Glossitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. Dezember 2017
Startseite » Krankheiten » Glossitis

Unter Glossitis versteht man sowohl akute als auch chronische Veränderungen des gesamten Zungenkörpers. Die Zungenentzündung ist nicht auf ein bestimmtes Alter oder ein Geschlecht beschränkt, sondern kann jeden treffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Glossitis?

Die Glossitis oder Zungenentzündung kann die Oberfläche, die Schleimhaut und auch den Muskel der Zunge in Mitleidenschaft ziehen. Die gesamte Zunge ist entzündet, oft sind Beläge und Verfärbungen auf ihrer Oberfläche sichtbar.

Die Zunge kann brennen und sich stark vergrößern. Die Schwellungen und das Brennen sind von unterschiedlicher Intensität, sodass Sprechen und Schlucken schwierig werden kann. Je nach Auslöser der Entzündung kann es zusätzlich zu Juckreiz kommen.

Das Aussetzen des Geschmackssinnes ist zwar eher selten, kommt aber durchaus vor. Eine derartige Entzündung ist natürlich recht unangenehm, doch ist in den meisten Fällen das gesamte gesundheitliche Gleichgewicht nicht gestört.

Ursachen

Die Ursachen für eine Glossitis sind vielfältig. Meistens aber ist eine Verletzung beim Essen ursächlich für diese Entzündung – man beißt sich auf die Zunge. Auch durch Piercings entstehen derartige Probleme. Wer eine Zahnprothese trägt, die nicht richtig sitzt und deshalb scheuert, kann ebenfalls mit einer Glossitis rechnen.

Auch starke Raucher sind gefährdet. Doch nicht nur durch äußere Einwirkung kann die Zunge sich entzünden. Lebensmittelallergien oder die Überempfindlichkeit gegen andere Stoffe können durch die genannten Symptome sichtbar werden. Grund für die Glossitis kann auch eine Pilzinfektion sein. Bei gravierenden Schwächen des Immunsystems, zum Beispiel bei AIDS, kann der Körper mit einer Entzündung der Zunge reagieren.

Das gilt ebenfalls für schwere Erkrankungen wie Zungenkrebs. Bei allen Krankheiten, die den normalen Fluss des Speichels verändern, kann eine Zungenentzündung auftreten. Nicht zuletzt kann permanentes Brennen der Zunge auf manifeste nervöse Störungen hinweisen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose einer Glossitis stellt den Arzt in der Regel nicht vor große Probleme. Wenn der Patient die Symptome beschreibt, fällt der Rückschluss auf die vorliegende Störung nicht schwer. Der Arzt kann sich Mund und Zunge ansehen und damit seine Vermutung bestätigen.

Allerdings wird es bedeutend schwieriger, wenn die Zungenentzündung ein Symptom einer anderen Erkrankung ist. Dann muss mit genauen Untersuchungen der Auslöser herausgefunden werden. So kann der Arzt einen Abstrich machen, um möglichen Pilzbefall herauszufinden.

Sollte die entzündete Zunge die Folge einer Allergie sein, so kann das durch geeignete Testverfahren (Epikutantest oder Prick-Test) herausgefunden werden. Dabei werden in den meisten Fällen Nahrungsmittel und Produkte zur Mundpflege überprüft.

Komplikationen

Von der Glossitis sind in der Regel beide Geschlechter gleichermaßen betroffen. Die Krankheit kann ebenso bei Kindern auftreten. Es kommt dabei verstärkt zu Beschwerden und Symptomen an der Zuge. In erster Linie leidet der Patient dabei an einem starken Brennen an der Zunge. Die Zunge kann ebenso geschwollen sein.

Durch das Brennen kommt es zu Störungen bei der Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit, sodass es nicht selten zu Untergewicht oder zu einer Dehydrierung kommt. Die Glossitis verringert damit die Lebensqualität enorm. Es kommt ebenso zu Geschmacksstörungen und zu Beschwerden beim Schlucken. Vor allem bei Kindern können dies gefährlich werden und zum Verschlucken führen.

Auf der Zunge bildet sich ein Belag aus, welcher zu unangenehmen Gerüchen führen kann. Der Alltag des Betroffenen wird durch die Glossitis enorm eingeschränkt. Es können ebenso psychische Beschwerden aufgrund der Schmerzen und Einschränkungen auftreten.

In der Regel ist eine relativ einfache Behandlung der Glossitis möglich. Diese erfolgt mit Hilfe von Antibiotika oder Mundspülungen und führt schnell zu einem positiven Krankheitsverlauf. Dabei treten keine weiteren Komplikationen auf. Im Falle einer Allergie oder einer Unverträglichkeit muss der entsprechende Stoff vermieden werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Kommt es zu Schwellungen der Zunge oder der Schleimhäute im Mund sollte ein Arzt aufgesucht werden. Ein ungewöhnlicher Geschmack im Mund oder Veränderungen der Geschmackswahrnehmung sind einem Arzt vorzustellen. Bei einem pelzigen oder sehr glatten Gefühl auf der Zunge ist ebenfalls ein Arztbesuch erforderlich.

Leidet der Betroffene unter Schmerzen im Mund gilt dies als ungewöhnlich und sollte untersucht werden. Eine ärztliche Behandlung ist ebenfalls nötig, sobald es zu Beeinträchtigungen der Lautbildung kommt. Eine eingeschränkte oder undeutliche Sprachbildung ist medizinisch abklären zu lassen. Wird aufgrund der Beschwerden die Nahrungsaufnahme oder Flüssigkeitszufuhr verweigert, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Kommt es durch die Beschwerden zu einer Gewichtsabnahme oder einem Gefühl der Trockenheit im Körperinnern besteht dringender Handlungsbedarf.

Es besteht die Gefahr eines akuten gesundheitsgefährdenden Zustandes, bei dem eine medizinische Versorgung schnellstmöglich notwendig ist. Bei Schluckbeschwerden, Problemen mit einem vorhandenen Zahnersatz, einem Engegefühl im Mund oder Juckreiz sollte ein Arzt konsultiert werden. Mundgeruch, ein Belag auf der Zunge oder Verfärbungen der Zunge sind untersuchen und behandeln zu lassen. Wird ein brennendes Gefühl im Mundinnern wahrgenommen, ist es notwendig, einen Arzt zu konsultieren.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung einer einfachen Glossitis gestaltet sich nicht sonderlich schwierig. Eine spezielle Therapie ist in den meisten Fällen nicht notwendig. Mit Spülungen des Mund- und Rachenraumes heilt die Entzündung schnell ab.

Geeignet sind hier Spülungen mit Salbei oder Salzwasser. Bei der chronischen Form der Glossitis spielt die Ursache die entscheidende Rolle. Wenn ein Befall mit Pilzen die Ursache für die Zungenentzündung war, so kann der Arzt ein Antimykotikum, also ein Mittel gegen die Pilzinfektion verordnen. Sind Bakterien für die Erkrankung verantwortlich, kann ein Antibiotikum helfen. Besteht eine allergische Reaktion, so muss der auslösende Stoff vermieden werden.

Der Heilungsprozess kann auch mit pflanzlichen Mitteln unterstützt werden. Eibischblätter oder Eibischwurzeln, Hamamelis oder Spitzwegerich können als Tee oder Gurgellösung die Beschwerden lindern und zur Heilung beitragen. Die Heilungschancen einer Glossitis sind im allgemeinen sehr gut. Wenn die Ursachen für die Probleme mit der Zunge herausgefunden werden können, kann die Entzündung innerhalb weniger Tage abheilen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen könne eine Glossitis verhindern. So sollten Träger von Zahnprothesen darauf achten, dass die Prothese richtig sitzt und gut angepasst ist. Wenn das Immunsystem durch eine Krankheit geschwächt ist, so sollte besonderes Augenmerk auf die Mundhygiene gelegt werden.

Träger von Zungenpiercings müssen ebenfalls größten Wert auf die Hygiene von Zähnen und Mund achten. Starke Raucher sollten eine Reduzierung ihres Tabakkonsums umsetzen. Generell sind Spülungen mit desinfizierenden und entzündungshemmenden Mitteln eine gute Wahl, um der Glossitis keine Chance zu geben.

Das können Sie selbst tun

Eine Glossitis kann normalerweise von den Betroffenen selbst behandelt werden. Die Entzündung heilt rasch ab, wenn der Mund- und Rachenraum mit einer geeigneten Spülung behandelt wird. Geeignet sind zum Beispiel Spülungen mit Salzwasser, Salbei oder Kamille.

Die chronische Form der Glossitis kann, je nach dem, welche Ursache festgestellt wurde, ebenfalls selbst behandelt werden. Allerdings sollte der Arzt immer ein Antimykotikum verschreiben, dessen Effekte dann durch Arnika und andere Präparate aus der Naturheilkunde und Homöopathie unterstützt werden können. Die Genesung lässt sich außerdem durch pflanzliche Mittel beschleunigen. Bewährt haben sich unter anderem Eibischblätter oder Eibischwurzeln sowie Spitzwegerich und Hamamelis, die als Gurgellösung oder Tee eingenommen werden können und die Beschwerden zumeist schnell lindern. Im Falle eine allergischen Reaktion besteht die wichtigste Maßnahme darin, den auslösenden Stoff zu meiden.

Ist die Ursache nicht bekannt, sollte ein Beschwerde-Tagebuch erstellt werden. Dadurch kann der Arzt oder der Patient selbst den Auslöser ermitteln und gezielte Gegenmaßnahmen ergreifen. Sollten die Beschwerden nach spätestens zwei Wochen nicht abgeklungen sein, empfiehlt sich ein erneuter Besuch beim zuständigen Arzt.

Bücher über Mundhygiene

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: