Zungenbelag

Zungenbelag oder eine belegte Zunge kann harmloser Natur sein. Er kann aber auch auf Vergiftungen oder Erkrankungen der Verdauungsorgane hinweisen. Zungenbelag kann auch auf schlechte Mundpflege und falsche Ernährung hindeuten. Je nach Art, wie der Zungenbelag aussieht und unter welchen Umständen er auftritt, muss seine Ursache abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Zungenbelag

Unter einem Zungenbelag versteht man eine pelzige oder farblich veränderte Fläche auf der Zungenoberfläche. Diese befindet sich oft in der Zungenmitte.

Der Zungenbelag wird auch als belegte Zunge bezeichnet. Er besteht aus Ablagerungen der Zungenschleimhaut.

Ob der Zungenbelag ein Symptom für eine Organerkrankung des Verdauungstraktes ist, eine Folge schlechter Mundhygiene, einer Vergiftung oder ungesunder Ernährungsbedingungen sein könnte oder auf eine Erkrankung der Zunge hinweist, muss im Einzelfall festgestellt werden.

Oftmals weisen die Begleitsymptome darauf hin, ob der Zungenbelag harmlos ist oder nicht.

Ursachen für Zungenbelag

Als Ursachen für Zungenbelag kommen verschiedene Faktoren in Frage. Einige davon wurden bereits genannt. Ein harmloser Zungenbelag entsteht in der Regel durch Nahrungsreste und Keimbildung auf der Zungenoberfläche. Bei Aufnahme genügend fester Nahrung wird dieser Zungenbelag automatisch entfernt, sonst kann man dies mit geeigneten Mitteln tun. Ist der Zungenbelag aber Anzeiger einer inneren Erkrankung der Verdauungsorgane, einer Entzündung, eines Infektes oder gar von Vergiftungen, ist anders vorzugehen.

Oft kann die Ursache des Zungenbelages an Art und Farbe des Belags festgemacht werden. Ein weißer Zungenbelag kann beispielsweise auf Mundpilz hinweisen. Fieberhafte Infekte oder Magenerkrankungen führen ebenso zu einem typischen Zungenbelag wie bestimmte sexuell übertragbare Krankheiten. Die so genannte Glossitis ist durch einen glatten, roten Zungenbelag mit einem Brennen der Zunge gekennzeichnet. Ein Zungenbelag kann aber auch durch bestimmte Medikamente und Toxine wie Blei hervorrufen werden.

Zahn- und Zahnfleischerkrankungen wie Parodontitis, bestimmte Hautkrankheiten und vor allem innere Erkrankungen, die als Nebeneffekt Auswirkung auf die Mundschleimhaut nehmen, sind als Auslöser von Zungenbelag bekannt. Als Beispiele für solchen Zungenbelag kann man die Erkrankungen Lichen ruber oder Pemphigus vulgaris anführen. Bei einer so genannten Landkartenzunge kommt es ebenfalls zu fleckig aussehendem Zungenbelag, aber dieser ist harmlos. Man kennt die Ursache dieses Phänomens bisher nicht.

Ein schwarzer Zungenbelag tritt bei der so genannten Haarzunge auf. In anderen Fällen kann der Zungenbelag die Farbe der Nahrung annehmen. Man hat nach dem Verzehr von Blaubeeren dann dunkelroten, nach Grünkohl leicht grünlichen Zungenbelag. Ein Zungenbelag, der als Präkanzerose gilt, ist bei Morbus Bowen bekannt. Generell weist Zungenbelag aber fast nie auf eine Krebserkrankung der Zunge hin.

Diagnose und Verlauf bei Zungenbelag

Zungenbelag

Diagnose und Verlauf bei Zungenbelag hängen von der Farbe, Art und Ursache des Belags ab. Mancher Mensch hat lebenslang einen leichten Zungenbelag, ohne dass ihm eine bestimmte Ursache zugeordnet werden kann. In der Anamnese werden bei auffälligem und ungewöhnlichem Zungenbelag zunächst Fragen nach eventuellen Begleitsymptomen und der Dauer des Zungenbelags gestellt.

Sind Vorerkrankungen im Verdauungstrakt bekannt, müssen diese gegebenenfalls genauer untersucht werden. Auch Fragen zur Ernährung oder den Rauchgewohnheiten können die Diagnose erleichtern. Gegebenenfalls nimmt der Arzt einen Zungenabstrich vor, um den Zungenbelag auf Keime und Pilze zu untersuchen.

In manchen Fällen kann ein Zungenbelag eine Blutuntersuchung, eine Magenspiegelung oder zahnärztliche Untersuchungen nötig machen. In diesen Fällen kann man davon ausgehen, dass der Zungenbelag Symptom einer Erkrankung sein könnte.

Behandlung von Zungenbelag

Bei einem auffälligen Zungenbelag sollte sich die Therapie nach Ursache richten. Die Mundhygiene kann mit Mundwässern, weichen Zahnbürsten und speziellen Zungenschabern verbessert werden.

Außerdem sollte man die Ernährungsgewohnheiten überprüfen. Zu wenig feste Nahrung kann Zungenbelag auslösen.

Handelt es sich bei dem Zungenbelag aber um Pilzinfektion bzw. Kandidose, kann man den Zungenbelag nur mit Antimykotika beheben.

Magenschleimhautentzündungen oder Darmerkrankungen bedürfen einer Diät oder medikamentöser Behandlung. Auch bei anderen Ursachen muss der Belag der Zunge an der Wurzel behandelt werden - also durch Therapie der Grunderkrankung, die den Zungenbelag ausgelöst hat.

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Vorbeugung von Zungenbelag

Die beste Vorbeugung gegen Zungenbelag ist es, eine gute Mundhygiene zu betreiben, gesund und ballaststoffreich zu essen und auf das Rauchen zu verzichten.

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