Mundsoor

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. August 2017
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Beim Mundsoor handelt es sich um eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut. Im Volksmund wird diese Erkrankung auch oft Mundpilz genannt. Besonders Menschen mit geschwächtem Immunsystem und Säuglinge haben ein erhöhtes Risiko an Mundsoor zu erkranken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Mundsoor?

Der Mundsoor betrifft die Schleimhäuteim Mund. In der normalen Mundflora existiert grundsätzlich eine Vielzahl von Mikroorganismen, wie beispielsweise Bakterien und auch Pilze. Diese richten aber keinen Schaden an. Daneben gibt es aber auch Bakterien, Viren und Pilze, die in Krankheiten auslösen, wenn sie in die Mundschleimhäute eindringen können. Dazu gehört auch der Erreger des Mundsoor, ein Hefepilz. Begründet auf dem Erreger, wird die Erkrankung deshalb auch häufig als Mundpilz bezeichnet.

Der auslösende Hefepilz kann sich sehr schnell im Körper ausbreiten und von der Mundschleimhaut in den Rachen wandern, von wo aus er auch die Speiseröhre bis hin zum Magen und Darm befallen kann. Deshalb sollte Mundsoor möglichst schnell behandelt werden.

Ursachen

Mundsoor entsteht durch eine Infektion mit einem Hefepilz. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Candida albicans, ein sehr weit verbreiteter Erreger aus der Familie der Hefepilze. Aber auch Candida tropicalis und Candida stellatoidea lösen Mundsoor aus.

Nicht jeder Mensch, der mit einem dieser Erreger in Berührung kommt, erkrankt jedoch auch an Mundsoor. Damit die Krankheit ausbrechen kann, muss das Immunsystem des Körpers geschwächt sein. Aus diesem Grund gibt es verschiedene Risikogruppen, die als besonders gefährdet für Mundsoor gelten. Dazu gehören vor allem Säuglinge, ältere Menschen und Patienten mit chronischen Erkrankungen, die ein schwaches Immunsystem bedingen.

Bei Menschen mit intaktem Immunsystem, hat der Erreger keine Chance die Krankheit auszulösen. Der Erreger wird sehr schnell vom Immunsystem erkannt und bekämpft.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Typisch für Mundsoor ist ein weißlicher Belag auf der Mundschleimhaut und im Rachenraum. Dieser muss aber nicht unbedingt auftreten, es kann auch eine gerötete Mundschleimhaut vorhanden sein. Daneben kann es zu einem brennenden Gefühl im Mundraum kommen.

Zur Diagnosestellung ist also zunächst ein ausführliches Gespräch zwischen Arzt und dem Patienten nötig. Danach erfolgt eine körperliche Untersuchung, bei der die Mundschleimhaut eingehend begutachtet wird.

Sehr häufig tritt bei Mundsoor auch ein unangenehmer Mundgeruch auf, der durch den Pilz entsteht. Ebenso können die Lymphknoten angeschwollen sein.

Mundsoor verursacht kaum Schmerzen, dies können die empfindlichen Säuglinge jedoch anders empfinden um im schlimmsten Fall die Nahrungsaufnahme einstellen. Deshalb ist eine schnell eingeleitete Behandlung sehr wichtig. Auch um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Komplikationen

In den meisten Fällen kann diese Erkrankung relativ gut und einfach behandelt werden, sodass es nicht zu schwerwiegenden Komplikationen oder anderen Beschwerden kommt. Die Betroffenen leiden dabei vor allem an starken Beschwerden im Mundraum. Es kommt zu einem trockenen Mund und damit auch zu einem erhöhten Durst.

Mitunter tritt ein Belag auf der Zunge auf und die Patienten leiden in der Regel an einem üblen Mundgeruch. Ebenso kann es zum Zungenbrennen kommen und die Geschmacksempfindung des Patienten ist durch die Krankheit deutlich gestört. Die Lebensqualität wird durch die Erkrankung deutlich verringert. Ebenfalls kann es zu Beschwerden bei der Einnahme von Flüssigkeiten und von Nahrung kommen, da diese in der Regel mit Schmerzen verbunden ist.

Dadurch kommt es nicht nur zu Mangelerscheinungen, sondern auch nicht selten zu psychischen Beschwerden oder zu Depressionen. Bei der Behandlung selbst kommt es nicht zu weiteren Komplikationen. Mit Hilfe von Medikamenten oder Antibiotika kann die Krankheit relativ einfach besiegt werden.

In schwerwiegenden Fällen müssen auch andere Bereiche des Körpers behandelt werden, wenn die Krankheit auch in den Bereich des Magens und des Darms vorgedrungen ist. Die Lebenserwartung wird dabei in der Regel nicht verringert oder eingeschränkt.

Behandlung & Therapie

Um Mundsoor zu behandeln werden spezielle Medikamente eingesetzt, sog. Antimykotika, Antipilzmittel. Diese Medikamente gibt es in verschiedenen Formen: Lutschtabletten, Lösungen, Suspensionen oder als Gel. Häufig finden hier die Wirkstoffe Amphotericin B und Nystatin Anwendung. Befindet sich der Mundsoor in einem frühen Stadium, ist die Behandlung mit derartigen Medikamenten ausreichend und die Beschwerden werden in der Regel recht schnell abklingen.

Ist der Mundsoor allerdings schon weiter fortgeschritten und tiefer in den Körper eingedrungen, reicht diese Form der Behandlung mit einem Antimykotika nicht mehr aus. Zusätzlich zur lokalen Anwendung müssen die Wirkstoffe dann auch oral eingenommen werden, damit sie die anderen betroffenen Körperstellen erreichen und dort die Hefepilzinfektion bekämpfen können.

In jedem Fall ist es wichtig, die verordnete Behandlungsdauer strikt einzuhalten. Auch wenn die Beschwerden bereits nachlassen oder sogar komplett verschwunden sind, sollte die Medikamente bis zum Ende eingenommen werden. Andernfalls besteht das Risiko, dass die Krankheit erneut aufblüht. In besonders hartnäckigen Fällen, wenn der Mundsoor sich nicht eindämmen lässt oder trotz ausreichend langer Therapie immer wieder aufkehrt, können stärkere Antimykotika eingesetzt werden. Diese dringen bis in den Magen-Darm-Bereich vor und bekämpfen dort wirksam die Hefepilze.

Sollte der Patient unter Schmerzen leiden, die durch den Mundsoor entstanden sind, können zusätzlich Schmerzmittel verordnet werden. Beim Mundsoor findet hier sehr häufig Paracetamol Anwendung.

Während der Erkrankung sollte stark auf Hygiene geachtet werden. Besonders bei Säuglingen ist dies unabdinglich. So wird empfohlen die Sauger von Flaschen und auch Schnuller täglich auszukochen und nach Abheilung der Beschwerden auszutauschen.

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Vorbeugung

Mundsoor kann vor allem mit Hygiene vorgebeugt werden. Menschen mit Zahnprothesen sollten auf eine sorgfältige Mundhygiene achten und nach jedem Essen eine Reinigung des Zahnersatzes vornehmen. Entsprechende Hygienemaßnahmen gelten auch bei Säuglingen. Schnuller, Flaschensauger und Spielzeug, das regelmäßig in den Mund genommen wird, sollten regelmäßig gereinigt werden. Bei Saugern und Schnullern erfolgt eine Abtötung sämtlicher Keime durch eine Sterilisation mittels auskochen oder einem speziellen Gerät.

Bücher über Mundhygiene

Quellen

  • Bork, K., Burkdorf, W., Hoede, N.: Mundschleimhaut- und Lippenkrankheiten. Schattauer, Stuttgart 2008
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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