Persönlichkeitsstörung

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Der Begriff Persönlichkeitsstörung umfasst eine Vielzahl von unterschiedlichen psychischen Störungen, bei dem der Betroffene von "normalen" Verhaltensmustern stark abweichen kann. Oftmals wirken die Handlungen und Gedanken von Patienten situationsunangemessen und unpassend auf gesunde Menschen. Typische Formen der Persönlichkeitsstörung sind Paranoide Persönlichkeitsstörung und Schizophrenie.

Inhaltsverzeichnis

Definition Persönlichkeitsstörung

Der Begriff Persönlichkeitsstörung bezeichnet in der Psychologie und Medizin eine Gruppe von psychischen Erkrankungen, die in der Kindheit oder Jugend beginnen und sich durch abweichende, als starr und unflexibel beschriebene Erlebens- und Verhaltensmuster besonders in für die Person konflikthaften Situationen auszeichnen.

Dadurch ist die Funktions- und Leistungsfähigkeit des Betroffenen stets im persönlichen und sozialen, mitunter auch im beruflichen Bereich teils erheblich beeinträchtigt. Persönlichkeitsstörungen werden in der klinischen Psychologie und der Psychiatrie nach den Diagnosesystemen ICD-10 und DSM-IV in durch charakteristische Merkmale definierte Subtypen unterteilt, wobei jedoch Überschneidungen und dadurch kombinierte Persönlichkeitsstörungen häufig sind.

Ursachen für Persönlichkeitsstörungen

Eine allgemein anerkannte Definition der Ursachen von Persönlichkeitsstörungen existiert nicht. Die Entwicklung einer Persönlichkeitsstörung wird als in einem komplexen Zusammenspiel von familiären und sozialen Wechselwirkungen und genetischen Anlagen bedingt angesehen. Unterschiedlich bewertet werden die psychosozialen Aspekte bei der Entwicklung von Persönlichkeitsstörungen von den einzelnen psychotherapeutischen Schulen.

Während die Tiefenpsychologie die Ursachen in Störungen der Kindheit wie ein problematisches soziales Umfeld (beispielsweise Elternhaus) oder frühen Psychotraumata sieht, fokussiert die Psychoanalyse individualpsychologische Aspekte der Persönlichkeitsentwicklung.

Einen anderen Ansatz verfolgt die Verhaltensmedizin, die Persönlichkeitsstörungen als das Ergebnis der Verstärkung von in Kindheit oder Jugend angelegten Verhaltensgrundlagen durch operante Konditionierung (Verfestigung von Verhaltensschemata durch positive oder negative Verstärkung beispielsweise durch das soziale Umfeld) und des Modell-Lernens (Verfestigung allgemeinen Verhaltens durch Erlernen an einem bestimmten Beispiel) sieht.

Diese Theorie bildet die Grundlage für die Behandlungsmethoden der Verhaltenstherapie, die durch nachweisliche Erfolge bei der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen, insbesondere auch der sogenannten Borderline-Persönlichkeitsstörung, gegenüber den klassischen psychotherapeutischen Methoden zunehmend an Bedeutung gewonnen hat.

Krankheiten mit Persönlichkeitsstörungen

Behandlung Persönlichkeitsstörungen

Für Persönlichkeitsstörungen sind psychotherapeutische Methoden die in erster Linie indizierten Behandlungsmethoden. Dabei gibt es wie bereits erwähnt zum einen die Möglichkeit tiefenpsychologischer und psychoanalytischer Behandlungsverfahren und zum anderen die verhaltenstherapeutischer Verfahren. Eine begleitende medikamentöse Behandlung mit Antidepressiva oder Antipsychotika kann sinnvoll sein, bei einer komorbiden Depression ist sie sogar angezeigt.

Die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen stellt an den Therapeuten sehr hohe Ansprüche und ist, abhängig vom Typ der Persönlichkeitsstörung, oft mit Komplikationen wie Suizidalität, selbstverletzendem Verhalten, Drogenmissbrauch oder auch Gewalttätigkeit und Delinquenz behaftet. Darüber hinaus ist eine Komorbidität mit Depressionen häufig, selten auch mit psychotischen Störungen. Die Behandlung einer Persönlichkeitsstörung dauert sehr lange und es ist zweifelhaft, ob eine Persönlichkeitsstörung mit den zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden vollständig geheilt werden kann.

Zwar sind Erfolge nachgewiesen, aber selbst in den Fällen, in denen nach der Behandlung die Diagnose Persönlichkeitsstörung nicht mehr gestellt hätte werden können, kann nicht von einer vollständigen Heilung einer Persönlichkeitsstörung gesprochen werden.

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Vorbeugen von Persönlichkeitsstörung

Da sich erste Anzeichen einer Persönlichkeitsstörung oft bereits in der Kindheit oder Jugend manifestieren, sollte bereits hier eine Behandlung beispielsweise durch einen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten einsetzen.

In vielen Fällen lässt sich so die Ausbildung einer Persönlichkeitsstörung im Erwachsenenalter verhindern oder zumindest abmildern.

Eine Prävention im eigentlichen Sinne gibt es jedoch nicht, da die Ursachen (noch) nicht ausreichend geklärt sind.

Man kann aber davon ausgehen, dass bei einer möglichst ungestörten persönlichen Entwicklung in Kindheit und Jugend ohne allzuviele schädliche Einflüsse eine Persönlichkeitsstörung eher nicht entstehen wird.

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