Antimykotika

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Antimykotika werden auch als Pilzmittel oder Antipilzmittel bezeichnet und dienen der Bekämpfung von Pilzbefall. In der Medizin werden verschiedene Antimykotika beispielsweise unterteilt hinsichtlich deren Wirkungsmechanismen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Antimykotika?

So entfalten einige Antimykotika ihre Pilz bekämpfende Wirkung, indem sie Stoffwechselprozesse des Pilzes beeinträchtigen. Andere Antimykotika führen dazu, dass es bei dem zu bekämpfenden Pilz nicht zu einer uneingeschränkten Bildung von Zellwänden kommen kann. Außerdem sind einige Antimykotika in der Lage, Poren in Membranen eines Pilzes zu bilden, die de Lebensfähigkeit des Pilzes negativ beeinflussen.

Unterteilt werden Antimykotika darüber hinaus hinsichtlich der Tatsache, ob sie zu bekämpfende Pilze abtöten oder ob sie lediglich deren Vermehrungsfähigkeit hemmen. Pilzabtötende Antimykotika werden auch als fungizide Antimykotika bezeichnet, während vermehrungshemmende Antipilzmittel auch 'fungistatische Antimykotika' genannt werden.

Anwendung, Nutzen & Gebrauch

Zur Bekämpfung von Pilzinfektionen werden Antimykotika je nach Form der Infektion lokal (auf den Ort der Infektion beschränkt) oder systemisch (den Organismus als Ganzes betreffend) angewendet. Lokal anzuwendende Antimykotika werden beispielsweise in Form von Salben, Tinkturen, Puder, Nagellack oder Sprays aufgetragen und finden ihren Einsatz etwa in der Behandlung von Pilzinfektionen, die die Haut, die Schleimhäute oder die Nägel betreffen.

So werden gegen leichte bis mittelschwere Formen des Nagelpilzes (an Finger- oder Fußnägeln) häufig lokale Antimykotika verwendet. Ist ein Nagelpilz allerdings bereits weit fortgeschritten und nimmt eine schwere Form an, kann eine kombinierte Therapie mit systemischen Antimykotika notwendig werden. Diese Antimykotika werden unter anderem in Form von Tabletten oder Säften verabreicht.

Über eine Verwendung systemisch wirkender Antimykotika entscheiden Patient und behandelnder Arzt in der Regel unter Abwägung von medizinischem Nutzen und möglichen Nebenwirkungen. Weitere, mit Antimykotika zu behandelnde Pilzinfektionen, sind beispielsweise Scheidenpilze, durch Pilze hervorgerufene Mundschleimhautentzündungen oder die sogenannte Windeldermatitis (Hautinfektionen im Windelbereich bei Säuglingen).

Lokal anzuwendende Antimykotika gegen Scheidenpilze können unter anderem Zäpfchenform haben, während Mundschleimhautentzündungen etwa mit Antimykotika in Form von Mundgels begegnet werden kann. Auch innere Organe können von Pilzinfektionen befallen sein und werden in der Regel mit systemischen Antimykotika behandelt.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Antimykotika

Lokal anzuwendende Antimykotika werden beispielsweise in Form von Salben, Tinkturen oder Sprays aufgetragen und finden ihren Einsatz etwa in der Behandlung von Pilzinfektionen, die z.B. die haut betreffen.

Während Antimykotika verschiedener Wirkstoffkomplexe auf chemisch-pharmazeutischer Ebene vor allem im Rahmen der Schulmedizin Anwendung finden, stellt unter anderem die Naturheilkunde alternative Verfahren zur Bekämpfung von Pilzinfektionen vor.

So besteht eine naturheilkundliche Alternative zur Bekämpfung von potenziell gesundheitsschädigenden Darmpilzen mit Antimykotika etwa in verschiedenen Verhaltensmaßnahmen: Danach sollen von Betroffenen beispielsweise zucker- und kohlenhydratfreie Diäten durchgeführt werden, um den Darmpilzen die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Außerdem sollen Umweltgifte wie Nikotin, Insektizide (Insektenbekämpfungsmittel) oder gechlortes Wasser gemieden werden.

Statt der chemisch-pharmazeutischen Antimykotika empfiehlt die Naturheilkunde des Weiteren Formen der Darmsanierung, also beispielsweise die Wiederherstellung einer intakten Darmflora. Die Wirksamkeit entsprechender naturheilkundlicher Verfahren zur Pilzbekämpfung gilt in der Medizin als umstritten.

Von den chemisch-pharmazeutischen Antimykotika unterscheiden sich außerdem die im Rahmen der Homöopathie verabreichten Antimykotika. In vielen Fällen raten homöopathisch tätige Ärzte von einer homöopathischen Behandlung von Pilzinfektionen in Eigenregie ab, da verabreichte Mittel nach Überzeugung der Homöopathie exakt auf den individuellen Menschen und dessen Körperkonstitution abgestimmt sein müssen.

Ebenso wie die Wirksamkeit naturheilkundlicher Mittel zur Bekämpfung von Pilzinfektionen gilt auch die Wirksamkeit homöopathischer Antimykotika wissenschaftlich als häufig nicht belegt.

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Risiken & Nebenwirkungen

Die Anwendung von Antimykotika zur Behandlung von Pilzinfektionen kann verschiedene Risiken und Nebenwirkungen mit sich bringen. Dies gilt nicht nur für Antimykotika auf chemisch-pharmazeutischer Basis, sondern beispielsweise auch für homöopathische Antimykotika.

So warnt beispielsweise der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) bei der Anwendung homöopathischer Antimykotika in Eigenregie vor möglichen heftigen, ungewollten Reaktionen, die sich über mehrere Monate erstrecken können.

Je nach Wirkstoff und Form chemisch-pharmazeutischer Antimykotika raten Hersteller unter anderem während Schwangerschaft und Stillzeit von einer Anwendung ab. Auch bei Unverträglichkeiten, Allergien oder schweren Lebererkrankungen können Ärzte von der Verwendung verschiedener Antimykotika abraten.

Zu den möglichen Nebenwirkungen die chemisch-pharmazeutischer Antimykotika zählen beispielsweise Kopfschmerzen oder Übelkeit. Nebenwirkungen lokal wirksamer Antimykotika sind dabei meist örtlich begrenzt.

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