Nagelpilz
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)Anzeige
Nagelpilz bzw. Onychomykose ist eine Pilzerkrankung an den Fußnägeln und manchmal auch der Fingernägel. Der Nagelpilz tritt zumeist dann auf, wenn zu enge Schuhe getragen werden oder der Betroffene an Diabetes oder Durchblutungsstörungen leidet.
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Was ist Nagelpilz?
Die Pilzerkrankung äußert sich in einer sichtbaren Veränderung des Erscheinungsbildes der Nägel. Sie verfärben sich gelblich, beginnend vom Rand, wobei auch Flecken im Inneren des Nagels auftreten können; außerdem verdickt sich die Nagelplatte spürbar.
Häufig sind ältere Menschen vom Nagelpilz betroffen, die an Demenz oder anderen Geisteserkrankungen leiden und ihre körperliche Hygiene deshalb nicht mehr so gut selbst durchführen können. Wie der Fußpilz, so kann der Nagelpilz aber auch in Schwimmbädern und in der Sauna direkt übertragen werden.
Ursachen für Nagelpilz
Auch alte Menschen trifft die Erkrankung häufig, da ihr Immunsystem auf natürliche Weise geschwächt ist und der Körper daher keine zuverlässige Abwehr mehr gegen die Pilzsporen leisten kann. Ein weiterer begünstigender Faktor sind aktuelle oder gerade erst abgeheilte, großflächige Entzündungen, die das Immunsystem stark herausgefordert haben. Zusätzlich dazu können immunschwächende Medikamente eine Rolle spielen, wie sie beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen oder im Rahmen der Krebstherapie eingesetzt werden.
Unabhängig von vorausgegangenen oder noch bestehenden Erkrankungen fühlen sich Nagelpilze in feucht-warmem Milieu besonders wohl. Daher befallen sie auch häufiger die Zehen- als die Fingernägel. Sie nisten sich beispielsweise dann im Horn ein, wenn der Schuh nicht ausreichend atmungsaktiv ist und daher kaum für eine Durchlüftung sorgt. Dann verbleibt der Schweiß lange im Schuh und sorgt durch die Körperwärme des Menschen für eine ideale Pilzumgebung.
Typische Symptome und Anzeichen bei Nagelpilz
Der Nagelpilz weist typische Symptome auf. Dazu gehören gut sichtbare gelbliche Nagelverbfärbungen und Nagelverdickungen. Zumeist sind die großen und kleinen Zehen betroffen. Der Verlauf des Nagelpilzes vollzieht sich zumeist von Aussen nach Innen, d.h. vom Rand zur Mitte des Nagels. Dabei lösen die Pilze die Hornschicht des Nagels auf, sodass der Nagel weich wird und sich langsam löst.
Behandlung und Therapie von Nagelpilz
In schwereren Fällen oder bei Befall mehrerer Nägel wird der Nagel medizinisch entfernt. Dies ist schmerzlos und wird nicht, wie früher, durch das Ziehen des Nagels erreicht. Es wird ein Laser eingesetzt, der den befallenen Nagel verdampfen lässt. Im Anschluss an die Behandlung wird mit antimyotischer Creme behandelt und die Socken sowie die Schuhe müssen desinfiziert werden. Der Nagel wächst anschließend wieder nach. Alternativ dazu kann auch mit oralen Antimyotika gearbeitet werden, ohne den Nagel zu entfernen.
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Vorbeugung von Nagelpilz
Um dem Nagelpilz vorzubeugen, ist es wichtig, feucht-warmes Klima im Bereich der Zehen und Fingernägel möglichst zu vermeiden - gerade an den Füßen wird das oft schwierig. Die Schuhe sollten möglichst atmungsaktiv sein und den Zehen Freiraum geben, wenn es Sportschuhe sind oder man darin schwitzen wird. Die Socken sollten nach Möglichkeit nicht oder nicht zum Großteil aus künstlichen Fasern bestehen. Baumwolle und andere Naturmaterialien speichern Schweiß nicht so hartnäckig wie künstliche Stoffe und können auf diese Weise helfen, das geeignete Pilzmilieu zu verhindern.
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Weitere Infos
Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2012; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2012, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.
Von Dr. med. Albrecht Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin).
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