Zungenkrebs

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. August 2014
Symptomat.deKrankheiten Zungenkrebs

Der Zungenkrebs oder Mundhöhlenkarzinom gehört zu den seltenen Tumorarten im Mundbereich. Er ist bösartig und zumeist ein, von den unverhornten Schleimhautschichten der Zunge, ausgehender Krebs, der vermutlich durch Risikofaktoren wie Rauchen und Alkoholkonsum, sowie chronische Entzündungen verursacht wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zungenkrebs?

Bei einer Erkrankung an Zungenkrebs kann der vordere, bewegliche Teil der Zunge ebenso befallen sein wie der feste hintere Zungengrund. Zungenkrebs entsteht im Plattenepithel, das als unverhornte flache Zellschicht die Schleimhäute im Mund, der Kehle und der Nase bedeckt.

Die Tumorbildung ist nicht einheitlich. So kann Zungenkrebs als flacher Tumor auf der Schleimhaut ebenso auftreten wie als wuchernde Gebilde, die deutlich im Mundbereich sichtbar sind. Im Verlauf entwickeln sich Geschwüre der Zunge, der Tumor schränkt die Beweglichkeit der Zunge und damit auch die Sprechfähigkeit ein. Unbehandelt befällt Zungenkrebs auch andere Bereiche der Mundhöhle und bildet Metastasen in den Lymphknoten.

Ursachen für Zungenkrebs

Die genauen Ursachen von Zungenkrebs sind bislang nicht geklärt. Zu den Risikogruppen gehören Männer und Frauen, wobei die Zahl der an Zungenkrebs erkrankten Männer im Alter ab 60 Jahren deutlich erhöht ist.

Als besonderer Risikofaktor gilt die Kombination aus Tabakkonsum und Alkohol. Der Grund könnte in einer dauerhaften Reizung der Mundschleimhaut liegen, die die Entstehung von Zungenkrebs schließlich begünstigt. Chronische Entzündungen der Mundschleimhaut aus anderen Gründen erhöhen das Erkrankungsrisiko für Zungenkrebs ebenfalls.

Menschen, die unter der Knötchenbildung eines Lichen Ruber leiden, gehören ebenso zu den Betroffenen von Zungenkrebs. Auch mangelnde Mundhygiene mit den dadurch verursachten hohen Bakterienzahlen und Entzündungen fördern die Entstehung von Zungenkrebs.

Typische Symptome und Anzeichen bei Zungenkrebs

Diagnose und Verlauf bei Zungenkrebs

Zu den schmerzfreien Symptomen von Zungenkrebs im Frühstadium gehören rote oder weiße Flecken, die auch durch ausgiebige Mundhygiene nicht verschwinden.

Ein dauerhaft kratziges Gefühl in der Kehle weist auf einen Zungentumor hin, in seltenen Fällen auch Ohrenschmerzen. Häufiger sind wunde oder blutende Stellen auf der Zunge, Taubheitsgefühle oder Schmerzen beim Schlucken.

Zungenkrebs ist zunächst schmerzlos, wird aber mit zunehmender Ausdehnung des Tumors von deutlichen Beeinträchtigungen begleitet. Weit fortgeschritten ist die Entwicklung, wenn sich bereits wuchernde Tumore an der Zunge zeigen, die auch Geschwüre bilden können.

Bei der Diagnose von Zungenkrebs nimmt der Arzt zunächst für den vorderen Teil der Zunge eine Sichtdiagnose vor. Der Zungengrund wird mit Spiegeln untersucht. Gewebeproben verdächtiger Stellen dienen beim Zungenkrebs zur Grunddiagnose, auf die dann im bildgebenden Verfahren die genaue Größenbestimmung folgt.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: C01 Bösartige Neubildung des Zungengrundes) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Behandlung und Therapie von Zungenkrebs

Bei einer frühen Diagnose von Zungenkrebs erfolgt die Behandlung mit chirurgischen Mitteln. Der Tumor und das ihn umgebende Gewebe werden entfernt. Nicht immer ist eine zusätzliche Behandlung durch Strahlen- oder Chemotherapie erforderlich.

Hat der Zungenkrebs sich bereits weiter ausgedehnt, werden die Metastasen in den Lymphknoten neben der Entfernung des Tumors in der Zunge bestrahlt. Die körperlichen Beeinträchtigungen des betroffenen Patienten sind im Frühstadium zumeist gering. Die Sprachfähigkeit bei Zungenkrebs am vorderen Bereich der Zunge ist kaum oder gar nicht betroffen.

Nach Abheilung der Operationswunde bestehen keine Einschränkungen bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Zungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium erfordert hingegen Maßnahmen, bei denen große Teile der Zunge entfernt werden müssen. Neben der schmerzhaften Wundheilung ist die Sprachfähigkeit dann deutlich und irreversibel eingeschränkt.

Auch die Nahrungsaufnahme kann problematisch werden und zu starkem Gewichtsverlust führen. Taubheitsgefühle als Folge der Strahlentherapie sind zu erwarten. Bei inoperablen Tumoren oder weit fortgeschrittenem Zungenkrebs erfolgt die Behandlung mit einer Chemotherapie, die die weitere Wucherung verhindern und Metastasen bekämpfen soll.

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Vorbeugung von Zungenkrebs

Vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung von Zungenkrebs bestehen in einem Ausschluss der Risikofaktoren und gründlicher Mundhygiene. Die Kombination von Alkohol und Tabak sollte vermieden werden. Eine gründliche Zahnreinigung und der regelmäßige Zahnarztbesuch zur Diagnose und Behandlung von Entzündungen der Mundschleimhaut dienen ebenfalls der Vorbeugung.

Die Ergänzung der täglichen Zahnpflege durch einen speziellen Zungenreiniger ist empfehlenswert. Bei ungeklärten Veränderungen an oder auf der Zunge ist die Diagnose eines Facharztes erforderlich, der Vorerkrankungen behandeln und den Verdacht auf Zungenkrebs ausschließen kann.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Bloch kommentierte am 16.11.2014 um 22:02 Uhr

Ich habe seitlich auf der Zunge zwei tumorartige Bläschen. Außerdem ist der vordere Teil der Zunge fast chronisch entzündet.

helga4000 kommentierte am 07.01.2015 um 09:09 Uhr

Ich habe seit einem halben Jahr Schmerzen an der Zungenspitze. Es ist besonders schmerzhaft bei gewürzten Speisen. Auch besteht ein ständiges Kratzen im Hals. Die Symptone traten nach einer Unterfütterung vom Gebiss auf: Zudem traten Ohrenschmerzen auf und Halsschmerzen an der rechten Seite. Ich bin Diabetiker und habe bereits mehrere Krebs-OPs hinter mir. Was soll ich jetzt tun?

Patrick kommentierte am 15.03.2015 um 03:28 Uhr

Ich bin 22 Jahre alt und mein Vater hat ein Zungenkarzinom. Es hat sich alles so verändert.

Symptomat kommentierte am 31.08.2015 um 23:46 Uhr

Kerstin68 kommentierte am 29.04.2015 um 22:09 Uhr

Mein Vater starb vor 30 Jahren an einem Zungenbodentumor. Trotz Bestrahlung und Chemotherapie, konnte ihm nicht mehr geholfen werden. Es war das Schlimmste, was ich je erlebt habe, meinen Vater so leiden zu sehen. Die Zunge faulte völlig ab, auch bildeten sich Löcher im Halsbereich. Er bekam zuletzt eine Magensonde und wurde mit "Astronautenkost" ernährt. Ein unbeschreibliches Dahinsiechen. Gut, dass die Medizin heute weiter ist.

Sanne kommentierte am 26.05.2015 um 01:56 Uhr

Die Medizin ist hier leider überhaupt nicht viel weiter, nur dass die Betroffenen mit verstümmelnden OPs traktiert werden. Eine vollständige langanhaltende Heilung dieses Krebses im gesamten Mundbereich habe ich leider noch nie gesehen. Und ich habe in den vergangenen zwei Jahren viele Menschen mit dieser Krebsform gesehen, da ich meinen Mann, der zuerst ein Zungenrandkarzinom (wurde zunächst erfolgreich operiert) und nach zwei Jahren ein Mundboden- und Kieferknochenkrebs bekam (er hat nie geraucht)! Im Dezember 2014 wurde er endlich von diesen nicht vorstellbaren Schmerzen und von diesem Siechtum durch den Tod erlöst.

oermin kommentierte am 14.08.2015 um 01:01 Uhr

Mir ist mittlerweile unglaublich egal, was alles krebserregend ist. Zungenkrebs bildet sich, wie man auch hier an Kommentaren sieht, oft genug völlig willkürlich, obwohl man aufpasst, und andere, die rauchen, trinken, Polonium lutschen, leben länger als der Durchschnitt, ohne jemals Beschwerden zu haben.

Symptomat kommentierte am 31.08.2015 um 23:46 Uhr

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