Paranoide Schizophrenie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
Sie sind hier: Symptomat.deKrankheiten Paranoide Schizophrenie

Die paranoide Schizophrenie ist der häufigste Subtyp der Schizophrenie. Die Erkrankung ist durch verschiedene Beschwerden wie Verfolgungswahn, optische und akustische Halluzinationen gekennzeichnet. Dem entspringt auch die alternative Bezeichnung „paranoid-halluzinatorische Schizophrenie“.

Inhaltsverzeichnis

Was ist paranoide Schizophrenie?

Die Schizophrenie weist ein vielgestaltiges Erscheinungsbild auf und gehört zu den sogenannten endogenen Psychosen. Dabei handelt es sich um Krankheitsbilder, die unter anderem mit Realitätsverlust sowie Störungen des Denkens und der Gefühlswelt einhergehen und aus einer Vielzahl von inneren Faktoren heraus entstehen.

Bei der Schizophrenie handelt es sich nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen, um eine Persönlichkeitsspaltung. Sie steht ebenso wenig im Zusammenhang mit einer verminderten Intelligenz, sondern vielmehr mit Fehlern in der Wahrnehmung und Interpretation der Umwelt. Etwa 25 von 10.000 Deutschen sind an einer Schizophrenie erkrankt.

Frauen und Männer sind dabei gleich häufig betroffen, bei Letzteren bricht die Krankheit jedoch im Durchschnitt früher aus. Etwa die Hälfte aller leidenden Patienten zeigt im Krankheitsverlauf Symptome einer paranoiden Schizophrenie. Dieser Typus entwickelt sich häufig erst bei Menschen im mittleren Lebensalter und damit später als andere schizophrene Erkrankungen.

Im Mittelpunkt der paranoiden Schizophrenie stehen Störungen des Ich-Bewusstseins, Halluzinationen und vor allem Wahnvorstellungen, wovon sich auch die Bezeichnung ableitet.

Ursachen

Es ist nicht möglich, eine alleinige Ursache von paranoider Schizophrenie herauszustellen, jedoch gibt es verschiedene Risikofaktoren, die den Ausbruch der Krankheit begünstigen. Auf biochemischer Ebene wird den Botenstoffen im Gehirn (Neurotransmitter) eine große Bedeutung beigemessen. Wissenschaftler vermuten, dass ein gestörter Dopaminstoffwechsel im Zusammenhang mit Schizophrenie steht.

Hierfür spricht die Erfahrung mit Amphetaminen, welche die Ausschüttung von Dopamin fördern und Symptome verstärken. Auch Serotonin steht im Verdacht, den Krankheitsverlauf zu beeinflussen. Der Botenstoff wirkt sich auf das Schmerzempfinden, die Gedächtnisleistung und das Glücksempfinden aus. Eine Überaktivität einzelner Nervenbahnen kann die vermehrte Ausschüttung dieser Neurotransmitter bewirken.

Es werden auch einige psychosoziale Risikofaktoren definiert, die das Auftreten einer paranoiden Schizophrenie auslösen können. Liegt eine gewisse genetische Veranlagung vor, hat psychischer Stress bei einigen Menschen besonders starke Auswirkungen. Kritische und traumatische Erlebnisse, vor allem in der frühen Kindheit, stellen ein erhöhtes Risiko dar.

Gleiches gilt für ein belastendes soziales Umfeld oder eine vorliegende Depression. Daneben treten schizophrene Erkrankungen selten auch als Folge von Infektionen auf, unter denen die Mutter des Betroffenen während der Schwangerschaft litt. Hierzu gehören vor allem Borreliose und Herpes simplex. Weitere mögliche somatische Ursachen sind Laktoseintoleranz, Zöliakie sowie prä- oder postnatale Hypoxie.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die paranoide Schizophrenie macht sich vor allem durch drei Hauptsymptome bemerkbar: Wahn, Ich-Störungen und Halluzinationen. Der Wahn äußert sich durch eine sehr starke, für gesunde Menschen nicht nachvollziehbare Überzeugung, beispielsweise überwacht oder verfolgt zu werden.

Der Patient befindet sich zumeist in einem Zustand der Paranoia, in dem er glaubt, dass alle äußeren Geschehnisse und Personen in einem engen Zusammenhang mit ihm stehen. Alltägliche Ereignisse deutet er als Zeichen oder versteckte Botschaften und kann von diesen Gedanken nicht abrücken. Im Zusammenhang damit steht auch die Störung des Ichs.

Der Patient erfährt Abgrenzungsprobleme zwischen dem Ich-Erleben und der Umwelt und ist nicht mehr in der Lage, Dinge rational von außen zu betrachten. Damit einher gehen Störungen wie Gedankenentzug, Derealisation und Depersonalisation. Halluzinationen treten meist auf akustischer Ebene auf, über 80 Prozent aller an paranoider Schizophrenie Erkrankten berichten von derartigen Symptomen.

Sie hören Stimmen, die ihnen Befehle erteilen, sie beleidigen oder paranoide Gedanken vermitteln. Dies kann dazu führen, dass sich der Betroffene zu selbstverletzenden Handlungen oder aggressivem Verhalten gegen andere gezwungen fühlt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der erste und wichtigste Schritt der Diagnose ist ein Gespräch zwischen Arzt und Patient, in dem die auftretenden psychotischen Anzeichen hinterfragt werden. Es müssen verschiedene Kriterien bezüglich der Art und der Dauer der Symptome erfüllt werden, um die Krankheit feststellen zu können. Beschwerden wie akustische Halluzinationen oder paranoide Gedanken, die mindestens einen Monat bestehen, machen eine Schizophrenie wahrscheinlich.

Weitere kritische Anzeichen sind eine verminderte Gefühlsansprechbarkeit (Affektverflachung), zerfahrene Denkmuster und Sprachstörungen. Im Anschluss an das Gespräch folgt eine umfangreiche neurologische und körperliche Untersuchung. Dadurch sollen andere Erkrankungen wie Epilepsie, Hirntumore, Infektionen des Gehirns oder Schädel-Hirn-Traumata ausgeschlossen werden.

Es ist auch wichtig, Halluzinationen und Wahnvorstellungen auszuschließen, die als Folge von Drogenmissbrauch, etwa LSD, Cannabis, Ecstasy, Kokain oder Alkohol, auftreten. Überwiegen Negativ-Symptome wie Antriebsschwäche und Sprachverarmung, ist sicherzustellen, dass diese nicht Teil einer Depression sind. Weiterhin abzugrenzen sind andere psychische Störungen wie bipolare Erkrankungen, Autismus, Zwangsstörungen und [[Persönlichkeitsstörung]9en.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von paranoider Schizophrenie verspricht heutzutage gute Prognosen, auch wenn die Krankheit nicht immer heilbar ist. Sie baut auf einer Kombination aus medikamentöser Behandlung, Psychotherapie und weiteren Therapieverfahren auf, die individuell auf den Patienten abgestimmt werden. Für die medikamentöse Behandlung, besonders in einer akuten Phase, kommt häufig ein Antipsychotikum zum Einsatz.

Dieses reguliert den Stoffwechsel der Neurotransmitter, unterdrückt psychotische Symptome und hemmt die Aufnahme von Reizen. Eine wesentliche Besserung der Beschwerden tritt jedoch erst nach einigen Wochen ein. Lassen die Symptome nach, wird die Dosierung reduziert. Therapeutische Maßnahmen können nur ergriffen werden, wenn der Patient sich kooperationsbereit zeigt. Bei der Psychotherapie stehen das Verarbeiten des Krankheitserlebnisses, die Bewältigung von Lebensproblemen und Selbsthilfe im Vordergrund.

Eine Soziotherapie konzentriert sich auf die Schäden innerhalb der Familie und des gesamten Umfelds, die in Folge der Erkrankung aufgetreten sind. Arbeitstherapien, Strukturierungsmaßnahmen und die Einbeziehung der Familie gehören hier dazu. Nach Abklingen der Symptomatik leiden viele Betroffene unter kognitiven Einschränkungen. Diese werden im Rahmen einer kognitiven Rehabilitation behandelt.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Um das Risiko einer paranoiden Schizophrenie zu mindern, sollte vor allem der allgemeine Stresslevel reduziert werden. Das bedeutet, Probleme in der Familie oder am Arbeitsplatz frühzeitig zu thematisieren und an deren Bewältigung zu arbeiten.

Traumata aus der Vergangenheit und psychische Belastungen sollten, auch mit Hilfe psychotherapeutischer Maßnahmen, aufgearbeitet werden, bevor sich ein schizophrenes Krankheitsbild daraus entwickelt. Dabei gilt es, frühe Symptome wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Unruhe und Verhaltensänderungen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Bücher über Schizophrenie

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Paranoide Schizophrenie?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: