Nagelpilz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Nagelpilz bzw. Onychomykose ist eine Pilzerkrankung an den Fußnägeln und manchmal auch der Fingernägel. Der Nagelpilz tritt zumeist dann auf, wenn zu enge Schuhe getragen werden oder der Betroffene an Diabetes oder Durchblutungsstörungen leidet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nagelpilz?

Als Nagelpilz wird die Infektion der verhornten Nägel des Menschen bezeichnet. Betroffen sein können sowohl die Zehen- als auch die Fingernägel, wobei die Füße am häufigsten durch Nagelpilze befallen werden.

Die Pilzerkrankung äußert sich in einer sichtbaren Veränderung des Erscheinungsbildes der Nägel. Sie verfärben sich gelblich, beginnend vom Rand, wobei auch Flecken im Inneren des Nagels auftreten können; außerdem verdickt sich die Nagelplatte spürbar.

Häufig sind ältere Menschen vom Nagelpilz betroffen, die an Demenz oder anderen Geisteserkrankungen leiden und ihre körperliche Hygiene deshalb nicht mehr so gut selbst durchführen können. Wie der Fußpilz, so kann der Nagelpilz aber auch in Schwimmbädern und in der Sauna direkt übertragen werden.

Ursachen

Die Ursache für den Nagelpilz sind Spross- oder Fadenpilze. Seltener kommen auch Infektionen mit Candida-Pilzen oder Schimmelpilzen vor. Gleichzeitig ist nicht jeder Mensch so prädestiniert für die Erkrankung wie andere. Begünstigt werden kann eine Ausbreitung der Pilze durch einen geschwächten Körper, der bereits mit anderen Gesundheitszuständen zu kämpfen hat. So sind beispielsweise Diabetes mellitus-Patienten grundsätzlich anfälliger für den Befall mit Nagelpilzen.

Auch alte Menschen trifft die Erkrankung häufig, da ihr Immunsystem auf natürliche Weise geschwächt ist und der Körper daher keine zuverlässige Abwehr mehr gegen die Pilzsporen leisten kann. Ein weiterer begünstigender Faktor sind aktuelle oder gerade erst abgeheilte, großflächige Entzündungen, die das Immunsystem stark herausgefordert haben. Zusätzlich dazu können immunschwächende Medikamente eine Rolle spielen, wie sie beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen oder im Rahmen der Krebstherapie eingesetzt werden.

Unabhängig von vorausgegangenen oder noch bestehenden Erkrankungen fühlen sich Nagelpilze in feucht-warmem Milieu besonders wohl. Daher befallen sie auch häufiger die Zehen- als die Fingernägel. Sie nisten sich beispielsweise dann im Horn ein, wenn der Schuh nicht ausreichend atmungsaktiv ist und daher kaum für eine Durchlüftung sorgt. Dann verbleibt der Schweiß lange im Schuh und sorgt durch die Körperwärme des Menschen für eine ideale Pilzumgebung.

Typische Symptome & Anzeichen

Der Nagelpilz weist typische Symptome auf. Dazu gehören gut sichtbare gelbliche Nagelverbfärbungen und Nagelverdickungen. Zumeist sind die großen und kleinen Zehen betroffen. Der Verlauf des Nagelpilzes vollzieht sich zumeist von Aussen nach Innen, d.h. vom Rand zur Mitte des Nagels. Dabei lösen die Pilze die Hornschicht des Nagels auf, sodass der Nagel weich wird und sich langsam löst.

Der Nagelpilz ist eine Pilzinfektion der Zehen- oder Fingernägel durch Sprosspilze oder Fadenpilze.

Komplikationen

Eine Pilzerkrankung des Fußnagels ist schwieriger zu behandeln als ein normaler Fußpilz und ruft auch öfter Komplikationen hervor. Zwar ist ein Nagelpilz nicht lebensgefährlich, aber er kann sich unter Umständen im Körper weiter ausbreiten. Das gilt besonders für Personen, deren Immunsystem geschwächt ist. Zu diesen Risikopersonen zählen ältere Menschen, Patienten mit Durchblutungsstörungen in den Füßen (Arteriosklerose), Personen mit schweren Erkrankungen oder Patienten, die Immunsystem unterdrückende Medikamente einnehmen müssen.

Wenn die Infektion weiter voranschreitet, kann sie den entsprechenden Nagel völlig zerstören und gleichzeitig auch benachbarte Nägel infizieren. Das führt schließlich zu starken Schmerzen und Beeinträchtigungen beim Gehen. Die Ausbreitung des Nagelpilzes ist bereits bei unsachgemäßer Behandlung möglich. Bei immungeschwächten Personen ist die Situation noch gefährlicher. Neben der weiteren Ausbreitung des Pilzes besteht bei Risikopersonen außerdem die Gefahr, dass am befallenen Nagel auch andere Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder weitere Pilze in den Körper gelangen können und dort zusätzlich schwere Infektionen hervorrufen.

Dabei ist zu beachten, dass ein Nagelpilz nie von selbst abheilt. Wird die Behandlung aber nicht richtig ausgeführt, bleibt die Nagelpilzinfektion bestenfalls chronisch. Langfristig können sich die genannten Komplikationen einstellen. Die Behandlung ist sehr langwierig. Erst wenn der Nagel gesund wieder nachgewachsen ist, kann die Antipilztherapie ohne die Gefahr der Ausbildung von Rezidiven beendet werden.

Behandlung & Therapie

Leichten Befall von Nagelpilz im Anfangsstadium kann noch jeder selbst behandeln. In Apotheken gibt es spezielle Nagellacke zu kaufen, die regelmäßig aufgetragen werden müssen. Sie töten die Pilzsporen nach und nach ab. Den Heilungsverlauf erkennt man daran, dass sich der Nagel wieder weiß färbt oder seine ursprüngliche Farbe annimmt. Bis er auch seine ursprüngliche Qualität wiedererlangt, kann es allerdings etwas länger dauern, da der ehemals befallene Teil erst abgeschnitten werden muss.

In schwereren Fällen oder bei Befall mehrerer Nägel wird der Nagel medizinisch entfernt. Dies ist schmerzlos und wird nicht, wie früher, durch das Ziehen des Nagels erreicht. Es wird ein Laser eingesetzt, der den befallenen Nagel verdampfen lässt. Im Anschluss an die Behandlung wird mit antimyotischer Creme behandelt und die Socken sowie die Schuhe müssen desinfiziert werden. Der Nagel wächst anschließend wieder nach. Alternativ dazu kann auch mit oralen Antimyotika gearbeitet werden, ohne den Nagel zu entfernen.

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Vorbeugung

Um dem Nagelpilz vorzubeugen, ist es wichtig, feucht-warmes Klima im Bereich der Zehen und Fingernägel möglichst zu vermeiden - gerade an den Füßen wird das oft schwierig. Die Schuhe sollten möglichst atmungsaktiv sein und den Zehen Freiraum geben, wenn es Sportschuhe sind oder man darin schwitzen wird. Die Socken sollten nach Möglichkeit nicht oder nicht zum Großteil aus künstlichen Fasern bestehen. Baumwolle und andere Naturmaterialien speichern Schweiß nicht so hartnäckig wie künstliche Stoffe und können auf diese Weise helfen, das geeignete Pilzmilieu zu verhindern.

Bücher über Nagelpilz

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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