiater auch das Gespräch mit Angehörigen weiter, weil Selbst- und Fremdwahrnehmung erheblich voneinander abweichen können. Im Falle psychiatrischer Erkrankungen gilt dies in verstärktem Maße.

Manche Patienten muss der Psychiater auch über längere Zeit im Krankenhaus beobachten, um die oft schwierige Diagnose zu stellen. Hier leistet das Pflegeteam dem Arzt unentbehrliche Hilfe. Bei vielen seelischen Störungen muss der Psychiater körperliche Grundkrankheiten ausschließen. Daher sind Blutanalysen und röntgenlogische Verfahren sowie ein EKG und besonders das EEG unverzichtbar für die Arbeit auch der Psychiater.

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Worauf sollte der Patient achten?

Psychiater und Patient arbeiten in der Behandlung als Partner zusammen. Daher ist ein vertrauensvolles Verhältnis erforderlich. Wenn ein Patient eine ambulante Behandlung anstrebt, fragt er am besten seinen Hausarzt, welcher niedergelassene Psychiater in Frage kommt. Denn die Spezialisierung innerhalb der Psychiatrie ist breit gefächert.

Im ersten Gespräch mit dem Psychiater spürt der Patient in der Regel schnell, ob das persönliche Verhältnis „stimmt“. Achten sollte man aber darauf, ob der Psychiater vorschnelle Diagnosen stellt oder leichtfertig Medikamente verschreibt. Denn einige Psychopharmaka bergen ihrerseits auch die Gefahr einer Abhängigkeit in sich. Insbesondere sofort starke Beruhigungsmittel (Benzodiazepine) zu verordnen ist in der Regel kein verantwortungsvolles Vorgehen vom Psychiater.

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