Morbus Bowen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. August 2017
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Morbus Bowen, die Vorstufe von weißem Hautkrebs, ist durch auffällige Stellen gut auf der Haut erkennbar. Bei regelmäßiger Nachkontrolle oder Entfernung der betroffenen Haut kann ein Hautkrebsrisiko minimiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Morbus Bowen?

Als Morbus Bowen, auch Carcinoma in situ genannt, wird das frühe Anfangsstadium des weißen Hautkrebs bezeichnet.

Beim Morbus Bowen befinden sich die Krebszellen bisher ausschließlich in der obersten Hautschicht und treten noch nicht in tiefergelegenen Hautschichten auf. Benannt wurde Morbus Bowen nach dem amerikanischen Hautarzt John T. Bowen, der die Erkrankung als Erster beschrieben hat.

Erkennbar ist Morbus Bowen meist durch juckende, gerötete und raue Stellen auf der Haut. Die Ausbreitung ist begrenzt und tritt in der Regel nur an einer Stelle auf.

Diese Warzenviren, kurz HPV, sind eine chronische Infektion, die zu weißem Hautkrebs, einem bösartigen Tumor, mutieren kann. Morbus Bowen tritt hauptsächlich in der zweiten Lebenshälfte auf. Männer sind etwas anfälliger für die Entwicklung von Morbus Bowen als Frauen.

Ursachen

Morbus Bowen tritt häufig in Verbindung mit dem regelmäßigen Kontakt mit Arsen, Teerprodukten oder anderen krebsfördernden Chemikalien auf.

Ebenfalls eine Rolle bei der Bildung von Morbus Bowen spielen krebsauslösende Viren des Typs Human Papilloma Virus (HPV) 16, 18, 31, 33, 35 und 45.

Entscheidung für Morbus Bowen ist oft auch der individuelle Hauttyp in Zusammenhang mit starker UV-Strahlung über einen langen Zeitraum. Gerade die Verwendung von Sonnenschutzcreme mit zu geringem Sonnenschutzfaktor und der Verzicht auf schützende Kleidung erhöhen das Risiko von Morbus Bowen.

Aber auch genetische Faktoren, Röntgenstrahlung, Immunsuppression und Traumata können einen Auslöser für Morbus Bowen geben.

Typische Symptome & Anzeichen

  • deutliche abgrenzende Hautveränderungen
  • Hautrötungen und schuppige Flecke
  • optische Verwechslungsgefahr mit der Symptomatik der Schuppenflechte

Diagnose & Verlauf

Morbus Bowen tritt verstärkt bei Menschen mittleren bis hohen Alters auf. Vor allem Körperpartien, die häufiger UV-Strahlung ausgesetzt sind, weisen den Befall von Morbus Bowen auf. Die Symptome sind in der Regel unregelmäßig geformte, schuppige Hautrötungen, die zu Juckreiz und Verkrustungen neigen oder auch kleine Geschwüre entwickeln können. Die betroffenen Hauptstellen, meist an Beinen, Händen, Kopf oder Nacken, wachsen mit der Zeit in der Fläche und in die Tiefe.

Um eine Verwechslung mit einer Schuppenflechte auszuschließen und Morbus Bowen zu diagnostizieren, ist die Entnahme einer Hautprobe an der befallenen Hautpartie nötig. Kann die Erkrankung als Morbus Bowen identifiziert werden, sollte die Haut entweder regelmäßig nachkontrolliert werden oder eine Entfernung des betroffenen Gewebes erfolgen.

Komplikationen

In der Regel treten durch den Morbus Bowen nur dann Komplikationen auf, wenn dieser nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt wird. Dabei kann es im schlimmsten Fall zu Hautkrebs kommen, an dem der Betroffene verstirbt. Auf der Haut kommt es an unterschiedlichen Stellen zu Veränderungen. Diese sind in der Regel relativ stark abgegrenzt und deutlich zu sehen.

Die Haut ist dabei gerötet und kann schuppen. Weiterhin kann es auch zu Juckreiz auf der Haut kommen und zu sehr unangenehmen Gefühlen führen. Nicht selten kommt es dabei zu einer späten Diagnose des Morbus Bowen, da die Krankheit ähnliche Beschwerden wie auch die Schuppenflechte zeigt und daher mit dieser Beschwerde verwechselt werden kann. Die Betroffenen schämen sich nicht selten für die Beschwerden und leiden damit an einem verringerten Selbstwertgefühl und an Minderwertigkeitskomplexen.

Die Behandlung des Morbus Bowen kann durch verschiedene Therapien und Eingriffe stattfinden. Bei einer frühen Diagnose können die Beschwerden in der Regel relativ gut eingeschränkt werden, sodass es nicht zu Hautkrebs und auch nicht zu anderen Komplikationen kommt. Durch die Behandlung wird auch die Lebenserwartung des Betroffenen in der Regel nicht verringert oder eingeschränkt. Allerdings sind die Patienten auch noch nach der Behandlung auf regelmäßige Untersuchungen angewiesen.

Behandlung & Therapie

Weist ein Patient Morbus Bowen auf, müssen alle Körperpartien auf weitere betroffene Stellen gründlich untersucht werden. Vorkommen von Morbus Bowen sollten entweder regelmäßig nachkontrolliert werden, damit Mutationen frühzeitig erkannt werden können, oder direkt entfernt werden. Um Morbus Bowen möglichst gründlich zu entfernen, wird nicht nur die betroffene oberste Hautschicht, sondern auch ein Teil des gesunden Hautgewebes entnommen.

Alternativ zur Operation kann Morbus Bowen auch durch Lichttherapie, Vereisung oder tumorzerstörende Cremes behandelt werden. Da bei dieser frühen Art von weißem Hautkrebs jedoch nur die oberste Hautschicht betroffen ist und das Tumorgewebe einfach entfernt werden kann, ist die operative Entfernung die bevorzugte Therapiemöglichkeit.

Selbst wenn die betroffene Haut entfernt wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass im Laufe der folgenden Jahre wieder Morbus Bowen auftritt. Daher sollte nach Abschluss einer Behandlung die Haut mindestens einmal jährlich einer Nachkontrolle unterzogen werden.

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Vorbeugung

Zur Vorbeugung von Morbus Bowen sollte die Haut möglichst vor langer und intensiver UV-Einstrahlung geschützt werden. Als möglicher Schutz vor Sonnenbestrahlung helfen die Vermeidung von direkter Sonne, bzw. das Aufsuchen schattiger Plätze.

Auch das Tragen von Hüten und Mützen als Sonnenschutz sowie langärmlige Kleidung helfen, das Risiko von Morbus Bowen durch UV-Einstrahlung zu verringern. Bei unbedeckter Haut empfiehlt sich die Verwendung eines Sunblockers mit möglichst hohem Schutzfaktor.

Vor allem Personen, die häufig der Sonne ausgesetzt sind oder beruflich mit Arsen oder Teerprodukten in Kontakt kommen, sollten regelmäßig einen Dermatologen zur Kontrolle aufsuchen und eventuell auftretenden Morbus Bowen frühzeitig behandeln und nachkontrollieren lassen.

Bücher über Hautkrebs

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Plötz, G., Ring, J., Hein, R.: Häufige Hauttumoren in der Praxis. Springer, Berlin 2012

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